Der geheimste Keller im Ahrtal erstrahlt in neuem Glanz
Großreinemachen in Sankt Urban
Ahrweiler. Drei Jahrzehnte Weinbergskapelle St. Urban I. - wenn das kein Grund zum Feiern ist. Am 1. Oktober 2025 jährt sich die Einweihung der durch Spenden finanzierten Kapelle zum dreißigsten Mal. Grund genug für den Verein zur Förderung gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke der Winzer- und Weinbruderschaft Ahr e.V., die Planungen für ein würdiges Begehen des Jubiläums voranzutreiben.
Aber vorher war emsiges Fegen, Saugen und Putzen angesagt. Denn ungebetene Gäste hatten sich im Laufe der Jahre in dem Weinkeller unterhalb der Kapelle breitgemacht: Siebenschläfer erklärten den Lagerort für Hunderte von Ahrweinen zu ihrem Domizil und hinterließen entsprechende Spuren. Viele der Weinetiketten wurden abgeknabbert und für den Nestbau zweckentfremdet. So geriet die Inventarisierung der bis zu 30 Jahre alten Burgunder-Schätze nicht selten zu einem kleinen Ratespiel.
An zwei Samstagen trafen sich der Vorstand, einige Mitglieder des Fördervereins und Angehörige an der Kapelle, um Regale und Weinflaschen von Staub, Dreck und sonstigen Hinterlassenschaften zu reinigen. Mit Hilfe von Fegern, Schaufeln, Industriesauger und jeder Menge Waschwasser verwandelten sie das unwirtlich gewordene Gewölbe in einen Ort, der sich wieder sehen lassen kann. Während im Keller gefegt, gesaugt, gehustet und geputzt wurde, wanderten die über 500 Flaschen edlen Ahrweins einmal die enge Wendeltreppe hinauf und nach gründlicher Reinigung auch wieder hinunter. Dort lagern sie nun fein säuberlich in akribisch beschrifteten Fächern und hoffen, dass sie bald für wohltätige Zwecke die eine oder andere durstige Kehle benetzen und besonders die Liebhaber gereifter Weine begeistern dürfen. Denn die meisten der Schätze wurden mit Siegellack besonders haltbar gemacht.
Selbstverständlich folgten die selbsternannten Heinzelmännchen auch dem automatischen Mittagsgeläut der Kapelle und ließen sich mit herrlichem Blick auf die Kreisstadt eine zünftige Vesper schmecken.
Das alles geschah unter den wohlmeinenden Augen des heiligen Papstes Urban I. Der Schutzpatron der Winzer, Weinberge und Küfer war von 222 bis 230 Bischof von Rom. Heute sorgt er dafür, dass die Weinbauern im Ahrtal von schlimmsten Sorgen und Nöten verschont bleiben. Weithin sichtbar thront die von der Winzer- und Weinbruderschaft Ahr e.V. erbaute Kapelle in der Weinbergslage Rosenthal über Ahrweiler. Um den Tag der deutschen Einheit herum soll sie Mittelpunkt einer Veranstaltung werden, deren würdige Gestaltung dem feierlichen Anlass gerecht wird. Was genau die Weinbrüder und -schwestern dort planen, wird später verraten und in geeigneter Weise den Veranstaltungskalender des Tals der roten Traube um ein besonderes Highlight bereichern.
Die Kapelle St. Urban I. Foto: privat
