Allgemeine Berichte | 20.02.2026, 12:10 Uhr

Segnungsgottesdienst am Valentinstag

Gottesdienst mit Liebe, Humor und ganz viel Tiefgang

Närrisch dekoriert war nicht nur der Altar beim Valentins-Gottesdienst für Verliebte.
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Lahnstein. So erlebten zahlreiche Besucherinnen und Besucher den diesjährigen Segnungsgottesdienst am Valentinstag zudem die Kolpingfamilie Lahnstein St. Martin und die Pfarrei St. Martin und St. Damian eingeladen hatten.

Zwischen Kerzenschein, Clowns und Luftschlangen und einem Hauch närrischer Leichtigkeit stand ein großes Thema im Mittelpunkt: Die Liebe in all ihren Facetten. „Heute feiern wir die Liebe – nicht nur die perfekte, sondern auch die verletzliche, die suchende, die lernende Liebe“, hieß es zu Beginn des Gottesdienstes. Partnerschaft, Freundschaft, Sehnsucht und Dankbarkeit fanden ebenso Raum wie das, was im Alltag manchmal schwerfällt.

Der Valentinstag erinnere daran, dass Liebe kostbar sei – und zugleich nicht immer glänzend oder bewundert. Manchmal wirke sie töricht, schwach oder unverständlich, gerade dann, wenn sie bleibe, vergebe oder sich verschenke. Im Zentrum stand ein Wort aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 4,10): „Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet.“ In ihrer Ansprache griffen die Verantwortlichen um Sabine und Matthias Lambrich, Sylvie Robin und Ulrike Schneider diesen Gedanken auf und spannte den Bogen zur närrischen Zeit. Denn der Valentinstag fiel mitten in den Karneval – jene Tage, in denen Masken getragen werden und die Welt für einen Moment Kopf steht.

So wurde der Vorsitzenden des Festkomitee Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, der den Karneval einmal als „eine große, ganzheitliche Therapiesitzung für das gesamte Rheinland“ bezeichnete, zitiert. „Was für ein Satz – und wie gut er passt!“, mit Blick auf Paulus. Narr sein bedeute nicht, sich lächerlich zu machen, sondern den Mut zu haben, aus Liebe anders zu handeln als erwartet. Zu vergeben, wenn es leichter wäre, nachtragend zu sein. Zu bleiben, wenn andere längst gehen. Zu hoffen, wenn Skepsis vernünftiger erscheint. Der Gottesdienst lud dazu ein, sich segnen zu lassen – mit allem, was das eigene Leben ausmacht. Nach Fürbitten und Vaterunser bestand erneut die Möglichkeit zum Einzel- oder Paarsegen, die viele Teilnehmende berührte und dankbar annahmen.

Bevor die Gemeinde auseinander ging, erhielt jede und jeder eine kleine, augenzwinkernde Wegzehrung: eine rote Clownsnase. Sie sollte daran erinnern, dass das Leben nicht immer bierernst sein muss, dass Liebe Humor braucht – und dass Gott uns zutraut, mit Leichtigkeit und Mitgefühl durch diese Welt zu gehen. „Setzt sie auf, wenn euch der Ernst des Lebens zu fest im Griff hat“, lautete die Einladung. „Wenn ein Lächeln heilender wäre als ein weiteres Argument.“ So zogen die Besucherinnen und Besucher hinaus – als „Narren der Liebe“, als Gesegnete mit Herz, Humor und Hoffnung. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Musikgruppe Spirit einfühlsam und zugleich schwungvoll gestaltet.

Tanja Sporenberg und Tina Bäcker sorgten für den Gesang und Manfred Heilscher spielte wohltuend die Gitarre. Für die stimmungsvolle Illumination sorgte – wie in den vergangenen Jahren – Wolfgang Krebs in bewährter Weise und setzte den Kirchenraum eindrucksvoll in Szene. Beim anschließenden Beisammensein mit „Weck, Worscht und Wein“ blieb Zeit für Gespräche und Begegnungen, bevor sich viele in das bunte närrische Treiben stürzten. Ein Gottesdienst, der zeigte: Liebe darf ernsthaft sein – aber nie humorlos. Und manchmal braucht es den Mut, ein wenig „närrisch“ zu sein, um ihr treu zu bleiben.

Närrisch dekoriert war nicht nur der Altar beim Valentins-Gottesdienst für Verliebte. Foto: U. Schneider

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