Vortrag im Zehnthaus Swisttal-Odendorf
„Glück auf, Rheinbach!“
Dietmar Pertz berichtete über Rheinbacher Bergbauzeiten
Swisttal-Odendorf. Über die Bergbaugeschichte in Rheinbach sprach auf Einladung des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig der Leiter des Rheinbacher Stadtarchivs, Dietmar Pertz M.A., im Zehnthaus Odendorf. Auch wenn es heute für viele Rheinbacher nicht vorstellbar ist, dass Rheinbach eine Bergbaugeschichte aufzuweisen hat, wusste Pertz Zweifler vom Gegenteil zu überzeugen. In Rheinbach gab es Kupfer- und Bleigruben und Eisenerzbergbau. Schon im späten 15. Jahrhundert gab es Hinweise auf Bergbau in der Sürst. Im 18. Jahrhundert bauten die Heisterbacher Zisterziensermönche in der Sürst Kupfer und Blei ab. Im 19. Jahrhundert intensivierten Unternehmer die Suche nach diesen Erzen. So bat 1804 Caspar Kayser um Genehmigung einer Kupfer- und Bleimine in der Sürst und legte bis 1811 verschiedene Suchstollen an. Später versuchte der Unternehmer Albert Poensgen sein Bergbauglück mit dem Kupfer- und Bleibergwerk Grube Emma Carolina, musste sein Vorhaben aber wieder aufgeben. Ab 1903 arbeitete in Kurtenberg und Blitzenhardt wenig erfolgreich die Grube „Hedwigsglück“. 1907 gab es mit der „The Rheinbach Copper Mines London“ einen Neuanfang. Die Euphorie war so groß, dass man sogar den Bau einer neuen größeren Kirche in Neunkirchen plante. Der Abbau war aber aufgrund der geringen Erzvorkommen und der schwierigen wassertechnischen Verhältnisse nur wenig rentabel und wurde 1917 aufgrund einer Weisung des Kriegsministeriums eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bergbau - auch in der NS-Zeit - nicht wieder aufgenommen. Die starke Nachfrage der Industrie nach Eisenerz war um 1850 Grund für die Konzessionierung verschiedener Eisenerzgruben im Rheinbacher Stadtwald. Gefördert wurde das erzhaltige Gestein - allerdings nur kurze Zeit - im Tagebau oder in sogenannten Pingen. Zur Verhüttung errichtete man damals eine Eisenschmelze, und zwar dort, wo sich heute das Rheinbacher Forsthaus befindet.
