Großübung Waldbrand Lahnstein
Großübung Waldbrand in Lahnstein mit 120 Einsatzkräften erfolgreich trainiert
Lahnstein. Dichter Rauch, sich schnell ausbreitende Flammen und schwierige Wasserversorgung: Unter realitätsnahen Bedingungen hat die Freiwillige Feuerwehr Lahnstein am Samstagvormittag gemeinsam mit zahlreichen Hilfsorganisationen eine großangelegte Waldbrandübung durchgeführt. Rund 120 Einsatzkräfte probten im Bereich der K68 zwischen dem Parkplatz Spießborn und der Abzweigung zur L327 den Ernstfall.
Brand breitet sich zunächst unbemerkt aus
Dichter Rauch, sich schnell ausbreitende Flammen und schwierige Wasserversorgung: Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener Vegetationsbrand, der gegen 8:30 Uhr in Hanglage südlich der L327 ausbrach. Aufgrund anhaltender Trockenheit – seit mehr als vier Wochen ohne nennenswerten Niederschlag bei Waldbrandstufe 4 – konnte sich das Feuer zunächst unentdeckt ausbreiten. Erst rund 30 Minuten später meldete ein Autofahrer den Brand der Integrierten Leitstelle Montabaur. Während die Lage zunächst als kleiner Vegetationsbrand eingestuft wurde, führten weitere Notrufe rasch zu einer Hochstufung auf ein größeres Schadensereignis.
Dynamische Lageentwicklung vor Ort
Die ersten Einsatzkräfte trafen etwa 15 bis 18 Minuten nach Alarmierung ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Feuer bereits über die L327 hinweg ausgedehnt und mehrere tausend Quadratmeter Waldfläche erfasst. Vor Ort bot sich ein anspruchsvolles Bild: Flammen von bis zu zwei Metern Höhe, ein intensives Bodenfeuer im Mischwald und dichte Rauchentwicklung erschwerten die Lageerkundung erheblich. Umgehend wurden erste Löschmaßnahmen eingeleitet und zusätzliche Kräfte nachalarmiert. Die Einsatzleitung löste frühzeitig Alarmstufe 3 des Alarm- und Einsatzplans für Wald- und Vegetationsbrände aus.
Brandfläche wächst auf bis zu zehn Hektar
Trotz erster Gegenmaßnahmen breitete sich das simulierte Feuer weiter aus. Gründe waren insbesondere die zunächst begrenzte Personalstärke sowie Engpässe in der Wasserversorgung. Im weiteren Verlauf erreichte das Übungsszenario eine Ausdehnung von rund zehn Hektar – ein Umfang, der eine langfristige und koordinierte Brandbekämpfung erforderte.
Einsatz in drei Abschnitte gegliedert
Zur strukturierten Abarbeitung wurde die Einsatzstelle in drei Abschnitte unterteilt: Im ersten Abschnitt übernahmen die Feuerwehren aus Lahnstein und Koblenz die direkte Brandbekämpfung. Mit mehreren D-Strahlrohren sowie unterstützenden C-Strahlrohren wurde ein intensiver Löschangriff durchgeführt. Parallel stellte ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen die Wasserversorgung sicher. Der zweite Abschnitt wurde durch den Waldbrandzug des Rhein-Lahn-Kreises bearbeitet. Neben einem vergleichbaren Löschangriff kam hier zusätzlich ein sogenannter Wundstreifen zum Einsatz. Durch das gezielte Entfernen brennbarer Vegetation sollte die weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Der dritte Abschnitt war als reines Luftszenario angelegt. Hierfür wurde am Parkplatz Spießborn ein Faltbehälter zur Wasseraufnahme eingerichtet, um Löschwasserabwürfe durch einen Polizeihubschrauber mit einem Außenbehälter zu ermöglichen. Nach einem Erkundungsflug wurde zwischen der Koordinationstelle am Boden und dem Piloten des Hubschraubers die Entscheidung getroffen, den Löschangriff aus der Luft abzubrechen, aufgrund einer sich verschlechternden Wetterlage.
Logistik und Versorgung sichergestellt
Neben der Brandbekämpfung spielte die Logistik eine zentrale Rolle. Das Technische Hilfswerk übernahm die Kraftstoffversorgung der Einsatzfahrzeuge und unterstützte beim Aufbau der Übungsinfrastruktur, insbesondere die Organisation der Feuerstellen, welche ein realistisches Waldbrandszenario darstellten. Das Deutsche Rote Kreuz Lahnstein sorgte im Anschluss an die Übung für die Verpflegung der Einsatzkräfte an der Grillhütte Spießborn.
Wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall
„Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie komplex die Bekämpfung großflächiger Vegetationsbrände ist“, erklärte Sascha Lauer, stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein und Organisator der Übung. Besonders die Themen Wasserversorgung, Abschnittsbildung sowie Kommunikation und Koordination hätten im Fokus gestanden. Durch das realitätsnahe Szenario und klar definierte Einsatzaufträge konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen weiter gestärkt werden. Ziel sei es, im Ernstfall schnell, effektiv und koordiniert handeln zu können.
Breite Beteiligung an der Großübung
An der Großübung nahmen 120 Einsatzkräfte teil, zusammengesetzt aus den Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein, Waldbrandzug Rhein-Lahn-Kreis, Berufsfeuerwehr Koblenz, Freiwillige Feuerwehr Koblenz mit dem Waldbrandzug Arenberg-Immendorf, Polizei Lahnstein, Polizeihubschrauberstaffel Rheinland-Pfalz, THW Lahnstein, DRK Lahnstein, Forstamt Lahnstein / Rheinland-Pfalz, Stadtverwaltung Lahnstein - Abteilung Wald sowie die unterstützenden Unternehmen, Kanal Schüler GmbH & Co. KG (Lahnstein), Lohnbetrieb Max Wagner (Dachsenhausen) und Felix Friedewald Landwirtschaftlicher Betrieb (Bad Ems).
Einsatzkräfte bereiten sich auf den Ausbau eines Wundstreifens vor. Foto: Marta Fröhlich
Pendelverkehr für die Versorgung mit Löschwasser. Foto: Marta Fröhlich
