Allgemeine Berichte | 29.09.2025

Für eine friedliche Koexistenz von Religionen

V.li. Vorsitzender der türkisch-islam. Gemeinde Bullay Fikret Akin, Imam Canli - türkisch-islam. Gemeinde Bullay - Vorstandsmitglieder der türk.-islam. Gemeinde Bullay - Erster Beigeordneter des Kreises Cochem-Zell Hans-Jürgen Mons - Ulla Schädler, Bullay - Veronika Raß Pastoralreferentin - Christoph Kappes Schädler, Bullay - Ulrich Britten, Bistum Trier - Abram Abiyev, Vostand Jüdische Gemeinde Koblenz - Dr. Simonis, jüdische Gemeinde Koblenz - Pfarrer Thomas Werner, Evang. Kirche Zell Bad Bertrich, Blankenrath - Hüseyin Akin.  Fotos: Sandra Werner

Kreis Cochem-Zell. Ein Zeichen für die friedliche Koexistenz von Religionen setzen die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum, Islam in Cochem-Zell anlässlich der Interkulturellen Woche 2025.

Der Einladung zum Gebet der Religionen folgten gläubige Christen katholischer, evangelischer und orthodoxer Kirchen, sowie Mitglieder der muslimischen Gemeinde Bullay und sowie der jüdischen Gemeinde Koblenz an. Dafür! Lautete das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche, zu der seit 50 Jahren die großen christlichen Kirchen aufrufen.

So begrüßte für die gastgebende katholische Kirche Ulrich Britten, Bistum Trier, namentlich Abram Abiyev, Vorbeter und Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinden Koblenz, und Dr. Simonis, sowie Imam Nugman Canli und den Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde Fikret Akin, und er lud dazu ein, sich klar und deutlich für ein Füreinander auszusprechen. Für Begegnungen, für ein Kennenlernen, für Gespräch, für den Zusammenhalt. Kirchen und Religionsgemeinschaften machen sich seit vielen Jahrzehnten stark für ein friedliches nachbarschaftliches Zusammenleben von Menschen. Ulrich Britten ließ diejenigen in den katholischen und evangelischen Gemeinden, die sich bereits seit Jahrzehnten einsetzen für ein gutes Miteinander: Charlie Schmidt, Pastor Paul Diederichs, Rüdiger Lancelle, nicht unerwähnt.

Hans-Joachim Mons, Erster Beigeordneter des Kreises Cochem-Zell, ließ es sich nicht nehmen, zu grüßen. Er nannte den Frieden als das Ziel, das alle miteinander verbindet.

Beim Gebet der Religionen spricht eine Religion nach der anderen ein Gebet, während die jeweils anderen eingeladen sind, zuzuhören.

Für die Kirchen sprach Pfarrer Thomas Werner Fürbitten für die Bewahrung der Schöpfung. In den Fürbitten trägt man die Not der Welt zu Gott. Fürbitte heißt Einstehen der Betenden für andere Menschen vor Gott. Um der Wahrhaftigkeit willen kann nur für andere beten, wer zugleich bereit ist, das in seinen eigenen Kräften Stehende für die Betreffenden zu tun.Die Fürbitten stellen somit eine Verbindung her zwischen Leben und Gottesdienst.

Pastoralreferentin Veronika Raß lud Christen ein, das Gebet, das Jesus gelehrt hat, gemeinsam zu sprechen. Schon in unseren Tagen soll sich der Friede ausbreiten, den Jesus den Seinen zugesprochen hat, betonte Veronika Raß. Friede sei ein Geschenk aus der Zukunft, in der der Frieden nie enden wird. Denn noch erleben und erleiden wir täglich Unfrieden. Aber schon jetzt lebt die Zuversicht auf das letzte und endgültige Kommen Jesu und seinen Frieden auf. Der christliche Gesang zum Lobe Gottes wurde begleitet von Ulla Schädler und Christoph Kappes-Schädler, Bullay, die auch die den musikalischen Rahmen instrumentell sorgten.

Für die muslimische Gemeinde rezitierte Imam Canli aus der Sure 5,2 des Koran. Hüseyin Akin übersetzte und erklärte, dass man trotz aller Unterschiede in einem Punkt zusammenkommt: „Wir sind dafür, dass Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in dieser Welt mehr Raum finden. Wahrer Friede, der Menschen verbindet, kann nur entstehen, wenn wir die Würde jedes Menschen achten – unabhängig von Herkunft, Religion oder Konfession. Und er erklärte: „Wir sind dafür, dass das Verbindende stärker ist als das Trennende. – Wir sind dafür, dass Gerechtigkeit und Barmherzigkeit unser Handeln bestimmen. – Wir sind dafür, dass Frieden unser aller Zukunft prägt.“

Für die jüdische Gemeinde trug Vorbeter Abram Abiyev Palm 130 vor. Er ließ ein hebräisches Lied ertönen, für das es 30 Melodien gibt, wie Dr. Simonis erläuterte. Dr. Simonis ging auf das jüdische Versöhnungsfest Jom Kippur ein, das höchste jüdische Fest, das in diesem Jahr am 1. und 2. Oktober gefeiert wird. Zusammen mit dem zehn Tage zuvor stattfindenden Neujahrsfest Rosch-ha-Schana bildet Jom Kippur den Höhepunkt und Abschluss der zehn Tage der Reue und Umkehr. Sinn von Jom Kippur ist es, in sich zu gehen und die eigene Lebensweise kritisch zu betrachten. Dadurch soll die eigene Lebensweise für die Zukunft verbessert werden. Die Bedeutung „Versöhnungstag“ hat den Hintergrund, dass alle Gläubigen sich an Jom Kippur mit Gott und den Mitmenschen versöhnen sollen.

Die Offenheit gegenüber einem fremden Menschen oder einer anderen Kultur mit ihrer Religion ist umso wichtiger für das friedliche Zusammenleben.

Das Wissen um den je anderen, das zu einer Reflexion des Eigenen anregt, Empathie und eine Fähigkeit den anderen zu verstehen und Gegensätze miteinander auszuhalten fördern ein friedliches Zusammenleben.

So nahmen die Teilnehmende die Einladung zur anschließenden Begegnung und zum Gespräch bei Kaffee und Tee, mit süßem und herzhaftem Gebäck an, das Frauen von der Initiative Moselkrampen und von „Kaffee und Tee“ Bullay zubereitet hatten.

Die nächste Einladung sprach der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde zu Bullay aus: am 3. Oktober öffnet die Moschee zu einem Tag der offenen Tür.

Initiative Moselkrampen und Frauen von „Kaffee und Tee“ Bullay im Service beim anschließenden Beisammensein nach dem Gebet der Religionen.

Initiative Moselkrampen und Frauen von „Kaffee und Tee“ Bullay im Service beim anschließenden Beisammensein nach dem Gebet der Religionen.

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