Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Verbandsgemeinde Montabaur wird zur ersten flächendeckenden Gigabitregion in Deutschland

„Glasfaser Montabaur“ baut Internet-Rennstrecken in jedes Haus

Großer Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit

„Glasfaser Montabaur“ baut
Internet-Rennstrecken in jedes Haus

Gemeinsam haben sie das Projekt Glasfaserausbau in der VG Montabaur gestartet (v.l.): Rolf-Peter Scharfe von Vodafone, Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich, Dr. Beate Rickert und Stephan Wehrmann (Geschäftsführer der neu gegründeten Firma Glasfaser Montabaur). Foto: Glasfaser Montabaur GmbH & Co.KG / Olaf Nitz

09.03.2020 - 14:42

Montabaur. Drei starke Partner haben sich zusammengetan, die Menschen im Westerwald mit superschnellen Datenautobahnen zu versorgen: die deutsche Tochter des Telekommunikationsanbieters Vodafone, der französische Infrastrukturinvestor Meridiam und die Verbandsgemeinde Montabaur. Gemeinsam haben sie das neue Unternehmen „Glasfaser Montabaur GmbH & Co. KG“ gegründet, das in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro investieren wird, um alle Häuser in den Orten der Verbandsgemeinde Montabaur mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen auszurüsten.

VG-Montabaur-Bürgermeister Dr. Ulrich Richter-Hopprich sagte im Gespräch mit BLICK aktuell: „Das ist ein unheimlich attraktives Angebot. Die Hausbesitzer sparen dadurch mehrere tausend Euro und der Wert der Immobilien steigt.“ Mit den Glasfaseranschlüssen bis in jedes Haus werden Datengeschwindigkeiten von mindestens 1000 Megabit pro Sekunde im Download erreicht, das sind sogenannte Gigabit-Geschwindigkeiten. Bisher sind maximal 250 Megabit in der Sekunde möglich. Erreicht wird das mit dem Austausch der alten Kupferkabel in den Hausanschlüssen durch Glasfaserleitungen.

Wer jetzt schon in den Genuss von Glasfaser-Geschwindigkeiten kommen wollte, müsste dafür viel Geld bezahlen, weil, so der VG-Bürgermeister, noch keine Glasfaser in jeder Straße liegt, sondern über das kommunale Unternehmen „VGM-net“ nur bis zu den Verteilerkästen in den Ortschaften der Verbandsgemeinde. Die „Glasfaser Montabaur“ übernimmt jetzt die Vollendung der sogenannten „letzten Meile“ bis in die Wohnungen der Häuser auf eigene Kosten. Erforderlich ist dafür allerdings ein Anschlussvertrag für die erste Nutzungsdauer.

Nach der allgemein üblichen Kündigungsdauer können die Bürger ihren Internet- oder Kabel-TV-Anbieter frei wählen. Bis dahin zahlen sie, versichert Dr. Richer-Hopprich gegenüber „BLICK aktuell“, bei Vodafone einen „wettbewerbsfähigen“ Preis. Auch sei jeder frei in der Wahl der gewünschten Datenmenge und -geschwindigkeit. Einen Anschlusszwang gibt es nicht. Wer sich aber jetzt nicht dafür entscheidet, müsste später das Verlegen einer Glasfaserleitung ins Haus selbst organisieren, was laut Bürgermeister „mehrere tausend Euro“ kosten würde.


Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit


Für die Verbandsgemeinde Montabaur mit ihren 24 selbstständigen Ortsgemeinden und der Stadt Montabaur war eine zukunftsfähige Infrastrukturversorgung schon immer der Schlüssel zu hoher Lebensqualität und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, erläuterte der Bürgermeister bei der Vorstellung des Projekts in Montabaur: „Seit der Eröffnung des ICE-Bahnhofs wurden in der Verbandsgemeinde Montabaur zahlreiche Infrastrukturprojekte vorangetrieben, die heute die Grundlage für die gute Gesamtsituation bilden. Hierzu gehört auch das kommunale FTTC-Netz der VGM-net, auch wenn die Glasfaser bis zum Kabelverzweiger nur eine Brückentechnologie war. Umso mehr freue ich mich heute, gemeinsam mit den starken Partnern Meridiam und Vodafone den nächsten ganz entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit unserer Verbandsgemeinde verkünden zu können.“

Dr. Richter-Hopprich hat nach eigenen Angaben bisher nur positive Reaktionen aus der Bevölkerung auf das entstehende Angebot erlebt. Ab dem Herbst dieses Jahres wollen die Verbandsgemeinde bzw. das Unternehmen „Glasfaser Montabaur“ die Menschen in der Verbandsgemeinde in einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne über das Projekt informieren.

Der Großteil der Privathaushalte und Unternehmen in Montabaur kann künftig einen Glasfaseranschluss bis in Wohnung und Büro erhalten. Zusätzlich bringt Vodafone ihr Kabel-Glasfasernetz in der Verbandsgemeinde Montabaur bis Ende 2020 auf Gigabit-Geschwindigkeit. So können weitere 3.300 Haushalte noch in diesem Jahr mit Gigabit-Geschwindigkeit surfen. Für Rolf-Peter Scharfe, verantwortlicher Leiter Glasfaser-Kooperationen bei Vodafone, schreibt die Verbandsgemeinde Montabaur Geschichte: „Die 24 Gemeinden und die Stadt Montabaur gehen jetzt schon flächendeckend ins Gigabit-Zeitalter und sind damit in vielerlei Hinsicht Vorzeigeregion in Deutschland. Erste Haushalte und Unternehmen werden schon in diesem Jahr gigabitschnelle Internet-Anschlüsse buchen können. Dafür setzen wir in der Verbandsgemeinde auf einen einzigartigen Mix aus neuem Glasfasernetz und bestehender Kabelinfrastruktur.“ Perspektivisch wird Vodafone darüber hinaus das Glasfasernetz in der Verbandsgemeinde nutzen, um die eigene Kabel-Glasfaserinfrastruktur noch leistungsfähiger zu machen.

Während Meridiam für die Finanzierung, den Bau und die Unterhaltung des passiven Netzes verantwortlich ist, wird Vodafone das Netz an seine aktive Infrastruktur anbinden, langfristig betreiben und sowohl den Privat- als auch Geschäftskunden das breite Vodafone-Produktportfolio anbieten. Beide Partner bringen somit ihre jeweiligen Stärken in das Projekt ein. Meridiam ist als global agierender Infrastrukturinvestor und -entwickler auf den Bau und den langfristigen Betrieb von Infrastrukturen mit Daseinsvorsorgecharakter in Kooperation mit der öffentlichen Hand spezialisiert, während Vodafone über innovative Festnetz- und TV-Produkte verfügt, die stetig weiterentwickelt werden.


Grundlage für nachfolgende Entwicklungen


Aus Sicht von Meridiam schafft das Vorhaben mit der Investition in die zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur die Grundlage für viele nachfolgende Entwicklungen vor Ort wie zum Beispiel den 5G-Ausbau, autonomes Fahren oder die Realisierung der Energiewende. Stephan Wehrmann, verantwortlich für Meridiam Deutschland und Geschäftsführer der Glasfaser Montabaur, sieht das Vorhaben in Montabaur als Startpunkt für weitere vergleichbare Vorhaben: „Die aufgesetzte Glasfaser-Kooperation gemeinsam mit Vodafone bietet großes Potenzial, auf andere Regionen in Deutschland übertragen zu werden“.

Vodafone wird das Netz aber auch für andere Telekommunikationsunternehmen öffnen und ihnen damit die Möglichkeit einräumen, ihre Produkte vor Ort an die ortsansässigen Endkunden zu vermarkten. „Auf diese Weise sind Anbietervielfalt und Innovation zugunsten der mehr als 40.000 Einwohner der Verbandsgemeinde auch langfristig gesichert“, so Dr. Beate Rickert, Geschäftsführerin der Frankfurter Beratungsgesellschaft KPR Capital GmbH, die das Vorhaben initiiert hat und die ebenfalls als Geschäftsführerin der neuen Gesellschaft die Umsetzung der Ausbaupläne aktiv vorantreibt.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
13.03.2020 23:03 Uhr
Schneider

Super!!! Bin schon sehr gespannt.



Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Erwin Rüddel motiviert zur Teilnahme am bundesweiten Mitmachtag

„Wasser“ ist Thema zum „Tag der kleinen Forscher“

Kreis Neuwied. „Von der Quelle bis ins Meer – Wasser neu entdecken“, lautet das Motto zum diesjährigen bundesweiten Mitmachtag der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. „Die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Bildungsinitiative ist die deutschlandweit größte Initiative für Bildung in Mathematik, Information, Naturwissenschaften und Technik, die sich an Drei- bis Zehnjährige richtet“, teilt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel mit. mehr...

Weitere Berichte

Erwin Rüddel: „Das Land muss den Landbetrieb Mobilität personell stärken“

Umgehung Straßenhaus könnte bereits im Bau sein

Straßenhaus. „Die mit einem großen Plakat an der B 256-Ortsdurchfahrt von Straßenaus deutlich gemachte Forderung des Ortsgemeinderates zur dringlich erforderlichen, unverzichtbaren Fertigstellung der Umgehung bis 2024 ist mehr als berechtigt und wird von mir weiterhin nachdrücklich unterstützt. mehr...

Energietipp der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Wahl von Grundstück und Grundriss

Kreis Neuwied. Mit der Wahl des Grundstücks wird die erste Entscheidung darüber getroffen, wie ein Haus einmal aussehen wird – vor allem, wenn es mit wenig Heizenergie auskommen soll. mehr...

Politik
Agrarpolitischer Austausch mit CDU-Politikern

Land schafft Verbindung Westerwald Taunus e.V.

Agrarpolitischer Austausch mit CDU-Politikern

Waldbreitbach. Am Samstag, 30. Mai 2020 wurde der Vorstand des LSV Westerwald Taunus e.V. (i.Gr.) zu einem Treffen verschiedener Vetreter der CDU auf dem Hofe Eudenbach in Waldbreitbach gebeten. Um dieses Gespräch wurde von Seiten der CDU gebeten. mehr...

Entenküken aus Gully gerettet

Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Vallendar

Entenküken aus Gully gerettet

Vallendar. Vier kleine Entenküken waren in der vergangenen Woche bei einem Familienausflug mit der Mutter auf der Jahnstraße in einen Gully gefallen. Die grüne Stadträtin Leonie Halter hatte auf ihrer Fahrt in die Stadt die Entenfamilie bemerkt und angehalten. mehr...

Neue Aussichtsbank mit Eifelblick

Bündnis 90 / Die Grünen Bendorf

Neue Aussichtsbank mit Eifelblick

Bendorf. Auf der Bendorfer Loh am stark von Wanderern frequentierten Saynsteig hat der Ortsverband Bendorf von B90/Die Grünen jetzt eine Ruhebank mit herrlichem Blick auf das Rheintal und die Vulkankegel des Kreises Mayen-Koblenz aufgestellt. mehr...

Sport
Gemeinsam in die Natur

Nordic-Walking-Angebot des VfL Waldbreitbach

Gemeinsam in die Natur

Waldbreitbach. Durch den veränderten Alltag während der Corona-Pandemie haben viele Menschen die Natur und deren Erholungsqualität (wieder) für sich entdeckt. Nordic-Walking verbindet Ganzkörpertraining mit den Vorteilen von Bewegung an der frischen Luft. mehr...

SV Niederbachem 1947 e.V.

Jahreshauptversammlung

Niederbachem. Der SV Niederbachem 1947 e.V. lädt zur Jahreshauptversammlung 2020 ein. Diese findet am Montag, 15. Juni ab 19 Uhr im Vereinsheim des SV Niederbachem 1947 e.V. statt. Es wird ein neuer Vorstand gewählt. mehr...

Wirtschaft

- Anzeige -evm-Kundenzentren wieder regulär geöffnet

Standorte begrüßen Kunden zu gewohnten Zeiten

Region. Elf der insgesamt 14 Kundenzentren der Energieversorgung Mittelrhein (evm) öffnen wieder zu den gewohnten Zeiten. Die Standorte in Linz und Gerolstein sind weiterhin eingeschränkt geöffnet, Sinzig muss vorerst geschlossen bleiben. mehr...

Lichtblick in der Corona-Krise

- Anzeige -Fitness-Studio der Römer-Thermen wurde wiedereröffnet

Lichtblick in der Corona-Krise

Bad Breisig. Großes Aufatmen bei den Stammgästen des Fitness-Studios in den Römer Thermen: Am 29. Mai öffnete das Fitness-Studio der Römer Thermen wieder seine Tore. mehr...

Beschäftigte im Landkreis Ahrweiler waren im Jahr 2019 seltener krankgeschrieben

Unterdurchschnittlich viele Beschäftigte krank

Kreis Ahrweiler. Die Beschäftigten im Landkreis Ahrweiler waren im Jahr 2019 seltener krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt. Das geht aus Daten der Krankenkasse BARMER hervor. Der Krankenstand in... mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Wollen Sie dieses Jahr Urlaub in der Region machen?

Ja, klar! Ich habe schon gebucht.
Mich zieht es in die Ferne!
Sehr gern, aber ich weiß noch nicht genau, wann und wo...
Nein, ich fahre lieber an die See.
Hier kenne ich doch bereits jeden Winkel!
Ehrlich gesagt: Weiß nicht.
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.