ADFC Bonn/Rhein-Sieg
Gedenken an tödlich verunglückten Radfahrer
Fahrrad-Club macht Vorschläge zur Entschärfung des Goldbergweges
Bonn. In stillem Gedenken haben Mitglieder des ADFC an den kürzlich tödlich verunglückten Radfahrer erinnert. Der 50-Jährige war auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle auf dem Goldbergweg in Höhe der Einmündung des Marienforster Steinweges mit dem Fahrrad gestürzt und unter einen abbiegenden Linienbus gerutscht. „Wir sind erschüttert und sehr traurig“, sagte die ADFC-Vorsitzende Annette Quaedvlieg. „Hier sind verschiedene tragische Umstände zusammengekommen, die einen Mitmenschen plötzlich aus unserer Mitte gerissen haben.“ Tief bewegt erinnerte auch Gerhard Lemm an den Verstorbenen, der sein Arbeitskollege war. Gerhard Lemm ist Planungssprecher des ADFC Godesberg: „Es ist unfassbar, wie ein lieber Kollege, der eben noch im Nachbarzimmer gearbeitet hat, nun für immer gegangen ist.“ ADFC-Vorsitzende Annette Quaedvlieg erinnerte auch an den Busfahrer, der bei dem Unfall einen Schock erlitten hat. „Er wird diese schreckliche Situation immer wieder vor seinem inneren Auge erleben.“
Zur Schuldfrage äußerte sich der ADFC bewusst nicht. Annette Quaedvlieg und Gerhard Lemm appellierten aber an alle Beteiligten, insbesondere an die ermittelnde Polizei und die Stadtwerke, den Unfallhergang besonnen zu rekonstruieren. Frühe Schuldzuweisungen oder gar Schlussfolgerungen über die Unfallursache seien am Tag des Unfalls nicht angebracht gewesen. Beamte hatten noch am Unfalltag gegenüber Medienvertretern offenbar angedeutet, dass eine zu hohe Geschwindigkeit des Radfahrers auf nasser Fahrbahn die Ursache des Unfalls gewesen sei. Fotos und Filmaufnahmen von der Unfallstelle lassen aber auch die Vermutung zu, dass der Bus auf die Gegenfahrbahn ausgeschert ist, um vom Goldbergweg nach rechts in den schmalen Marienforster Steinweg einzubiegen. Dieser Weg ist für Schwerlastverkehr gesperrt, wird aber derzeit von den Stadtwerken als Ausweichstrecke befahren.
Nach Beobachtungen des ADFC Bad Godesberg schwenkt ein Teil der Busfahrer vor dem Abbiegen auf die Gegenfahrbahn, um die Kurve besser fahren zu können. Unabhängig, ob dies mit dem Unfall zu tun hat, schlägt der ADFC vor, die Eignung der Ausweichstrecke kritisch zu überprüfen. Denn der Gegenverkehr auf dem Goldbergweg ist in der Regel durch das Gefälle relativ zügig unterwegs, sodass es immer wieder zu gefährlichen Situationen beim Abbiegen kommen kann. Aus diesem Grund schlägt der ADFC zudem die Einführung von Tempo 30 auf dem Goldbergweg bergab im gesamten Kurvenbereich bis hinter der Einmündung Elisabethstraße vor. Sinnvoll wäre auch das Verbot des Linksabbiegens bergab vom Goldbergweg (aus Richtung Heiderhof) in den Marienforster Steinweg.
Ebenfalls zu gefährlichen Situationen kommt es durch Linksabbieger vom Marienforster Steinweg bergab in den Goldbergweg. Auch hier wäre die Einführung eines Abbiegeverbots nach links zu prüfen.
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