Allgemeine Berichte | 25.01.2019

Die Hospizbewegung Andernach-Pellenz feiert ihr 20-jähriges Bestehen

„Glücklich die Stadt, in der niemand alleine sterben muss“

Ökumenische Einrichtung unterstützt Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige

In Freundschaft verbunden: Pastor Günther Schmidt (mit Mikro) und Pfarrer i.R. Helmut Cordes, die Gründungsväter der Kirchlichen Sozialstation und der Hospizbewegung Andernach-Pellenz.

Andernach. Jeder weiß es, und Wilhelm Busch brachte es in den Reim: „Kein Leugnen hilft, kein Widerstreben, wir müssen sterben, weil wir leben.“ Gut zu wissen, dass es Mitmenschen gibt, die dabei helfen können, den letzten Schritt des Lebens zu gehen. Mit ihrer Hospizarbeit unterstützt die Stiftung Kirchliche Sozialstation Andernach-Pellenz, ideell und finanziell begleitet vom Förderverein „Hospizbewegung Andernach-Pellenz“, bereits seit zwei Jahrzehnten Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige. Das ambulante Hospiz Andernach-Pellenz und sein Förderverein feierten in der vergangenen Woche den Auftakt ihres Jubiläumsjahres. Einem Gottesdienst in der Christuskirche und dem anschließenden Empfang des Fördervereins werden in diesem Jahr weitere Veranstaltungen folgen.

Ein Sterbezimmer ist eine „andere Welt“

Nach der Begrüßung und Einführung durch Pfarrer Jürgen Gundalin von der evangelischen Kirchengemeinde Andernach entwickelten die Pastoralreferentin Dorothee Strietholt (Krankenhaus-Seelsorge) und Pfarrer Michael Stoer (evangelische Kirchengemeinde Plaidt) das Thema „Heilige Momente“. Angelehnt an die biblische Emmaus-Geschichte, in der Jesus nach seinem Tod einigen Jüngern begegnete, denen dabei „das Herz brannte“, sowie mit Impulsen und Alltagsbeispielen verdeutlichten die Theologen, dass sich auch Sterbende und ihre Begleiter durch ihre gegenseitige Nähe oftmals in „heiligen Momenten“ fühlen: „Heilige Momente kommen leise daher. An einem Sterbebett wird vieles unwichtig. Es gibt Augenblicke, in denen sich Hospizhelfer beschenkt fühlen.“ Für die einfühlsame musikalische Gestaltung des ökumenischen Gottesdienstes und des anschließenden Empfangs zeichnete Renata Horn (Klavier) mit Sohn Emanuel (Violine) verantwortlich.

Gastlichkeit in herzlicher Atmosphäre

Der Fördervereins-Vorsitzende Bernhard Ickenroth zeigte sich erfreut, dass so zahlreiche Aktive und Freunde der Einladung zum Jubiläumsauftakt gefolgt waren. Er beschrieb in seiner Rede den Ursprung, das Verständnis, die Zielsetzung und Aufgaben der ambulanten und stationären Hospizarbeit, die vor 25 Jahren in England ihren Anfang nahm und vor gut 20 Jahren auch Andernach erreichte. Der ehemalige Oberbürgermeister Walter Steffens hatte seinerzeit das Thema angesprochen und damit bei Pastor Günter Schmidt und Pfarrer Helmut Cordes ein „Feuer entzündet“. Das Startkapital kam aus den Kirchengemeinden, um auch künftige höhere Kosten zu decken, ohne die Kirchliche Sozialstation zu belasten, wurde ein Förderverein gegründet. „In den vergangenen 20 Jahren hat die Hospizbewegung viele tausend Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Unsere Hospizbegleiterinnen und -begleiter haben dabei zigtausend Stunden ihrer Lebenszeit den Schwerstkranken und Sterbenden geschenkt.“ Nach dem von ihm zitierten Motto „Was Du mit Geld nicht bezahlen kannst, das zahle mit Dank“ bezahlte Bernhard Ickenroth herzlich und reichlich alle, die ihren Anteil zum Erfolg der Hospizbewegung beigetragen haben.

In die fröhliche Feierrunde reihten sich auch Pastor Günter Schmidt und Pfarrer i.R. Helmut Cordes ein. Die langjährigen Freunde und Vorbilder für das Leben christlicher Ökumene waren die „Männer der ersten Stunde“, Initiatoren und Motoren der jetzt 40 Jahre bestehenden Kirchlichen Sozialstation Andernach und ihrer 20 Jahre alten Hospizbewegung. „Dass wir beide am Rhein stehen und Steine ins Wasser werfen durften, die dann Wellen schlugen und Kreise zogen, die so viele Menschen bewegten, dafür bin ich mit Dir zusammen Gott dankbar“, wandte sich der 82-jährige Ehrenvorsitzende der Stiftung an Helmut Cordes. Pastor Schmidt, ein Urgestein des Andernacher Sozialwesen, verband seinen Dank an alle, die sich in den zwei Jahrzehnten einbrachten und einbringen, mit der Feststellung: „Ohne Förderverein hätte es die Hospizarbeit damals so nicht gegeben!“ Auch der Schirmherr des Jubiläums, Oberbürgermeister Achim Hütten, sprach den Haupt- und Ehrenamtlichen seine Anerkennung dafür aus, dass sich Andernach glücklich schätzen kann – niemand müsse hier alleine sterben. Nach eigenem Bekunden hatte auch das Stadtoberhaupt zeitnah einen „heiligen Moment“ erlebt: als der evangelische Pfarrer Helmut Cordes seinen katholischen Amtsbruder Günter Schmidt in den Saal schob.

Das Hospiz Andernach-Pellenz erleichtert den Abschied

Sterbende Menschen und deren Angehörige stehen im Mittelpunkt der von mehreren Fachbereichen geleisteten Hospizarbeit. Mit Schmerztherapie, lindernder Pflege und Zuwendung wird es Schwerstkranken und Sterbenden ermöglicht, weitgehend schmerzfrei und selbstbestimmt bis zuletzt am Leben teilzuhaben. Im Rahmen der christlichen Hospizarbeit werden sie von hauptamtlichen „Palliative Care“-Fachkräften der Stiftung Kirchliche Sozialstation Andernach-Pellenz unterstützt Diese beraten, begleiten, koordinieren Hilfe und vermitteln Kontakte. Außerdem stehen rund 50 ehrenamtliche Hospizhelfer den Todkranken zu Hause, im Seniorenheim oder Krankenhaus zur Seite und entlasten durch ihren Einsatz auch deren Familien. Die Hilfe der christlichen Hospizarbeit ist dank des engagierten Fördervereins kostenfrei und kann, unabhängig von Religion und Herkunft, von jedem in Anspruch genommen werden. Der Förderverein „Hospizbewegung Andernach-Pellenz“, eine Einrichtung der evangelischen und katholischen Kirche, unterstützt mit seinen über 200 Mitgliedern und seinen Spendern das Hospiz ideell und finanziell. Er übernimmt die Kosten, die von den Krankenkassen nicht erstattet werden. Der Verein wirbt auch um die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter und unterstützt die qualifizierte Ausbildung. Durch seine Öffentlichkeitsarbeit wird die Hospiz-Idee bekannt. Das Projekt „Hospiz macht Schule“, dass der Förderverein in den Andernacher Grundschulen durchführt, bringt das Thema „Sterben“ in pädagogisch geeigneter Form auch Kindern und ihren Eltern nahe. Weitere Informationen findet man unter www.hospiz-andernach-pellenz.de.

In Freundschaft verbunden: Pastor Günther Schmidt (mit Mikro) und Pfarrer i.R. Helmut Cordes, die Gründungsväter der Kirchlichen Sozialstation und der Hospizbewegung Andernach-Pellenz.
Nach der Begrüßung durch Pfarrer Jürgen Gundalin führten die Krankenhausseelsorgerin Dorothee Strietholt und Pfarrer Michael Stoer (rechts) thematisch durch den ökumenischen Gottesdienst.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Jürgen Gundalin führten die Krankenhausseelsorgerin Dorothee Strietholt und Pfarrer Michael Stoer (rechts) thematisch durch den ökumenischen Gottesdienst.

Renata und Emanuel Horn beeindruckten mit ihren musikalischen Beiträgen.

Renata und Emanuel Horn beeindruckten mit ihren musikalischen Beiträgen.

Der Vorstand des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz e.V. (von links): Bernhard Ickenroth, Hannelore Bermel, Dr. med. Thomas Dyong, Claudia Klein, Michael Stoer, Dr. Peter Holly. Nicht im Bild: Helmut Cordes und Hedi Thelen. MKA

Der Vorstand des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz e.V. (von links): Bernhard Ickenroth, Hannelore Bermel, Dr. med. Thomas Dyong, Claudia Klein, Michael Stoer, Dr. Peter Holly. Nicht im Bild: Helmut Cordes und Hedi Thelen. Fotos: MKA

In Freundschaft verbunden: Pastor Günther Schmidt (mit Mikro) und Pfarrer i.R. Helmut Cordes, die Gründungsväter der Kirchlichen Sozialstation und der Hospizbewegung Andernach-Pellenz.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Osterangebot
SB Standesamt
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
49

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2288

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Koblenz blüht 2026
Koblenz blüht
Anlagenmechaniker
Ostergruß
Tag der offenen Tür
fit für`s Alter?
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita