Allgemeine Berichte | 10.02.2026, 10:47 Uhr

Grafschafter SPD: Beitritt zum Gewässerzweckverband nicht zielführend – Hochwasserschutz muss vor Ort entschieden werden

Grafschaft. Die Kreisverwaltung Ahrweiler plant die Gründung eines „Gewässerzweckverbands Landkreis Ahrweiler“. Ziel, so Landrätin Cornelia Weigand, sei eine bessere Hochwasserresilienz, insbesondere im Ahrtal.

Was für die Ahr-Anlieger sinnvoll erscheinen mag, geht jedoch an den tatsächlichen Herausforderungen der Gemeinde Grafschaft vorbei.

Denn die Hochwasserrisiken in der Grafschaft liegen nicht an der Ahr, sondern am Leimersdorfer Bach und am Swistbach. Diese Gewässer verursachen regelmäßig massive Überschwemmungen – mit gravierenden Folgen für viele Bürgerinnen und Bürger.

Im geplanten Zweckverband spielen sie jedoch faktisch keine Rolle, dessen Fokus auf der Ahr und ihrer Zuläufe liegt. Dies entspricht jedoch nicht den dringlichen Prioritäten der Gemeinde Grafschaft.

Die Grafschafter SPD steht seit Jahren für konsequenten, vorausschauenden Hochwasserschutz. Bereits 2014 wurde auf ihre Initiative hin ein Hochwasserschutzkonzept beschlossen und seither kontinuierlich umgesetzt. Während andernorts angefangen wird Strukturen zu schaffen, hat die Grafschaft längst gehandelt: Drei Regenrückhaltebecken in Bengen, Nierendorf und oberhalb von Gimmingen sind bereits realisiert, in Birresdorf folgt in diesem Jahr ein weiteres. Parallel wird die Aue in Nierendorf renaturiert und dadurch das Fließgewässer verlangsamt sowie Überschwemmungsfläche geschaffen. Diese Maßnahmen schützen nicht nur die Grafschaft, sondern verbessern auch den Hochwasserschutz für die Ahr-Anlieger.

Die größte verbleibende Herausforderung für die Grafschaft ist der Swistbach. Die Extremereignisse der Vergangenheit haben unmissverständlich gezeigt: Hier besteht akuter Handlungsbedarf – nicht nur für die Grafschaft, sondern auch für die angrenzenden Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Hochwasserschutz am Swistbach ist kein lokales Einzelinteresse, sondern eine Frage regionaler Verantwortung und Solidarität mit unseren Nachbarn in NRW. Er kann nur in enger, gleichberechtigter Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen in NRW gelingen – nicht durch ein Zweckverbandskonstrukt, das diese Problemlage strukturell ausblendet.

Aktuell sind in der Grafschaft noch rund 70 weitere Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen. Die hierfür notwendigen Investitionen belaufen sich auf geschätzt 50 bis 70 Millionen Euro. In dieser Situation Planungshoheit, Prioritätensetzung und Finanzmittel an einen zentralen Verband abzugeben, wäre unverantwortlich.

Der Zweckverband soll Maßnahmen bündeln, priorisieren und über Umlagen finanzieren. Für die Grafschaft bedeutet das konkret: kaum Einfluss auf die Reihenfolge der Projekte, keine Garantie für den dringend notwendigen Ausbau am Swistbach – aber eine finanzielle Mitverantwortung für Vorhaben anderer Kommunen. Die Kostenverteilung ist bis heute nicht transparent. Gleichzeitig drohen dauerhafte Belastungen des Gemeindehaushalts mit Folgen für Gebühren und Steuern. Mehr Bürokratie, weniger Steuerung vor Ort – das ist kein Fortschritt!

Für die Grafschafter SPD ist deshalb klar: Ein Beitritt zum Gewässerzweckverband ist nicht zielführend. Hochwasserschutz darf nicht zentral verwaltet werden, sondern muss dort geplant und umgesetzt werden, wo die Risiken entstehen – vor Ort, nachvollziehbar und in Verantwortung gegenüber den Menschen.

Gleichzeitig bleibt die Grafschaft ein verlässlicher Partner. Die Grafschafter SPD steht für Zusammenarbeit auf Augenhöhe und bringt ihre langjährigen Erfahrungen im Hochwasserschutz weiterhin aktiv ein – auch über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg.

Pressemitteilung SPD Grafschaft

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Messezeitung Rheinbacher Ausbildungsmesse
Magazin "Rheinbacher Ausbildungsmesse"
Sonderseiten Pellenzer Ausbildungsmesse
Empfohlene Artikel
Foto: WAMFO.de
44

Erfolgreiche 3. Herbstpartie. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Gelände und die historische Burg Namedy in Andernach in einen erlebnisreichen Lifestyle Markt, auf dem über 170 ausgewählte Ausstellerinnen und Aussteller ihre schönsten Kreationen präsentierten. Erfahren Sie mehr im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Foto: :pixabay.com
455

Wer Andernach verstehen möchte, sollte nicht nur durch die Altstadt schlendern, sondern auch dem Stadtmuseum einen Besuch abstatten. Hinter den historischen Mauern des prachtvollen Hauses von der Leyen verbirgt sich eine Reise durch mehr als 2.000 Jahre Stadtgeschichte. Und die wird gier spannend erzählt und mit vielen Geschichten, die zeigen, wie aus einer römischen Siedlung eine der ältesten Städte Deutschlands wurde.

Weiterlesen

Symbolbild.
135

Neuwied. Ab dem 14. September 2026 steht die Wiedbrücke bei Neuwied-Irlich im Mittelpunkt von Instandsetzungsarbeiten an der Fahrbahnübergangskonstruktion im Verlauf der B 42. Um den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu stören, sind die Arbeiten hauptsächlich auf die Abend- und Nachtstunden gelegt. In diesem Zeitraum wird die B 42 im Bereich der Wiedbrücke von 20 Uhr bis 5 Uhr in beide Richtungen komplett gesperrt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
1247

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1202

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
731

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen