Allgemeine Berichte | 27.01.2017

Sonderausstellung „Holocaust“ von Jürgen Mohr im Historischen Rathaus in Andernach

Grauen, das von der Leinwand schreit

Jüdische Musik und denkwürdige Worte bei der Ausstellungseröffnung.  MKA

Andernach. Auch heutzutage erscheint es noch dringlich, das Gedenken an den nationalsozialistischen Völkermord wachzuhalten und antisemitischen und rassistischen Tendenzen mit allen Mitteln zu begegnen. Auch die bildende Kunst kann dieses grausame Geschehen der 1940er-Jahre vor Augen halten, wachrütteln und Denkanstöße geben, wie die Werke des Ettringer Künstlers Jürgen Mohr in seiner Ausstellung „Holocaust“.

Der Natursteintechniker und -meister sowie seit zwei Jahrzehnten freischaffende Künstler Jürgen Mohr wendet sich seit einigen Jahren auch der abstrakten Malerei, schwerpunktmäßig in Öl/Acryl zu. Im Historischen Rathaus von Andernach stellt er jetzt seine großformatigen und eindrucksvollen Gemälde zum sensiblen Thema „Holocaust“ aus. An dem Ort, an dem sich im Mittelalter die zahlreichen jüdischen Familien der Stadt in der Synagoge zum Gebet trafen, dort, wo noch heute eine Mikwe (rituelle Badeanlage) aus dem 14. Jahrhundert an das religiöse Leben dieser Bürgerinnen und Bürger erinnert, animieren Jürgen Mohrs Exponate eindringlich, über das Geschehene in der jüngeren Vergangenheit nachzudenken. Zugleich mahnen sie, wachsam zu bleiben, damit sich ein solches Verbrechen nie mehr wiederholen kann.

Die Sonderausstellung wurde am vergangenen Donnerstag von Jürgen Mohr und Oberbürgermeister Achim Hütten eröffnet.

Die musikalische Gestaltung lag bei der Gruppe „Nie all do“. Die sieben Musikantinnen von der Ahr gaben der Vernissage mit weltlicher, nichtliturgischer jüdischer Musik (Klezmer) den angemessenen Rahmen.

Die Ausstellung „Holocaust ist noch bis zum 5. Februar im Foyer des Historischen Rathauses geöffnet. Infos zu Jürgen Mohr und seinem Schaffen finden Sie im Internet unter www.malwerk-artbalance.jimdo.com.

Grauen, das von der Leinwand schreit

Grauen, das von der Leinwand schreit

Jüdische Musik und denkwürdige Worte bei der Ausstellungseröffnung. Fotos: MKA

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