Wachtberger Planungsausschuss tat sich schwer
Geringfügige Vergrößerung mit großen Auswirkungen
Wegen 129 Quadratmetern mehr Verkaufsraum wird die Schwelle zur Großflächigkeit überschritten – Bebauungsplan und Flächennutzungsplan müssen geändert werden
Wachtberg. Von einem „minimalen Eingriff, der mit maximalem Aufwand behandelt werden muss“, sprach Dr. Wolfgang Neusüss (SPD) in der jüngsten Sitzung des Wachtberger Planungs- und Umweltausschusses. Es ging um die Erweiterung des Lebensmitteldiscounters Lidl in der Wachtberger Mitte im Berkum. Dort soll die Verkaufsfläche im Zuge der Geschäftsmodernisierung von bislang 799 um 129 auf 928 Quadratmeter vergrößert werden. Damit wolle man zum einen die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und zum anderen die Einkaufsbedingungen für die Kundschaft verbessern, heißt es in der Antragsbegründung. Allerdings wird damit auch die Schwelle zur Großflächigkeit übersprungen, sodass der Bebauungsplan „Wachtberg Mitte“ sowie der dazugehörige Flächennutzungsplan geändert werden müssen. Der Ausschuss hatte sich nunmehr mit den Stellungnahmen im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zu befassen.
„Wir haben damals so für die Kleinteiligkeit gekämpft, und jetzt sollen wir sie einfach so mir nichts dir nichts aufgeben und in die Großflächigkeit gehen“, schüttelte Helga Frohberg (FDP) den Kopf und kündigte an, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Ähnlich sah es Oliver Henkel (Grüne), der sich aber auch nicht dagegen stellen wollte, weil das Vorhaben aus der Sicht des Antragstellers durchaus sinnvoll sei. Mit Nein oder Enthaltung stimmten auch Thomas Franz (Unser Wachtberg) und Hans-Otto Schacknies (SPD), die Mehrheit segnete die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes ab und beschloss die Offenlage.
Wobei Bernd Düsterdiek (CDU) der Ansicht war, dass es nicht um eine Sortimentserweiterung gehe, wie man vielleicht befürchten könne angesichts einer Verkaufsflächenerweiterung, sondern lediglich um die bessere Präsentation der Ware und um mehr Komfort für den Kunden. „Das Sortiment wird nicht erweitert“, sagte er voraus. Womit er Widerspruch von Henkel erntete, der befürchtete, dass in zwei oder drei Jahren womöglich doch das Sortiment erweitert werde und daher die bessere Präsentationsfähigkeit nur ein vorgeschobenes Argument sei. Allerdings gab Jürgen Kleikamp (CDU) zu verstehen, dass sich am Baukörper selbst überhaupt nichts ändere und der Bürger somit von der Vergrößerung im Innenbereich des Discountermarktes, der dafür eine Lagerfläche „opfere“, überhaupt nichts merke. JOST
