Allgemeine Berichte | 16.05.2018

Erstklassige Kunst auf internationalem Niveau in Winningen

Große Kunst im kleinen Dorf

Zehn Künstler präsentierten ihre Werke an unterschiedlichen Plätzen an den sechsten Kunsttagen

Den musikalischen Rahmen gestaltete Benedict Kloeckner mit seinem Cello.

Winningen. Zehn Jahre sind vergangen, seit zum ersten Mal Winningen zum Ausstellungsort für internationale Künstler wurde. Ein anfangs schwieriges Unterfangen, denn es war keineswegs selbstverständlich, Künstler dazu zu bewegen, ihre Werke dort zu installieren und auszustellen, da Winningen für sie unbekanntes Neuland war. Bis heute waren 67 Kunstschaffende zu Gast, eine stolze Zahl, die neben Deutschland aus zehn weiteren Ländern stammten, wie Südkorea oder dem Iran. Die Idee dazu hatte Birgitt Schaaf bei einem Spaziergang in den Weinbergen. Warum nicht große Kunst in ein kleines Dorf bringen! Ihre Vision wurde wahr, heute sind die Kunsttage etabliert, über Winningen hinaus bekannt und ein fester Termin in so manchem Kalender. Für ein Wochenende verwandelt sich das Kleinod an der Mosel in eine Galerie, wenn die unterschiedlichste Kunst in historischen Häusern, Gärten, Plätzen und in der Kirche zu bestaunen ist. Die Eröffnung der Kunsttage 2018 fand in der Evangelischen Kirche statt. Deren Hausherrin Pfarrerin Iris Ney begrüßte die zahlreich erschienen Gäste. Auch Frank Hoffbauer hieß alle im Namen des Kunsttageteams  willkommen, resümierte noch einmal über die Entstehung und den Fortbestand der Veranstaltung: „Wir sind stolz auf die namhaften Künstler und Besucher. Und wir freuen uns, erstklassige Kunst auf internationalem Niveau präsentieren zu können.“ Mit einer musikalischen Einlage stimmte Benedict Kloeckner am Cello auf den Kunstgenuss ein. Zum Team der Organisatoren gehören außer Frank Hoffbauer: Christian Höhler, Anne Banke, Birgitt Schaaf, Siglinde Krumme, Stephan Horch, Cornelia Löwenstein, Claudia Hoffbauer, Cornelia Heymann-Löwenstein und Kerstin Ax. Schirmherrin und von Anfang an Unterstützerin ist Professorin Dr. Beate Reifenscheid. Diese stellte die zehn teilnehmenden Künstler vor. Zunächst die Malerin Kirstin van den Boogard aus Köln, deren Werke fast unmerklich zwischen Malerei und Fotografie changieren und alltägliche Wahrnehmung aufgreifen. Ihre Werke zeigte sie im Weingut Richter.

Vielfältige Kunstwerke

Die Gemälde von Edite Grinberga aus Lettland, die heute in Berlin lebt, präsentieren sich lichtgeflutet und befassen sich ebenso mit dem Alltäglichen. Zu sehen waren sie im Rathaus. Mit Acryl auf Leinwand erschafft der in Polen geborene Leszek Skurski seine weißgrundigen Arbeiten, die er auf Schwarz-Weiß-Kontrast reduziert, sowie Figuren und Räume nur schemenhaft darstellt.. Während der Kunsttage beherbergte das Weingut Reinhard und Beate Knebel seine Werke. Vielschichtig sind die Arbeiten von Marc Dittrich, der Architekturen gestaltet, die er zunächst fotografisch festhält, in verschiedenen Horizontal- und Vertikalstreifen auflöst, um sie dann neu zu flechten oder gar in dreidimensionale plastische Gebilde zu formen. Er präsentierte seine Werke in der Gutsschänke Schaaf. Aus Wellpappe erschafft Martin Spengler bizarre, filigrane dreidimensionale Objekte, die er oft als freistehende Skulpturen gestaltet. Seine Kunstwerke fanden im Weingut Heymann-Löwenstein den passenden Raum. Für Ulrich Haug ist das Hauptthema seiner Werke die Landschaft, die er mit ungewöhnlichen Arbeitsmaterialien wie Bitumen, Beton, Paraffin und Farbpigmenten darstellt. Sie präsentieren sich dem Betrachter zart, wie in ein Nebelmeer getaucht und mitunter melancholisch. Sie waren in der Vinothek im Winninger Spital zu bestaunen. Faszinierende Gemälde und Figuren, die das Licht einfangen, erschafft Aurelia Waßer.

Welten des Unsagbaren

Sie arbeitet mit Glas und handgemachtem Papier und befasst sich in all ihren Werken mit dem Unsagbaren, mit spiritueller Kraft, um einen vollkommen neuen Raum des Denkens und Empfindens zu ermöglichen. Sie präsentierte ihre Werke im Evangelischen Gemeindezentrum. Gleich nebenan in der Evangelischen Kirche stellte Andreas Theurer seine Holzskulpturen aus. Er arbeitet mit plastischen sowie negativen Formen, dabei ist sein Gestaltungswille vielschichtig und facettenreich. Mit dem ursprünglichsten Material der Bildhauer arbeitet der in Frankreich geborene Martin Hollebecq. Er behaut und schleift Steine, um aus ihrem Innersten eine neue Wirklichkeit und Form heraus zu präparieren. Seine Skulpturen waren im Weingut von Heddesdorf zu sehen. Vorzugsweise aus Hämmern entstehen die Kunstwerke von Tobias Sternberg, der in Schweden geboren wurde. Er bearbeitet die Stiele zu filigranen, in sich verschnörkelten Formationen und uminterpretiert bekannte Gegenstände, gibt ihnen eine neue Deutung). Er präsentierte seine Werke im Amandahaus sowie seinen Art Repair Shop im Moselhaus am Weinhof. Der Art Repair Shop ist eine Mischung aus Künstleratelier, Schreinerei und Reparaturwerkstatt, in dem nicht mehr gebrauchte Gegenstände vom Künstler umgestaltet und aus dem  Kunstwerke geschaffen werden.

Hohes künstlerisches Niveau

Die Kunsttage in Winningen nehmen die Besucher mit auf eine vielschichtige Reise mit interessanten Begegnungen, Entdeckungen und Gesprächen. Es ist die große Fülle und abwechslungsreiche Vielfalt, das hohe künstlerische Niveau, das diese Veranstaltung zum sechsten Mal auszeichnet. Das bekräftigte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer, die auch in diesem Jahr bei der Eröffnung zu Gast war. Viele Winninger sind stolz darauf, Teil des großen Projektes Kunsttage Winningen zu sein.

Sie sind Gastgeber, Helfer, Unterstützer oder einfach nur Genießer der Kunst, die bei drei Rundgängen zu bestaunen war. Für die musikalische Unterhaltung während der Rundgänge war die Band  „Pentaphonic Brass“ und für die Stimmung bei der Kunsttageparty im Weingut Fries das „Jazz Point Trio und Carolin Hild“ zuständig. Die siebten Kunsttage Winningen sind für den 8. bis 10 Mai 2020 geplant (www.kunsttage-winningen.de).

EP

Bei diesen Skulpturen aus Glas erzeugt Lichteinfall immer neue Perspektiven.

Bei diesen Skulpturen aus Glas erzeugt Lichteinfall immer neue Perspektiven.

Viele Gäste waren bei der Eröffnungin der evangelischen Kirche dabei. Fotos: EP

Viele Gäste waren bei der Eröffnung in der evangelischen Kirche dabei. Fotos: EP

Bei drei Rundgängen, versehen mit einer Informationsbroschüre, genossen die Besucher die abwechslungsreiche und innovative Kunst.

Bei drei Rundgängen, versehen mit einer Informationsbroschüre, genossen die Besucher die abwechslungsreiche und innovative Kunst.

Auch in diesem Jahr konnte Frank Hoffbauer die Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Gast zur Eröffnung der Kunsttage begrüßen.

Auch in diesem Jahr konnte Frank Hoffbauer die Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Gast zur Eröffnung der Kunsttage begrüßen.

Den musikalischen Rahmen gestaltete Benedict Kloeckner mit seinem Cello.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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