Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V.
Fund aus der Niederzissener Genisa erneut ausgeliehen
Brief des jüdischen Soldaten Doderer Schmul in Berlin
Niederzissen. Vor wenigen Tagen wurde im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung „Staatsbürgerschaften. Frankreich, Polen, Deutschland seit 1789“ eröffnet. Ein interessantes Ausstellungsobjekt ist der vor 12 Jahren vom Dachboden der ehemaligen Synagoge in Niederzissen geborgene Soldatenbrief von 1807, den der damals 19-jährige Doderer Schmul aus Niederzissen in Boulogne-sur-Mer an seine Eltern und seinen Bruder geschrieben hatte. Der Vorsitzende des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins Richard Keuler nahm mit seiner Frau Gisela Reichrath an der Eröffnung der viel beachteten Ausstellung teil. Wie beide berichten, passt dieser Brief hervorragend in das Konzept der Ausstellung. Die hiesigen linksrheinischen Gebiete wurden nämlich 1797 in den französischen Staat eingegliedert. 1802 wurden durch das fortan geltende französische Verwaltungsrecht alle dort lebenden Juden gleichberechtigte französische Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten, auch denen des Militärdienstes. „Die Ausleihe dieses wertvollen historischen Dokumentes nach Berlin aus der zurzeit noch laufenden Ausstellung „In die Weite“ im Kolumba in Köln, war eine richtige Entscheidung“, so Richard Keuler gegenüber unserer Zeitung. Die Berliner Anfrage zeuge einmal mehr von der Wertschätzung der Arbeit zur Bewahrung des einzigartigen kulturellen Erbes durch den Kultur- und Heimatvereins, sowie den Förderverein Kulturgut ehemalige Synagoge Niederzissen. Er empfiehlt, den Besuch der Ausstellung bei einer Berlintour unbedingt einzuplanen. Sie läuft bis zum 15. Januar 2023.
