Allgemeine Berichte | 27.01.2017, 14:01 Uhr

Raiffeisenbank Voreifel eG veröffentlicht erstmals Bilanz

Gemeinsam erstmals die Milliardengrenze übersprungen

Jahresgewinn leicht unter dem Vorjahresergebnis wegen der Einmalkosten in Zusammenhang mit der Fusion

Auf ein erfolgreiches erstes Jahr blickt der Vorstand der Raiffeisenbank Voreifel IG zurück, die aus der Fusion der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachberg eG hervorging (v. l.): Heiko Ulrich, Burkhard Kraus und Mathias Lutz.  JOST
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Grafschaft. Ebenso ereignis- wie erfolgreich war das Jahr 2016 für die Raiffeisenbank Voreifel eG, die im vergangenen Jahr aus der Fusion der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel und der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachberg hervorgegangen war. Bei der ersten Bilanzpressekonferenz des neuen Kreditinstituts präsentierten die Vorstandsmitglieder Burkhard Kraus, Mathias Lutz und Heiko Ulrich erstmals ihre gemeinsamen Zahlen. Die Bilanzsumme überstieg zum ersten Mal die Milliardengrenze mit 1,046 Milliarden Euro. Der Jahresgewinn liege wohl leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres, als man gemeinsam 2,9 Millionen Euro erwirtschaftet hatte, so Vorstandssprecher Burkhard Kraus.

Das sei in erster Linie den Einmalkosten geschuldet, die im Zusammenhang mit der Fusion angefallen seien und die sich auf mehrere Hunderttausend Euro summierten. Die mittelfristigen Synergie-Effekte seien jedoch weitaus höher, glaubt Kraus. Welche Dividende der Vertreterversammlung am 20. Juni vorgeschlagen werde, sei noch nicht entschieden. Während die Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel bislang sechs Prozent ausgeschüttet hatte, begnügte sich die Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg mit fünf Prozent. „Es wird auf jeden Fall eine Dividende geben, nur über die Höhe müssen wir noch nachdenken“, bat Kraus um Verständnis.

Zuwächse in praktisch allen Bereichen

Erfreulicherweise weise die Bilanz in praktisch allen Bereichen Zuwächse aus. So seien die Kundeneinlagen um 16 Millionen Euro auf 812 Millionen Euro gestiegen. Zusammen mit den Geldanlagen im genossenschaftlichen Finanzverbund betreue die Bank ein Einlagenvolumen von über 1,3 Milliarden Euro und damit drei Prozent mehr als die beiden „alten“ Banken zusammen, so Mathias Lutz. „Wir leben in einer Region, in der es den meisten Leuten gut geht, und diese Leute vertrauen uns gerne ihr Geld an“, zeigte er sich auch für die Zukunft optimistisch.

Das Kreditvolumen stieg um 13 Millionen Euro auf 880 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die Entwicklung im Bereich der Baufinanzierung sowie die anhaltende Niedrigzinsphase. Kraus sieht für die nächsten Jahre ein leichtes Anziehen der Zinsen. Aber nicht nur die Baufinanzierung erlebe einen Boom, auch Kredite für Existenzgründungen und für die Landwirtschaft seien gefragt.

Verantwortung für die Region und die Menschen

Die drei Vorstandsmitglieder zeigten sich alles in allem mit dem Ergebnis 2016 zufrieden. Dabei nehme die Bank ihre Verantwortung für die Region und die hier lebenden Menschen sehr ernst und schaffe in der Region Arbeits- und Ausbildungsplätze und damit Kaufkraft. Die fusionierte Bank mit einer Bilanzsumme von gut einer Milliarde Euro beschäftige derzeit 238 Mitarbeiter, darunter 21 Auszubildende, und zähle stolze 31.155 Mitglieder.

Im Zusammenhang mit der Fusion werde es auch künftig keine betriebsbedingten Entlassungen geben, versprach der Vorstand. Allerdings würden frei werdende Stellen vorerst nur intern vergeben, zumal einige Stellen nach der Fusion doppelt besetzt seien. Das ziehe sich durch alle Ebenen, angefangen beim Vorstand, wo die Stelle des in den Ruhestand gegangenen Ernst Bugl nicht mehr besetzt werde. Kraus rechnet damit, dass die Zahl der Mitarbeiter bis 2019 durch „natürliche Fluktuation“ um etwa 15 abnehmen werde. Dennoch sollen auch 2017 wieder sechs junge Menschen die Ausbildung bei der regionalen Genossenschaftsbank beginnen. „Zudem sind wir einer der größten Gewerbesteuerzahler der Region und haben auch in diesem Jahr Spenden und Aufwendungen in einem Gesamtwert von mehr als 160.000 Euro an Vereine und Institutionen der Region verteilt“, ergänzte Ulrich.

Regionalität, Vertrauen und Sicherheit werden geschätzt

Dass die Werte Regionalität, Vertrauen und Sicherheit, auf denen das Geschäftsmodell und die Leitlinien der Volks- und Raiffeisenbanken basieren, von ihren Kunden besonders geschätzt werden, dokumentiert sich in der positiven Entwicklung. Die sicherheitsorientierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftspolitik mit der positiven Ertragslage erweist sich erneut als krisenfest und nachhaltig. „Bei uns steht die ganzheitliche und nachhaltige Beratung im Vordergrund“, betont Mathias Lutz.

Der Vorstand schaut stolz auf die Fusion 2016 zurück. „Ein großer Dank geht an dieser Stelle an unsere Mitglieder und Kunden, aber besonderer Dank an unsere Mitarbeiter, die mit viel Engagement und Unterstützung die Fusion möglich gemacht haben. Wir sind zufrieden, denn wir haben zusammen 2016 viel erreicht. Nach dem überwältigenden Abstimmungsergebnis in der Vertreterversammlung und der technischen Fusion in der Folge haben wir durchaus komplexe Themen- und Fragestellungen lösen können. Auch für 2017 nehmen wir nun die Herausforderungen an und freuen uns auf die gemeinsame Marktbearbeitung,“ so Lutz.

Nach der Fusion weiter zusammenwachsen

„2017 sollen beide Banken nach der Fusion weiter zusammenwachsen“, betonte Kraus. Dabei wolle man nicht nur der Verantwortung gegenüber den Mitgliedern und Kunden gerecht werden. Auch die wirtschaftliche Förderung des Umfelds, die Mitgestaltung und Verpflichtung gegenüber der Region liege der Bank am Herzen. In den kommenden Jahren werde die Digitalisierung des Bankgeschäfts Thema und Chance zugleich sein. „Ob Online-Banking über PC, Tablet oder Smartphone, Videoberatung oder persönlich in der Filiale – wir möchten und werden unseren Kunden diese Dienstleistungen und Kommunikationswege in Zukunft bereitstellen“, erläuterte Lutz. Auf die veränderten Kundenwünsche werde die Raiffeisenbank Voreifel eG gerne eingehen und biete ihren Kunden auf allen Kanälen eine Kontaktmöglichkeit mit Ihrer Bank. JOST

Auf ein erfolgreiches erstes Jahr blickt der Vorstand der Raiffeisenbank Voreifel IG zurück, die aus der Fusion der Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG mit der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachberg eG hervorging (v. l.): Heiko Ulrich, Burkhard Kraus und Mathias Lutz. Foto: JOST Foto: Volker Jost

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