Güls braucht eine neue Kita
Koblenz. Güls ist ein Stadtteil von Koblenz und zeichnet sich durch seine besondere Lebensqualität aus. In einem Interview erläutert Hans-Peter Ackermann, Ortsvorsteher von Güls, was diesen Stadtteil so lebenswert macht. Aber auch, wo der Schuh drückt.
BLICK aktuell: Warum ist Güls besonders lebenswert?
Hans-Peter Ackermann: Güls hat ganz besondere Einwohnerinnen und Einwohner- Sie sind freundlich, offen, hilfsbereit, tolerant und außergewöhnlich humorvoll, sonst hätten sie mich doch nicht als Ortsvorsteher wiedergewählt!
Und Güls ist ein typisches Stadtdorf: wir genießen alle Vorteile einer lebendigen, aktiven Stadt und leben trotzdem in einem gemütlichen Dorf, wo man sich kennt, miteinander spricht und sich -ohne lange zu fragen- auch gegenseitig hilft. Wir haben mit unserem Gölser Blättchen eine eigene Dorfzeitung, die monatlich erscheint. Es gibt ein reges Vereinsleben, Güls ist geradezu eine Karnevalshochburg mit den Gülser Seemöwen und den Gülser Husaren, wir feiern die Feste wie sie fallen, vor allem unser Gülser Blütenfest, und trinken dabei gerne unsere hervorragenden Gülser Weine. Zudem klappt die innerdörfliche Versorgung noch immer: wir haben einen Supermarkt mitten im Ort und nunmehr seit über vier Jahren einen attraktiven und gut besuchten Wochenmarkt, es gibt Kneipen und Restaurants, sogar einen beliebten Campingplatz an der Mosel! Manches davon macht Güls liebenswert, all das macht Güls lebenswert!
BLICK aktuell: Welche Herausforderungen gibt es derzeit?
Hans-Peter Ackermann: Wir haben in Güls viele Kinder, was uns enorm freut, aber wir brauchen eine neue Kita! Die Stadt plant und wird auch zeitnah bauen. Wir hoffen, dass dabei eine zukunftsfähige Lösung entsteht und nicht am falschen Ende gespart wird.
Unser Bürgerhaus am Marktplatz wird saniert, auch hier müssen wir eigentlich bürgernah und nachhaltig bauen, aber das Geld fehlt der Stadt an allen Ecken und Enden.
Wir müssen die gesunde Struktur unseres Dorfes erhalten, z.B. innerörtliche Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten, touristische Angebote, aber auch Neues schaffen, wie z.B. ein Netz von gekennzeichneten Wanderwegen um Güls. Zudem müssen wir uns auch der modernen Zeit anpassen. So ist ein Glasfaserausbau für ganz Güls ab 2028 geplant, aber auch im Kleinen wollen wir z.B. durch die Bereitstellung einer „Stadtdorf-App“ modernisieren. Und Güls muss unbedingt klimaresistent werden: mehr Grün, mehr Schatten, mehr Bäume, Entsiegelung von Flächen, Wasserspender u.v.a.
BLICK aktuell: Wie können diese Herausforderungen gelöst werden?
Hans-Peter Ackermann: Hartnäckig sein, unbürokratisch sein, unkonventionelle Lösungen selbst anpacken, aber auch politisch gemeinsam für Güls im Stadtrat arbeiten. Wir haben mit den Gülser Heimatfreunden, der Feuerwehr und dem Gülser Ortsring starke Partner, die in vielen Bereichen zum Wohle von Güls zusammenarbeiten. Viele Vereine machen hervorragende Jugendarbeit! Unser Gülser Ortsbeirat kümmert sich um die Gülser Belange und versucht immer wieder den Verantwortlichen in Stadtrat und Stadtverwaltung deutlich zu machen, dass Investitionen in die Zukunft unausweichlich sind für eine Gemeinschaft, in der sich gut und gerne leben lässt: also für Güls!
ROB
