Teilnehmer des Kirchentags tanken Mut zu Demokratie und Gemeinsinn
Fünf Tage Dortmund bereichern Leben mit Diskussionen, Feiern und viel Musik
Bläserinnen und Bläser aus dem Dekanat spielten zusammen mit 3000 anderen Musikern beim Abschlussgottesdienst mit
Rhein-Lahn-Kreis. Mit sehr bereichernden Eindrücken sind knapp 100 Teilnehmende des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund aus dem Rhein-Lahn-Kreis wieder in die Heimat zurückgekehrt. Mut, sich zur Demokratie zu bekennen, praktische Informationen fürs Leben in der eigenen Kirchengemeinde und reichlich Gemeinschaftssinn tankten die Gäste aus dem Dekanat Nassauer Land an der Ruhr.
Das Dekanat hatte eine Busfahrt organisiert, die Stiftung Scheuern war mit einer Gruppe dabei; andere machten sich auf eigene Faust auf den Weg. Aus 2400 Programmpunkten konnten in fünf Tagen die persönlichen Highlights zusammengestellt werden. Tipps zur Essengestaltung fürs eigene Kirchcafé in Dausenau holte sich der mit 78 Jahren wohl älteste Kirchentags-Gast aus dem Rhein-Lahn-Kreis Hans A. Walter; dem Enkelkind bringt er ein Bibel-Malbuch mit, das er beim riesigen Markt der Möglichkeiten in den Messehallen entdeckte. Bewegt hat ihn eine Bibelarbeit mit der sehr emotional und authentisch auftretenden Journalistin Dunja Hayali. Sie beklagte Hass und Hetze, die den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zur Konsequenz hatte und dass sie in einer vermeintlich christlich geprägten Gesellschaft Barmherzigkeit und Nächstenliebe in der Flüchtlingspolitik vermisst.
Große Themen mit viel politischer Prominenz
Demokratieverständnis, die Bewahrung der Schöpfung und globale Hilfe statt nur globales Wirtschaften waren große Themen in zahlreichen Foren mit viel politischer Prominenz wie der Bundeskanzlerin oder dem Bundespräsidenten, denen die Gäste Fragen stellen konnten. Für die Vorsitzende der Synode des Dekanats Nassauer Lande Anja Beeres aus Obertiefenbach waren die deutlichen Worte gegen Rechtsextremismus, wie sie sie etwa vom Bundespräsidenten Steinmeier und Außenminister Heiko Maas hörte sowie während eines politischen Nachtgebetes mit Claudia Roth eine Motivation, sich im eigenen Alltag deutlicher für Demokratie einzusetzen und Farbe zu bekennen. „Und das Kirchentagsmotto ,Was für ein Vertrauen‘ macht Mut dazu“.
Musik ein unterhaltsamer und bewegender Schwerpunkt
Neben gesellschaftspolitischen Fragen bildete Musik einen unterhaltsamen und bewegenden Schwerpunkt. In die vielen Kirchen Dortmunds lockten klassische Klänge, Musicals, Gospels bis zu symphonischen Werken. Außerdem füllten Stars wie Adel Tawil oder Culcha Candela die Plätze mit zigtausend vor allem jungen Zuhörern. Beeindruckend: Vor dem Auftritt Tawils schwiegen rund 20.000 Menschen fünf Minuten lang auf dem Hansaplatz, während in der gar nicht weit davon entfernten Reinoldikirche an 35.597 im Mittelmeer ertrunkener Kinder und Erwachsener verlesen werden, die vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat flüchten wollten.
Und die Besucher aus dem Rhein-Lahn-Kreis machten selbst Musik. Bläserinnen und Bläser aus dem Dekanat hatten öffentliche Auftritte in Stadt und Messehallen und spielten zusammen mit 3000 anderen Musikern beim Abschlussgottesdienst mit. Zu den vielen bewegenden Momenten gehörten auch in Dortmund die täglichen Abendsegen auf mehreren Plätzen, zu denen die Zuhörer ein Meer aus Kerzen entzündeten. „Das schenkt so viel innere Ruhe und Zufriedenheit , das lässt sich kaum beschreiben“, sagt Volker Hausen aus Dachsenhausen.
Einen kurzen Weg haben Interessenten aus dem Rhein-Lahn-Kreis beim nächsten Kirchentag. Der wird als 3. Deutscher Ökumenischer Kirchentag im Jahr 2021 nämlich in Frankfurt gefeiert.
Mehr Berichte und Informationen zum Kirchentag in Dortmund gibt es auf der Website des Dekanats unter www.evangelisch-nassauer-land.de Pressemitteilung
Dekanat Nassauer Land
Bläserinnen und Bläser aus dem Dekanat hatten öffentliche Auftritte in Stadt und Messehallen und spielten zusammen mit 3000 anderen Musikern beim Abschlussgottesdienst mit.
Stars wie Adel Tawil füllten die Plätze mit zigtausend vor allem jungen Zuhörern.
