Allgemeine Berichte | 24.01.2023

Aufzucht verwaister Katzenbabys beim Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler 1978 e.V.

Flaschenkinder sind bereit zum Start ins Leben

Flaschenkind beim Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fotos: privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auf der Pflegestelle von Doris Efferz, Ehrenvorsitzende des Katzenschutzvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler 1978 e.V., herrscht Abschiedsstimmung. Nur noch kurze Zeit, dann werden die 6 niedlichen Kitten, die sie kurz nach der Geburt aufgenommen und drei Monate lang großgezogen hat, im Doppelpack zu ihren neuen Familie ziehen.

Drei grau-beige Tigerchen - Mira, Sally und Fridolin - wurden im Oktober in der Obhut des Vereins geboren. Eine Familie aus Gelsdorf hatte ihre herrenlose, hochträchtige Mutter zum Katzenschutzverein gebracht – diese wollte in der Folge allerdings die Kleinen nach der Geburt nicht säugen.

Drei weitere Kitten - die schwarz-weiße Püppi und die zwei schwarzen Runi und Tari - wurden im November nur einen Tag alt mutterseelenallein in einem Fluthaus in Bad Neuenahr gefunden und unterkühlt und ausgehungert zu Doris Efferz gebracht. Von der Mutter fand sich keine Spur. „Die drei haben nur knapp überlebt, anfangs waren sie sogar zu schwach zum Saugen und mussten tröpfchenweise mit der Pipette gefüttert werden,“ berichtet Doris Efferz.

Normalerweise brauchen Katzenbabys alle zwei Stunden eine Mahlzeit, bei sechs Kitten ist das ein 24-Stunden Job: Fläschchen fertig machen, Füttern, Bäuchlein massieren um die Verdauung anzuregen, Kätzchen baden und laufend das Körbchen säubern - schließlich tragen Katzenbabys keine Windeln - da fängt man von vorne an, wenn man mit der letzten fertig ist.

„Aber es ist wunderbar zuzusehen, wie sich die Welpen vom völlig hilflosen, noch blinden Baby zum verspielten, anhänglichen Jungtier entwickeln und mit ihrer Zuneigung geben sie mir so viel zurück, dass diese Mühe schnell vergessen ist“, so Doris Efferz und bugsiert die neugierige Püppi nach einer waghalsigen Klettertour fürsorglich wieder zurück auf den sicheren Boden.

„Der Abschied von Flaschenkindern ist schon hart. Auch nach 23 Jahren Tierschutzarbeit kommen mir da immer noch die Tränen Aber darum geht es eben im Tierschutz letztlich - den Tieren zu einem guten Zuhause zu verhelfen“, so Doris Efferz, „aber wenn ich dann feststellen kann, dass die Kleinen in ihrer neuen Familie gut angekommen sind und sich wohlfühlen, geht es mir wieder gut und ich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe.“

Bevor sie ihre Schützlinge abgibt, guckt sich Doris Efferz die Interessenten ganz genau an. Alles muss zueinander passen, die Menschen müssen ernsthaft interessiert und gewillt sein, eine lebenslange Beziehung mit einem Tier einzugehen, schließlich werden Katzen 15 bis 20 Jahre alt. Auch der zur Verfügung stehende Lebensraum muss groß genug sein und das Umfeld muss stimmen. Jungtiere gibt sie bevorzugt zu zweit oder zu einer vorhandenen jüngeren Katze ab. „Katzen jagen zwar gern alleine, sind aber im Alltag keine Einzelgänger, sondern gesellige Tiere“, erläutert sie. Vor allem Kitten, die ja noch in der Entwicklung sind, brauchen einen Artgenossen als Spielkameraden, sonst leidet ihr Sozialverhalten und sie verlernen, sich wie eine Katze zu verhalten.

Der Verein betreut im Jahr ca. rund 90 bis 100 Abgabe- und Fundtiere, die praktisch immer erst einmal auf Pflegestellen des Vereins zwischengeparkt werden, bis alle tierärztlichen und sonstigen Maßnahmen abgeschlossen und ein neues Zuhause gefunden wurde bzw. der ursprüngliche Besitzer ermittelt ist. Außer bei der Aufzucht von Kitten handelt es sich normalerweise nur um einen kurzen Zeitraum, meist von wenigen Wochen. „Wir haben oft eine Liste von Interessenten vorliegen, dann geht die Vermittlung relativ schnell, weiß Doris Efferz. „Wir suchen aber laufend ehrenamtliche Pflegestellen für diese Zwischenphase, die Kosten für die Ausstattung, Futter und Streu trägt der Verein“, fasst sie zusammen. „Wer Interesse hat, hier eine wichtige Aufgabe im Tierschutz zu übernehmen, kann sich gerne an mich ,Tel. (0 26 41) 91 73 05 oder unsere 1. Vorsitzende Anita Andres (0 26 41) 20 74 65 wenden.“

Der Verein freut sich über jede Art von Hilfe – sei es Futter-Spenden oder eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit – Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden – unter IBAN: DE 27 5775 1310 0000 8154 31 Kreissparkasse Ahrweiler. Weitere Infos unter www.katzenschutz-aw.de .

Pressemitteilung

Katzenschutzverein

Bad Neuenahr-Ahrweiler 1978 e.V.

Mira, Sally und Fridolin.

Mira, Sally und Fridolin.

Püppi, Runi und Tari.

Püppi, Runi und Tari.

Flaschenkind beim Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fotos: privat

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