Allgemeine Berichte | 31.05.2024, 13:46 Uhr

Die Schule wurde von den Wassermassen komplett zerstört

Flut: Ruine der alten Schule in Müsch soll zur Gedenkstätte werden

Fluthilfecamp in Müsch.  Foto: Barbara Wendling
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Müsch. Einst war das große Bruchsteingebäude Mittelpunkt des kleinen Ortes Müsch an der Ahr. Um 1900 errichtet diente der Bau bis in die 1970er Jahre als Schule und wurde danach als Gemeindehaus genutzt. So diente er über Jahrzehnte hinweg als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum des Ortes. Das Haus überstand zwei Weltkriege und die Flut von 1910. Der Flutkatastrophe 2021 widerstand es nicht mehr, die Wassermassen hinterließen ein fast vollständig zerstörtes Gebäude. Nun soll die Ruine der alten Schule zu einer Gedenkstätte für die 134 Menschen werden, die in der Flutnacht im Juli vor drei Jahren ihr Leben verloren. Gleichzeitig soll ein neuer multifunktionaler Dorfmittelpunkt entstehen, der neben der Erinnerung an die Katastrophe auch als Informationszentrum für Themen wie Klimawandel und hochwasserangepasstes Bauen fungieren soll.

„Die Gedenkstätte soll Besuchern einen Eindruck der historischen Flutereignisse geben und die Menschen zum Thema ‚Klimawandel und die realen Auswirkungen sensibilisieren“, erklärt Müschs Bürgermeister Udo Adriany.

Um dieses Vorhaben zu unterstützen, wird im Zuge des Fluthilfecamps der Jugendbauhütten vom 8. Juni 2024 bis zum 23. Juni 2024 ein Team von einigen jungen Helfern in Müsch vor Ort sein und die Überreste des Natursteinmauerwerks der alten Schule stabilisieren. Die jungen Leute gehören zu den mehr als 300 Freiwilligen aus den Jugendbauhütten – dem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste –, die im Zuge des Fluthilfecamps der Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) anreisen, um im Ahrtal beim Wiederaufbau von historischen Gebäuden zu helfen, die durch die Flut schwer beschädigt wurden. „Wir freuen uns riesig über die Chance, die Überreste der ehemaligen Dorfschule für nachfolgende Generationen zu erhalten,“ sagt Adriany und fügt hinzu: „Durch das Fluthilfecamp der Jugendbauhütten wird das nun ermöglicht.“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatte Eigentümer von betroffenen Denkmalen schon kurz nach der Katastrophe mit schneller und unbürokratischer Hilfe unterstützt. Nun, fast drei Jahre nach der Flut, möchte die Stiftung daran erinnern, dass der Wiederaufbau in der Region noch viele Jahre andauern wird und Hilfe weiterhin gebraucht wird. Die über 300 jungen Leute, die sich ehrenamtlich für den Erhalt von historischen Gebäuden einsetzen, zeigen, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement ist. „Wenn 300 Jugendliche zwei Wochen lang ihre Freizeit damit verbringen Menschen zu helfen, die oftmals den Mut verloren haben weiterzumachen, dann ist das ein Zeichen der Hoffnung“, sagt Laura Haverkamp, Projektverantwortliche bei der DSD.

Fluthilfecamp in Müsch. Foto: Barbara Wendling

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