Für das Recht auf Frieden einstehen
Büchel. Zehn Beterinnen und Beter versammelten sich auf der Friedenswiese bei Büchel zu einem ökumenischen Gebet für Frieden und nukleare Abrüstung. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der UN-Menschenrechtskonvention, die als Antwort der Vereinten Nationen auf die Barbarei des Nationalsozialismus und die Menschheitsverbrechen des Holocaust gilt, spannte Veronika Rass, Pastoralreferentin im Seelsorgebereich Cochem-Zell, den Bogen von der Präambel der Konvention mit dem Bekenntnis zur Würde des Menschen bis zur expliziten Erklärung des Rechts auf Frieden im Jahr 2016. Der Abwurf der US-amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki gilt als eines der größten Menschheitsverbrechen des 20.
Eine von dem Bonner Holzbildhauer Ralf Knoblauch gestiftete Figur ist Ausdruck der Menschenwürde, die nach jüdisch-christlicher Tradition jedem einzelnen Menschen zukommt, unabhängig von Weltanschauung, Religionszugehörigkeit, Nation, Geschlecht und Orientierung. Rüdiger Lancelle vom Internationalen Versöhnungsbund, Regionalgruppe Zell, ließ es sich nicht nehmen, mit dem „kleinen König“ ein Statement für den Frieden abzugeben.
Das Gebet aus Psalm 8 erinnerte an die Jahrtausende alte Aussage von der Würde des Menschen als Kind Gottes. Der “kleine König“ legt seine Krone zu seinen Füßen auf die Erde - als wolle er sagen: Dieser Erde gebührt alle Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, denn aus der dunklen Erde wächst das Neue wie aus dem Mutterschoß. Adventliche Lieder, die Maria als Mutter des Erlösers besingen, erklangen auf der Friedenswiese.
Beate Engelke vom Internationalen Versöhnungsbund, Regionalgruppe Cochem-Zell, rezitierte Worte aus dem Gebet der Vereinten Nationen: “Wir sind alle Kinder dieser Erde. (...). Gib uns den gemeinsamen Glauben, dass der Mensch Brot und Frieden kennt - dass er Recht und Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit, gleiche Chancen und gleiche Möglichkeiten hat, sein Bestes zu geben, nicht nur in unseren Heimatländern, sondern in der ganzen Welt“. Vertreter aller Weltreligionen unterstützen die Ächtung von Atomwaffen. Die Atombombe gilt ihnen als das Böse schlechthin.
In der Adventszeit warten die Menschen sehnsüchtig auf das rettende, befreiende, erlösende Wort, wie wir es im Vaterunser erbitten: „... erlöse uns von dem Bösen“, damit Frieden werde, so Ursula Bremm-Gerhards, Pax Christi im Bistum Trier. Auch aus dem Bösesten kann Gutes entstehen, und dazu braucht es Menschen, die sich alles zum Besten dienen lassen, so ein Wort von Dietrich Bonhoeffer. Dr. Hildegard Slabik-Münter von der Friedensgruppe Daun rief dazu auf, einen Appell der IPPNW zur Beendigung der Kriegshandlungen im Nahen Osten zu unterzeichnen.
Einen Tag später lud der Holzbildhauer Ralf Knoblauch zu einer Kundgebung für Menschenrechte nach Köln ein. Aus ganz Deutschland kamen Menschen zusammen, um an ihrem jeweiligen Ort für Menschenwürde und Menschenrechte einzutreten. BA
