Allgemeine Berichte | 19.08.2017, 11:52 Uhr

Blasorchester Altenahr feierte Sommerfest

Große Bandbreite des Musizierens gezeigt

Auch absolute Einsteiger werden rasch an die Instrumente herangeführt - Elementarband startet im September

Dass es zum Musizieren nicht unbedingt Vorkenntnisse noch komplizierte Instrumente braucht, zeigten die Vorführungen der Kleinsten.  privat

Altenahr. Zum traditionellen Sommerfest hatte das Blasorchester Altenahr eingeladen. Der Sonntag startete mit einem Gastauftritt der Vischeltaler Musikanten, und der frühe Nachmittag stand ganz der Jugend und deren musikalischen Darbietungen zur Verfügung.

Traditionell starteten die verschiedenen Blockflötenensembles und zeigten – ob Anfänger oder Fortgeschrittene – welche Töne sie dem Holzinstrument entlocken können. Stolz präsentierte sich anschließend eine neue Formation mit fünf eingeübten Liedern. „Es ist schwer für Kinder, die bis zu sechs Monate das Instrument spielen, geeignete Literatur zu finden. Der Tonumfang hält sich in Grenzen, und so habe ich zusammen mit dem Vorstand und dem Bläserstudio Koblenz überlegt, wie man die Lücke zwischen Anfängern und Orchester schließen könnte. Im September wird daher erstmals eine Elementarband mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ins Leben gerufen, die absolute Neulinge auf ihrem Instrument sind. Wechseln werden die Musiker nach etwa einem Jahr Erfahrung mit dem Instrument in die nächste Gruppe – und zwar in die Junior Band. Diese ersetzt nicht etwa das ‚alte‘ Jugendorchester oder beschränkt sich auf das Alter der Musiker, sondern bietet den Musikern nach einem Jahr Erfahrung auf dem Instrument die Möglichkeit, etwas schwerere Orchesterliteratur kennenzulernen, bevor sie fest in das Blasorchester integriert werden“, so Ausbildungsleiterin Heike Plattner. Nach der Elementarband präsentierte sich erstmals auch die Jugendband mit drei speziell für den Auftritt eingeübten Liedern, mit dem Ziel, die Probenarbeit zu erweitern und sich ab September wöchentlich zur gemeinsamen Probe zu treffen.

Last but not least ließ es sich das „alte Jugendorchester“ nicht nehmen, an dem Jugendtag auch einen Auftritt zu Gehör zu bringen. Die Mitglieder dieser Formation spielen bereits fest im Blasorchester Altenahr mit und bilden mittlerweile eine enorme musikalische Stütze während der Auftritte, was nicht zuletzt auf die individuelle Ausbildung, die Teilnahme an Lehrgängen und die fachlich qualifiziert vorbereiteten Proben durch Dieter Bergmann zurückzuführen ist. Auch die Percussion-Abteilung hatte an dem Nachmittag ihren musikalischen Jahreshöhepunkt mit Klangspektakeln verschiedener Instrumente. Für die Schlagzeugabteilung des Blasorchesters Altenahr konnte als Ausbilder René Jungbluth gewonnen werden, der im Frühjahr 2017 an der renommierten Schule „Drummer’s Institute“ in Krefeld sein Schlagzeugstudium mit sehr gutem Erfolg absolvierte und zudem mit der erfolgreichen Kölner Band „Fiasko“ mittlerweile auch Fernsehauftritte absolviert.

Ausbildung umfasst mehr als nur Musik

„Neben der musikalischen Ausbildung ab Schuleintritt bietet unser Orchester mit dem seit 2014 bestehenden Projekt Musikmobil für Kinder von drei bis sechs Jahren den idealen Einstieg in die musikalische Welt. Neben der musischen Frühförderung sind die Bereiche der Vorschulpädagogik – Spracherziehung, Sozialkompetenz, Kreativität, Selbstständigkeit, Gestalten und Experimentieren – verstärkt in den Vordergrund gerückt. Deshalb haben wir für die teilnehmenden Musikmobil-Kinder mit ‚Mein Musimo‘ ein modernes Konzept entdeckt, das nach den neuen Bildungsrichtlinien von Musikpädagogen und Erzieherinnen gemeinsam entwickelt wurde. Da dieses Konzept einen enormen Mitgliederzuwachs aufweist, möchte das Blasorchester ab 2018 ein neues Projekt für Kinder ab 18 Monaten und deren Eltern anbieten. Die Fortbildungsmaßnahmen sind bereits angelaufen, und wir freuen uns sehr auf die Ausschreibung des Projekts“, so Heike Plattner.

Neben der musikalischen Früherziehung und der Jugendausbildung widmen sich die Ausbilder seit Anfang dieses Jahres auch sehr intensiv der Ausbildung von Erwachsenen. „In der oftmals sehr hektischen und schnelllebigen Zeit ist Musik der ideale Ausgleich – auch für Erwachsene“, meint Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mönch. So seien gleich mehrere „Wiederholungstäter“ wieder im Blasorchester aktiv geworden. Die Ausbildung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen liegt dem Ausbildungsteam sehr am Herzen und wird individuell nach den Bedürfnissen der unerfahrenen Neueinsteiger betrieben. Dass der Verein mit diesem Konzept richtig liegt, zeigen die beachtlichen Fähigkeiten und die Anzahl der über 50 Jugendlichen unter 18 Jahren im Orchester.

Dass Musizieren keiner höheren Ausbildung bedarf, zeigte die Familienaktion. Dabei wurde demonstriert, dass es möglich ist, ein Lied ohne Notenkenntnisse zu spielen. Lieder mit Hilfe von Farbtafeln konnten zweifelsfrei identifiziert und zugeordnet werden. Die Probanden staunten nicht schlecht, als einfache Kinderlieder zu hören waren, obwohl sie nie ein Instrument gespielt, geschweige denn Notenkenntnisse hatten.

Selbst gebaute „Rainmaker“ waren der Renner

Auch das jüngere Publikum kam an diesem Tag nicht zu kurz. Es wurden mit Hilfe von Elisabeth Reitler und jüngeren Musikern Instrumente gebastelt. In diesem Jahr fand das Schüttelinstrument „Rainmaker“ großen Anklang bei den Gästen und durfte nach Herzenslaune auch zum Musizieren verwendet werden. Es wurde auch gemalt, und die Kinder erhielten ein Musiktattoo zur Erinnerung an den schönen Nachmittag. Josef Paffenholz stellte die Kinder mit einer zu lösenden Musikaufgabe auf die Probe. Die Gewinner durften sich über tolle Preise freuen. Das mehrstündige Programm wurde musikalisch von der Jugendleiterin Heike Plattner und zwei jungen Musikern am Saxofonen abgerundet. Der 1. Vorsitzende Wolfgang Mönch dankte dem Vorstand, allen Helfern und Musikern, die das Sommerfest wieder zu einer mehr als gelungenen Veranstaltung haben werden lassen.

Das Jugendorchester unter Leitung von Heike Plattner zeigte sein Können.

Das Jugendorchester unter Leitung von Heike Plattner zeigte sein Können.

Dass es zum Musizieren nicht unbedingt Vorkenntnisse noch komplizierte Instrumente braucht, zeigten die Vorführungen der Kleinsten. Foto: privat

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