Ambulantes Kinder- und Jugendhospiz Koblenz
Grünes Band: Verbundenheit mit lebensverkürzt erkrankten Kindern und deren Familien
Koblenz. Etwa 40 000 Kinder und Jugendliche sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderhospizverbandes in Deutschland lebensverkürzt erkrankt. Der „Tag der Kinderhospizarbeit“ findet jedes Jahr am 10. Februar statt und soll zum einen die Lebenssituation schwerstkranker Kinder und ihrer Angehörigen in die öffentliche Aufmerksamkeit rücken, zum anderen auch auf die Arbeit der Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland aufmerksam machen.
Als Zeichen der Verbundenheit ruft der Verband die Menschen dazu auf, grüne Bänder der Solidarität z. B. an Fenstern, Autoantennen oder Bäumen zu befestigen. Das gemeinsame Band soll die betroffenen Familien mit Freunden und Unterstützern symbolisch verbinden.
„Auch in unserer Region leben viele Familien mit schwerstkranken Töchtern oder Söhnen, die vor dem Erwachsenenalter sterben werden. Im vergangenen Jahr haben wir 52 Familien im Umkreis von 50 Kilometern rund um Koblenz begleitet und unterstützt“, zieht Ina Rohlandt, Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins, anlässlich des diesjährigen Tages der Kinderhospizarbeit Bilanz. Finanziert wird die Arbeit zu einem überwiegenden Teil aus Spendengeldern.
Im Team arbeiten geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter*innen und Hospiz-/Palliativpflegefachkräfte partnerschaftlich zusammen. Beiden ist es wichtig, das gesamte familiäre System zu unterstützen. Dabei stehen die Kinder und ihre Familien in ihrer Gesamtheit – körperlich, seelisch, psychosozial, spirituell – im Mittelpunkt. Die Begleitung einer Familie, in denen ein Kind lebensbegrenzend erkrankt oder behindert ist, erfordert Sensibilität. Oft sind Eltern überlastet und hilflos. Immer wieder müssen neue Lösungen gefunden werden, die entlasten und somit die Lebensqualität des Kindes und der Familie erhalten. Ehrenamtliche kümmern sich beispielsweise stundenweise um das erkrankte Kind oder um die gesunden Geschwisterkinder. „Wir orientieren uns bei unserer Arbeit immer daran, was die einzelne Familie gerade braucht“, so Ina Rohlandt. So schaffen die ehrenamtlichen Helfer Freiräume für die Eltern, die oftmals am Rande der Belastbarkeit sind und keinerlei Zeit für sich selbst mehr haben.
Das ambulante Kinder- und Jugendhospiz Koblenz wurde 2006 gegründet und feiert in diesem Jahr das 15-jährige Bestehen. Heute arbeiten fünf hauptamtliche und 30 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen für den Dienst.
Das Polizeipräsidium Koblenz unterstützt bereits seit vielen Jahren den „Tag der Kinderhospizarbeit“, indem die Antennen der Einsatzfahrzeuge am 10. Februar mit einem grünen Band versehen werden. Auch die Geschäftsstelle des Vereins macht mit bemalten Fenstern im unteren Stockwerk auf die Aktion und das Jubiläum aufmerksam. Pressemitteilung des
Koblenzer Hospizvereins
