Segenswünsche
Gott ist nicht fern, er ist mir ganz nah!
Liebe Mitmenschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, liebe Schwestern und Brüder,
auch dieses Jahr fällt Ostern nicht aus. Obwohl wir uns nicht in den Kirchen versammeln können, um die Auferstehungsbotschaft zu feiern. Auch in unsere Situation hinein dürfen wir den Auferstanden hören.
Gemeinsam durchleben wir eine der schwersten Krisen, an die wir uns erinnern können. Jede Krise ist eine Entscheidung, die uns neu herausfordert. Was nimmt überhand: Hoffnung oder Verzweiflung? Im schlimmsten Falle Tod oder doch Leben? Von Ostern her kommt eine spezifisch christliche Sicht ins Spiel: Wir können an Gottes Gegenwart festhalten, selbst wenn scheinbar aussichtslose Situationen uns anderes nahe legen oder wir uns von lieben Menschen verabschieden müssen, weil ihr Lebensweg unter uns scheinbar endet und Mediziner in vielen Einzelfällen an das Ende ihrer Rettungsmöglichkeiten gekommen sind.
Mag sein, dass noch einige hoffen, der böse Traum wäre schnell vorbei und die Ausbreitung des Coronavirus bekämen wir in den Griff ohne steigende Todeszahlen. Von Karfreitag her bekennen wir, auch, wenn es im Einzelnen schwer fällt: Unser Christus ist da, auch wenn niemand bei uns bleiben will/kann, etwa aus Angst vor Ansteckung, wenn sich alle fernhalten, wenn ich isoliert in Quarantäne bin, ohne Kraft zu atmen, fern von der Familie – wenn es einmal still um mich wird. Mag sein, dass ich dann auch rufe: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und doch möchte ich auch dann daran festhalten, ER ist nicht fern, er ist mir ganz nah, wie mein Atem – bis zum letzten Atemzug.
Ostern fällt nicht aus - trotz Karfreitag. Nach überstandener Leidenszeit kann ich Gott loben, kann ich ihm danken: du warst bei uns, bei mir, hast hindurchgeführt.
Können wir uns das schon vorstellen? Manche werden denken: „das ist noch verfrüht“, „wir sind noch lange nicht durch“, „die schwierigen Situationen kommen erst noch“.
Kann uns trotzdem von Ostern her neue Kraft zum Durchhalten zuwachsen? Wie Generationen vor uns – auch in Zeiten des Krieges, der Pest – daran festhielten: ER ist den Weg vorausgegangen durch das Leid hindurch zu neuem Leben. Ohne Beschränkung, frei zu atmen, in Gemeinschaft mit dir, mit der Familie, miteinander wieder Nähe schenken, jubeln, feiern – Brot teilen?
Wir dürfen auch in diesem Jahr das Oster-Halleluja singen, sicher verhaltener, stiller. Aber wir dürfen singen: „Halleluja, Jesus lebt.“
Denn: „Die Liebe hört niemals auf!“
Mit herzlichen Segenswünschen
für die Katholische Pfarreiengemeinschaft
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Jörg Meyrer
und für die Evangelische Kirchengemeinde
Bad Neuenahr: Friedemann Bach
