KLIO stellt sich vor
Große Auftakt-Ausstellung
Vom 4. bis zum 18 November in der Linzer Stadthalle
Linz. Anfang dieses Jahres wurde in Linz am Rhein „KLIO – Verein für zeitgenössische und historische Kunst Linz am Rhein e.V.“ gegründet.
Dieser Kunstverein, dessen Name sich an der griechischen Muse der Geschichtsschreibung orientiert und sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft schaut, das heißt sowohl historische als auch zeitgenössische Kunst unter seinem Dach vereint, ist in Deutschland wohl eine Ausnahme. Aber ist es nicht an der Zeit, hier ein Modell zu entwickeln, in dem durch den Reiz des Nebeneinanders, Gegeneinanders oder auch der gegenseitigen Durchdringung von unterschiedlichen Epochen neue Perspektiven der Präsentation und Betrachtung gewonnen werden?
Dass der Kunstverein KLIO in Linz am Rhein seinen Standort hat, mag auch darin begründet liegen, dass jenseits der benachbarten Metropolen des Rheinlandes diese kleine weltoffene Stadt Linz eine beachtliche Geschichte der Kunst aufweist, die weit in das Mittelalter hinein reicht und bis heute Kontinuität schreibt.
Eine weitere Besonderheit von KLIO ist, dass sich in den Reihen der Mitglieder zahlreiche Kunstschaffende vereinigen, die thematisch sehr unterschiedlich aufgestellt sind, ein enormes Potential an zeitgenössischer Kunst stellen und keine Berührungsängste mit der so genannten „Provinz“ haben, sondern im Gegenteil, dem Charme und der Individualität einer Kleinstadt gegenüber einem geballten, wenn nicht überbordendem Kunstangebot in den Großstädten sehr viel Positives abgewinnen können. Viele von ihnen haben sich international einen Namen gemacht, wie z. B. Angelika Erhardt-Marschall, die vor einigen Jahren im Begleitprogramm der Biennale in Venedig ihre Gemälde zeigte, Maf Räderscheidt, die auf der wohl berühmtesten Kunstmesse der Welt, der Art Basel, vertreten war, der Meisterzeichner Ali Zülfikar, der im letzten Jahr eine große Einzel-Ausstellung in Paris durchgeführt hat, die Land-Art-Künstlerin Margret Schopka, die mit ihren Landschaftsprojekten in Island auf sich aufmerksam machte, die Objektkünstlerin Gabi Pütz, die den renommierten Kunstpreis Rhein-Sieg erhalten hat, der Fotograf Zygmunt Gajewski, der sein Land Polen beim EU-Beitritt offiziell in einer Wiener Ausstellung vertreten hat, Ulla Windheuser-Schwarz, die über Jahre hinweg im Vorstand des Bundesverbandes Bildender Künstler in Berlin vertreten war, Adolphe Lechtenberg, Meisterschüler an der Düsseldorfer Kunstakademie, oder auch Stefan Noss, Meisterschüler von A.R. Penck.
Zu einer ersten große Auftakt-Ausstellung läd KLIO vom 4. bis 18. November in die Stadthalle in Linz ein. Es dürfte wohl eine der bedeutendsten Gruppenausstellungen zeitgenössischer Kunst zwischen Koblenz und Bonn werden. Vernissage ist am Sonntag, 4. November um 15 Uhr in der Stadthalle Linz. Die musikalische Umrahmung liefert Michael Frangen (Trompete), Leiter der Musikschule Landkreis Vulkaneifel. Die Ausstellung endet mit einem Vortrag von Hannes Rötter anlässlich des 200. Geburtstages von Ivan Turgenev (1818-1883) unter dem Titel „Ivan Turgenev in Linz und Sinzig und seine Novelle Asja“. Außerdem wird die Malerin und Schriftstellerin Maf Räderscheidt Auszüge aus ihrem autobiographischen Roman „Die Küsse der Farben“ lesen. Weitere Infos im Internet unter www.kunst-am.mittelrhein.de.
Kiss, Zeichnung von Ali Zülfikar.
