Allgemeine Berichte | 16.06.2017

Drittes Luthermahl des Diakonischen Werks Neuwied im Evangelischen Gemeindehaus in Oberhonnefeld

Für Lebensqualität sind alle verantwortlich

Zusammen am Tisch (von links): Synodalassessor Detlef Kowalski, Landrat Rainer Kaul, Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach, Volker Mendel, und Diakonie-Geschäftsführerin Renate Schäning.Dorothea Mueth

Oberhonnefeld. Lebensqualität auf dem Land, und zwar für alle: Wie diese Aufgabe zu bewerkstelligen ist, haben die Teilnehmer des dritten Luthermahls beratschlagt. Engagierte aus Politik und Sozialarbeit haben sich dazu im Evangelischen Gemeindehaus Oberhonnefeld getroffen. Starrednerin des Abends war die Demografieministerin von Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Die Haltefaktoren gegen Landflucht sind Kita, Schule und Arzt. Denn dahin fährt - anders als für den Job - niemand eine halbe Stunde mit dem Auto“, zitierte die Ministerin aus einer Studie. Für die kommunale Versorgung brauche es deshalb neue, gemeinsame und gleichwohl individuelle Konzepte. Eine Wohnpflegegemeinschaft sollte genauso überall zur Verfügung stehen wie ambulante Pflege und Seniorenheim. Mit Telemedizin oder Online-Einkauf und -Austausch kann die Digitalisierung zu guter Lebensqualität beitragen.

Den Modebegriff „Überalterung“ verwünschte die SPD-Politikerin sehr versiert: „Dass wir alle länger leben, ist doch etwas total Schönes.“ Ihr Ideal ist ein „Zusammenland“, in dem jede und jeder vor Ort Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt übernimmt.

Die Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Straßenhaus, Angela Keul-Göbel, nannte in ihrer Tischrede konkret, was es auf dem Land mehr braucht: Niederflurbusse, auch nachmittags und am Wochenende, Bäcker, Friseur, Post, Arzt und soziale Treffpunkte. Denn die meisten Menschen wollten eben so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. „Wir sind alle soziale Wesen und brauchen diese Ansprache.“

Mit dem Besuchsdienst wie rund um Straßenhaus tue die Evangelische Kirche viel für Hochbetagte, fasste Renate Schäning als dritte Rednerin zusammen. Die Diakoniepfarrerin erinnerte, dass sich schon Jesus mit den Alten der Bibel, Abraham und Sara, solidarisiert habe. „Aber wir brauchen mehr Ideen als den Besuchsdienst. Wir brauchen einen Plan B für den Fall, dass wir nicht alle glücklich bis ins hohe Alter zu Hause leben. Wer übernimmt wie den Pflegedienst, wenn wir pflegebedürftig werden?“ Schäning appellierte, dass sich darüber jeder der Gäste Gedanken machen müsse.

Zwischen den Reden servierten Ehrenamtliche der Evangelischen Gemeinde Oberhonnefeld Wein und ein Menü aus der Kantine des Martin-Butzer-Gymnasiums Dierdorf. Untermalt von Musik (am Flügel: Valentina Leinweber) hatten die 65 Teilnehmer so Gelegenheit, die Fragen und Thesen in kleiner Runde zu diskutieren.

Mit der Veranstaltungsreihe Luthermahle hat das Diakonische Werk Neuwied Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu einem Thema gesellig zusammengebracht. Die Luthermahle sind der Diakonie-Beitrag zum Reformationsjubiläum an Rhein und Wied: Ganz im Sinn Martin Luthers kann das Volk sich dabei gegenseitig „aufs Maul schauen“.

Gruppenfoto mit Damen (von links): der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf, Hans-Werner Breithausen, der Oberhonnefelder Pfarrer Andreas Beck, Sozialstation-Geschäftsführerin Angela Keul-Göbel, Diakoniepfarrerin Renate Schäning, Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Landrat Rainer Kaul und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach, Volker Mendel.

Gruppenfoto mit Damen (von links): der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf, Hans-Werner Breithausen, der Oberhonnefelder Pfarrer Andreas Beck, Sozialstation-Geschäftsführerin Angela Keul-Göbel, Diakoniepfarrerin Renate Schäning, Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Landrat Rainer Kaul und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach, Volker Mendel. Foto: Dorothea Mueth

Zusammen am Tisch (von links): Synodalassessor Detlef Kowalski, Landrat Rainer Kaul, Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Puderbach, Volker Mendel, und Diakonie-Geschäftsführerin Renate Schäning.Fotos: Dorothea Mueth Foto: Dorothea Mueth

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Schulze Klima -Image
Anzeige Uhren Vintage
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
SB Wahlen
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement
100 Jahre Eifelverein Dernau
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
44

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
34

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
10

Spezialeinsatzkräfte überwältigen randalierende Frau

01.05.: Kreis Euskirchen: 65-Jährige greift Polizisten mit Messer an

Zülpich. In der Nacht zum Freitag (1. Mai) um 1.47 Uhr erhielt die Polizei Euskirchen einen Notruf wegen einer randalierenden Frau in einem Mehrfamilienhaus in der Bachstraße. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte griff die Frau die Polizeibeamten mit einem Messer an. Die Beamten blieben unverletzt.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Dauerauftrag
Essen auf Rädern
Rund ums Haus
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Industriemechaniker
Erzieher
Minijob
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
10 Jahre NoWi Bau
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026