Allgemeine Berichte | 01.02.2024

Landkreise Neuwied und Altenkirchen sowie die Verbandsgemeinden Puderbach und Altenkirchen-Flammersfeld arbeiten seit 2004 zusammen an der Renaturierung

Gemeinsam für ein „offenes“ Grenzbachtal

Eine Forstmulcherraupe beseitigte im Rahmen der Offenhaltung „unerwünschte“ Brombeeren und junge Gehölze.  Foto: Christian Heidtmann / Kreisverwaltung Altenkirchen

Kreis Neuwied. Wo rohe Kräfte sinnvoll walten: So lässt sich der Einsatz einer Forstmulcherraupe beschreiben, der dieser Tage im Grenzbachtal ganze Arbeit geleistet hat. Ausgerechnet im Naturpark Rhein-Westerwald wurde hier eine Art „Kahlschlag“ betrieben – so würde es der Laie sehen. Vielmehr aber hat der Mulcher einen wertvollen ökologischen Beitrag im Rahmen des dort praktizierten Naturschutzprojekts geliefert. Und ganz nebenbei noch einigen ansonsten sehr zuverlässigen Rindern die Arbeit erleichtert.

Doch der Reihe nach: Die Landkreise Neuwied und Altenkirchen sowie die Verbandsgemeinden Puderbach und Altenkirchen-Flammersfeld arbeiten seit 2004 gemeinsam an der Renaturierung des Grenzbachtals. Seinerzeit wurden entsprechende Landesmittel für die Freistellung des Tales bewilligt. Mithilfe von robusten Rinderrassen wird hier im Grenzgebiet der beiden Landkreise ein landesweit bedeutsamer Ansatz zur Offenhaltung extensiv genutzter Wiesentäler umgesetzt. Mit ca. 43 Hektar umfasst das Beweidungsprojekt deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Tals.

Die Landschaft des Grenzbachtals ist einst durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung entstanden. Diese traditionelle Nutzungsform wurde aus wirtschaftlichen Gründen oftmals aufgegeben und durch Aufforstung nicht standortangepasster Baumarten (insbesondere Fichten) ersetzt. Mit dem Projekt wird in der Praxis „Naturschutz durch Nutzung“ betrieben.

„Die Beweidung mit Rindern bestimmt in hohem Maß den naturschutzfachlichen Wert dieser Flächen, insbesondere als Lebensraum für bedrohte und hochangepasste Arten des Grünlands“, erläutert Christian Heidtmann von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen, die gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Neuwied das Projekt begleitet. Die Rinder halten das Wiesenbachtal offen, sodass sich die Auenlandschaft eines typischen Mittelgebirgsbachs im Westerwald entwickeln kann. Dafür wurden zu Beginn auf rund 18 Hektar Fichten gefällt.

Nun sind Rinder keine programmierbaren Mähroboter, soll heißen: Manche Flächen wurden weniger „bearbeitet“ als andere. In der Folge etablierten sich dort vermehrt Brombeeren und der Jungwuchs von Gehölzen. Ab einem gewissen Entwicklungsstadium werden diese nicht mehr von den Weidetieren verbissen. Und genau hier kam dann der Forstmulcher ins Spiel: In Abstimmung mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) und den Unteren Naturschutzbehörden finanzierte der Naturpark Rhein-Westerwald e.V. mit rund 10.000 Euro an Landesmitteln die mechanische Offenhaltung.

Dabei ist es eigentlich wesentlich spannender, die tierischen Landschaftspfleger der Rassen „Rotes Höhenvieh“ und „Heckrind“ (Rückzüchtung des Auerochsen) bei der Arbeit zu beobachten. Viele Wanderwege führen in und durch das schöne Grenzbachtal, darunter der „Wied-Wanderweg“ und der „Westerwald-Steig“. Und mit etwas Glück lassen sich für den Wanderer und Naturfreund auch Schwarzstorch oder Eisvogel bei der Nahrungssuche in freier Natur blicken.

Pressemitteilung des

Kreis Neuwied

Rinder als Landschaftspfleger: Im Grenzbachtal sorgen die tierischen Helfer für praktischen Naturschutz.  Foto: Heinrichtshof

Rinder als Landschaftspfleger: Im Grenzbachtal sorgen die tierischen Helfer für praktischen Naturschutz. Foto: Heinrichtshof

Eine Forstmulcherraupe beseitigte im Rahmen der Offenhaltung „unerwünschte“ Brombeeren und junge Gehölze. Foto: Christian Heidtmann / Kreisverwaltung Altenkirchen

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige - Ostern
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
51

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
1

Gesprächs-Café für Trauernde in Rheinbach am 13. April

Mit der Trauer nicht allein

Rheinbach. Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist schwer zu ertragen. Viele fühlen sich in dieser Zeit hilflos und alleingelassen.

Weiterlesen

Trainingslager-Teilnehmer des TV Rheinbach, Foto: Timm Ody/TV RheinbachFoto: privat
1

Leichtathleten des TV Rheinbach in Verden

Leichtathleten des TV Rheinbach in Verden

Rheinbach. Zum bereits vierten Mal ging es für die 38 Leichtathleten aus Rheinbach, Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Euskirchen in die Ferienfreizeit des TV Rheinbach nach Verden (Aller). Mit Schweiß, vor allem aber viel Spaß verbrachten die 10- bis 18-jährigen Kinder und Jugendlichen die 8 Tage in der niedersächsischen Reiterstadt. Begleitet von einem hervorragenden Trainer- und Betreuerteam ging es am 28. März zum Beginn der Osterferien los.

Weiterlesen

Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2299

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Osterangebot
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in