Der Heimatverein Rheinbreitbach hatte zur 6. Krippenfeier ins Heimatmuseum eingeladen
Gäste stimmten sich besinnlich auf das Fest der Feste ein
Rheinbreitbach. Nicht in erster Linie der verführerische Duft von Glühwein und Plätzchen, der in dem zwischen der Schusterwerkstatt und dem Blauen Salon gelegenen Empfangsraum des Rheinbreitbacher Heimatmuseums vorweihnachtliche Stimmung verbreitete, hatte zahlreiche Gäste in den ehemaligen Winzerhof an der Hauptstraße gelockt. Grund für den Besuch war vielmehr die Krippenfeier, zu welcher der Heimatverein um Dankward Heinrich und Heike Riznar bereits zum sechsten Mal eingeladen hatte. Begrüßen konnten die beiden Vorsitzenden neben vielen Vorstandsmitgliedern unter anderem auch Ortsbürgermeister Wolfgang Gisevius, Verbandsbürgermeister Karsten Fehr und den Ehrenvorsitzenden Franz-Josef Federhen, sowie Maria Hamacher, die Ehefrau von Dankward Heinrichs Vorgänger.
„Bernd Hamacher hat im Frühjahr 2010 die alten Krippenfiguren gekauft, die Pfarrer Alfred Ermert wahrscheinlich schon zu Beginn seiner Amtszeit Mitte der 20-er Jahre für die Kirchengemeinde Sankt Maria Magdalena erworben hatte“, erinnerte Heike Riznar. Nach Ansicht einiger Rheinbreitbacher sei die Krippe unmittelbar nach dem Erweiterungsbau der Pfarrkirche, für den Mitte der 60-er Jahre sogar der alte Friedhof eingeebnet hatte weichen müssen, durch eine neue ersetzt und in den Schuppen der Leonardus-Kapelle des Ortes verbannt worden, bis sie der Küster Andreas Scherkamp wiederentdeckt und den Figuren ein neues farbigeres Aussehen verpasst hatte. Aus ihrem dortigen, Jahrzehnte langen Schattendasein hatte sie dann aber Bernd Hamacher erlöst, so dass Martin Becker die schönen Figuren vor sechs Jahren im letzten Raum der Wirtschaftsgebäude, dem alten Pferdestall, rechtzeitig vor dem heiligen Abend zur Krippenfeier habe aufbauen können.
„Die Älteren von Ihnen werden sich bestimmt noch daran erinnern, dass früher der Hochaltar der Pfarrkirche an Weihnachten immer zu einem riesigen Felsen umgebaut wurde, an den sich dann dieser kleine Stall hier mit der Heiligen Familie anlehnte“, so Franz-Josef Federhen. Über die mit dickem Moos ausgelegten Stufen des Altarraums hätte sich zunächst die Hirten mit ihren Schafen der Krippe mit der Christuskind genähert. Im Pferdestall hatten sich sogar schon die Heiligen Drei Könige, Melchior, Kaspar und Balthasar, über den mit Stroh bedeckten Lehmboden aufgemacht, um den König der Könige anzubeten. Von dessen Geburt zeugte der Stern von Bethlehem über dem kleinen Stall, in dem Ochs und Esel der Heiligen Familie Asyl gewährten.
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“, schmetterten die Teilnehmer an der Krippenfeier textsicher im ehemaligen Pferdestall, bevor sie das „Blümlein so kleine“ besangen, das nach dem bekannten Weihnachtslied als Ros‘ aus einer Wurzel zart entsprungen ist. Nachdem das 400. Mitglied des Vereins, Edith Knopp, dann auch das letzte „Nachzügler-Schaft“ vor der Krippe platziert hatte, zog die Festgesellschaft zurück in den Empfangsraum und den Blauen Salon. Zu dem von Museumsgärtner Philipp Messingfeld gebrauten Glühwein, zu Printen, Lebkuchen und Stollen versicherten sie sich dort, dass die Glocken süßer „nie klingen, als zu der Weihnachtszeit“, bevor sie sich nach ausgiebiger Feier abschließend mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschten.
DL
