Unkeler Sternsinger brachten Gottes Segen zu den Bürgern der Altstadt, von Heister und Scheuren
Gemeinsam für Gottes Schöpfung
Außerdem sammelten die königlichen Nachfahren für Umweltprojekte in Kenia und das Waisenhaus in Jérémie/Haiti
Unkel. Einen Tag vor Epiphanias, dem Fest der „Erscheinung des Herrn“ waren die Hirten von der Krippe, die vor dem Marienaltar im südlichen Seitenschiff von Sankt Pantaleon aufgebaut war, schon längst wieder bei ihrer Herde auf dem Feld. Dafür hatte er große Stern die Heiligen Drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar, nach Bethlehem zum Stall geführt, wo sie dem „neugeborenen König der Juden“ Gold, Myrrhe und Weihrauch darboten. Außerdem war auch über 20 ihrer „Nachfolger“, königlich gekleidete Sternsinger in der Unkeler Hallenkirche zusammengekommen, um sich nach der Aussendefeier auf den Weg zu machen, in allen drei Stadtteilen Gottes Segen und die Botschaft von der Menschgewordenen Liebe Gottes in die Häuser zu bringen und gleichzeitig Spenden zu sammeln. „Freu dich Erde und Sternenzelt, Gottes Sohn kommt in die Welt“, sangen sie zusammen mit Gemeindereferentin Rita Cosler, die sich freute, so viele königlich Spendensammler mit ihren erwachsenen Begleitern begrüßen zu können. „Wir unterstützen dieses Jahr wieder zwei Länder, Kenia und Haiti, die besonders unter der Klimaveränderung zu leiden haben“, erinnerte sie an das Motto „Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“. Unter diesem Leitwort stehe 2017 die Sternsingeraktion und stelle so das Thema des verantwortungsvollen Umgangs mit Gottes Schöpfung in den Mittelpunkt. Der auf der Insel Hispaniola in den großen Antillen gelegene Inselstaat, der den westlichen Teil der Karibikinsel einnimmt, habe wegen der Meereserwärmung besonders unter starken Wirbelstürmen zu leiden. „Diese spülen nicht nur mit ihren extremen Regengüssen den fruchtbaren Boden ins Meer, sondern zerstören auch Dörfer und Straßen“, erklärte sie den Sternsingern. Zwar habe die Pfarrgemeinde, die schon seit 2005 das Kinderheim „Orphelinat Notre-Dame du Perpétuel Secours de Jérémie“ von Pater Gary regelmäßig unterstützt, in dem mehrere verwitwete Tagesmütter drei- bis siebenjährige verwaiste Kinder betreuen, ihnen ein Zuhause geben und für die Möglichkeit sorgen, zur Schule zu gehen, erfahren, dass Kinder und Betreuer trotz des verheerenden Cyclons Matthieu im Oktober unversehrt geblieben seien. „Die Unterkünfte sind allerdings stark beschädigt, wenn nicht gar ganz zerstört worden“, berichtete Rita Cosler. Völlig anders gelagert seien die Probleme in Turkana, der nordwestlichsten Region Kenias, in der es wegen des Klimawandels schon seit Jahren kaum noch regne, so die Gemeindereferentin. Auf der Suche nach Wasser und immer rarer werdenden Weideplätzen seien die Männer mit ihren Herden oft wochenlang unterwegs und würden sich mehr und mehr von ihren Familien entfernen. Die Frauen blieben mit den Kindern und den älteren Menschen in den Dörfern zurück, müsste für den Haushalt, die tägliche Wasser- und Lebensmittelversorgung und für die Erziehung sorgen. „Nicht nur, dass die Menschen dort aus weit entfernten Brunnen, Wasser holen müssen, wobei etwa eine sechsköpfige Familie mit 40 Liter pro Tag auskommen muss, während wir hier pro Person 130 Liter Wasser verbrauchen. Auch das Wasser des Turkanasees verdunstet immer mehr, sodass er zunehmend versalzt und angesichts des sinkenden Wasserspiegels immer weniger Fische in ihm leben, die zudem immer kleiner werden“, berichtete Rita Cosler. Nachdem das Lied „Seht Ihr unsern Stern dort stehen, helles Licht in dunkler Nacht“ verklungen war, segnet sie die großen Sterne, die Kreide, mit der der Segensspruch „20 C+M+B 17“, Christus mansionem benedicat, die Türen geschrieben wird, und den Weihrauch. Dann erhielten auch die königlichen Sänger am Altar den Segen, um von diesem zur Krippe zu ziehen, hatte auch ihnen der „Stern über Bethlehem“ den Weg dorthin gewiesen.
DL
