Allgemeine Berichte | 24.03.2020

Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH)

Flüchtlingshilfe: Digital und online

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Von der vorübergehenden Schließung des Mehrgenerationenhaus Bad Neuenahr-Ahrweiler ist auch die ÖFH betroffen. Ihr Büro, seit Jahren tägliche Anlaufstelle für geflüchtete Menschen, ist für unbestimmte Zeit nicht mehr der gewohnte Ort, an dem Probleme besprochen und Fragen geklärt werden können. Ein kleiner Ausschnitt aus der Fragensammlung, die aktuell Schwerpunkt der Arbeit der ÖFH ist: „Ich muss mich ummelden. Wann hat die Stadtverwaltung wieder geöffnet?“, „Bis zur nächsten Woche muss ich einen Antrag beim Jobcenter stellen. Die haben aber zu. Was mache ich bloß?“, „Wir bekommen von der Schule Aufgaben über eine Lernplattform. Zu Hause haben wir aber keinen Computer. Wie mache ich die Hausaufgaben?“

Eine Fülle von Problemen

Ging es bisher vorwiegend um Fragen zu Asylverfahren oder Aufenthaltsrecht, stehen geflüchtete Menschen nach dem Ausbruch des Coronavirus vor einer Fülle unbekannter Probleme, die zusätzlich zu bewältigen sind.

„Damit wir weiter erreichbar sind,“ so der 1. Vorsitzende Werner Rex, „nutzen unsere hauptamtlichen Kräfte und Ehrenamtler alle Kommunikationskanäle. Sie sind über Telefon, SMS, WhatsApp und E-Mail im Kontakt zu den Ratsuchenden. Oft verstehen diese noch nicht, was momentan vor sich geht. „Ich war eben im Supermarkt. Warum gibt es kein Brot und keine Milch?“ fragt ein junger Auszubildender, der, wie üblich nach der Arbeit, noch Lebensmittel einkaufen wollte, überrascht per WhatsApp.

Er hatte, wie viele andere auch, nur oberflächlich von den einschränkenden Regelungen und deren Folgen gehört. Die Tagesschau gehört bei geflüchtete Menschen verständlicherweise nicht zu den Favoriten unter den Fernsehsendungen, Tageszeitungen werden auch eher selten gelesen und in manchen Gemeinschaftsunterkünften ist sogar der Einwurf von Werbeblättern, die ja auch immer einen redaktionellen Teil haben, in den Briefkasten untersagt. Wo und wie sollen sich also geflüchtete Menschen informieren? Zum Beispiel bei der ÖFH.

„Meine Telefon steht zur Zeit nicht still.“ sagt Jessi Ulrich, die normalerweise die erste Anlaufstelle im Büro ist. Jetzt arbeitet sie von zu Hause aus. „Die Verunsicherung ist groß.“ stellt sie fest. Im Zusammenspiel mit Joachim Dedenbach und Imad Mardo versucht sie, so viele Probleme wie möglich zu klären.

„Wir hoffen, dass alle von uns unterstützten Menschen wie auch unser Team, unsere Unterstützer und die Menschen im Landkreis Ahrweiler gesund aus dieser schweren Phase herauskommen. „ darin sind sich alle in der ÖFH einig.

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