Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises
Gottesanbeterin im Kreis heimisch geworden
Rhein-Sieg-Kreis. Während sich das Klima weltweit ändert, merken auch wir im Kreis, dass es wärmer wird. Dies hat zur Folge, dass sich inzwischen immer mehr wärmeliebende Arten bei uns wohlfühlen, die wir sonst nur aus fernen Ländern oder der Mittelmeerregion kennen.
Eine dieser Arten ist die Gottesanbeterin Mantis religiosa. Sie zählt zu den sogenannten Fangschrecken und ist ebenfalls verwandt mit den Heuschrecken. Die Art kam ursprünglich nur in Afrika vor, ist dann aber nach und nach in Europa und dort vor allem im Mittelmeerraum heimisch geworden. Seit einiger Zeit findet man auch Tiere in manchen Regionen Deutschlands, wie zum Beispiel dem Saarland und Rheinland-Pfalz.
Auch bei uns sind in den vergangenen Jahren immer wieder Gottesanbeterinnen beobachtet und dem Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises gemeldet worden. Da die Tiere sehr gut fliegen können, ist man bislang immer nur von eingeflogenen Tieren ausgegangen. In 2023 konnte dann aber zum ersten Mal ein sogenannter Reproduktionsnachweis für die Art in Bad Honnef nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass die Gottesanbeterin sich hier bei uns im Rhein-Sieg-Kreis fortpflanzt.
Nachdem der Naturschutzbund Deutschland (NABU) öffentlich dazu aufgerufen hatte, wurden in 2023 etwa 30 Tiere im Kreis gemeldet. Die Bürgerinnen und Bürger nutzten dafür auch das Naturschutztelefon des Kreisumweltamtes. Im zu Ende gehenden Jahr gab es dann etwa 20 weitere Meldungen. Dabei zeigte sich ein deutlicher Schwerpunkt im wärmebegünstigten Rheintal mit den Kommunen Bornheim, Niederkassel, Königswinter und Bad Honnef. Meldungen kamen ebenfalls aus Meckenheim und Rheinbach, sowie aus dem östlich gelegenen Eitorf.
Die Gottesanbeterin ist also nun auch bei uns im Rhein-Sieg-Kreis angekommen und wird sich als Gewinnerin des fortschreitenden Klimawandels wohl in den kommenden Jahren weiter ausbreiten. Mit den vielen wertvollen Naturschutzgebieten, die unser Kreis beherbergt, findet die Gottesanbeterin auch beste Voraussetzungen vor.
Die Tiere sind für den Menschen ungefährlich und in Deutschland streng geschützt.
Pressemitteilung
Rhein-Sieg-Kreis
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