Allgemeine Berichte | 06.03.2017

Ev. Dekanatskantorat Selters

Frechblech begeisterte mit Musik aus der Familie Bach

Frechblech wusste bei der geistlichen Abendmusik in Montabaur zu überzeugen. privat

Montabaur. Im diesjährigen Passionskonzert in der evangelischen Pauluskirche Montabaur ging Frechblech, das Soloquintett des evangelischen Dekanates Selters, mit anspruchsvoller Musik unter anderem aus der Familie von Johann Sebastian Bach im Rahmen einer weiteren Geistlichen Abendmusik an die Öffentlichkeit. „Die Motetten des Altbachischen Archives sind wahre Perlen der frühbarocken Kompositionskultur in Mitteldeutschland“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller (Leitung und Helikon), „und wir haben viel Freude daran, die sprachlich feinst nuancierte Musik bläserisch-artikulativ umzusetzen“. Und in der Tat gelang es dem Wäller Ensemble mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Bariton und Basstrompete) mit der Psalmvertonung „Sicut cervus“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina, hochpolyphone Musik der Prima pratica lebendig werden zu lassen, um ihr dann mit Johann Sebastian Bachs großer fünfstimmiger Mottete über „Jesu, meine Freude“ eine dramatische Umsetzung des Lied- und Bibeltextes kontrastierend gegeneinander zu stellen. Die Lesungen des Abends übernahmen ebenfalls die Musikerinnen und Musiker, die damit einen weiteren Kontakt zu den anwesenden Gästen herstellten. Mit Johann Bachs filigraner Motette „Unser Leben ist ein Schatten“ und Johann Michael Bachs intimen Kompositionen „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ sowie „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt“ erklangen Werke von tiefer Poetik und zarter Klangschönheit, die sich sowohl mit menschlichem Leiden und Sterben als auch dem christlichen Auferstehungsgedanken befassen. Hier zeigte sich das Quintett von besonderer kammermusikalischer Seite und musikalischer Dialogfähigkeit. Die Passionschoräle begleitete Dekanatskantor Jens Schawaller vom wertvollen Riegerpositiv aus, das in Konzerten und Gottesdiensten zuverlässig seinen Dienst tut. Beschlossen wurde die Geistliche Abendmusik – Pfarrer Johannes Seemann begleitete das Konzert – nach Vater unser und Segen mit Johann Kuhnau Gründonnerstagsmotette „Tristis es anima mea“, einer weiteren polyphonen Motette des direkten Amtsvorgängers von Bach an der Leipziger Thomasschule. Die Gäste bedankten sich mit kräftigem Applaus bei den fünf Musikerinnen und Musikern. Das Konzert findet noch einmal am Samstag, 11. März um 18 Uhr in der Schloßkirche Westerburg statt.

Frechblech wusste bei der geistlichen Abendmusik in Montabaur zu überzeugen. Foto: privat

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