Allgemeine Berichte | 02.01.2024, 08:02 Uhr

Der Erbauer des Eiffelturms hat seine Wurzel in Aremberg und Marmagen, wo sein Urahn Lehrer und Küster war

Gustave Eiffel: Auswanderer aus der Eifel änderte seinen Namen

Eine Bronzetafel an einem Basaltbrocken erinnert in Marmagen an Gustave Eiffel.  Foto: GS
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Kreis Ahrweiler. Vor 100 Jahren ist Gustave Alexandre Eiffel im Alter von 91 Jahren gestorben. Seinen Todestag am 27. Dezember würdigten Doku- und Kultursender mit Einblicken in das Lebenswerk des Eiffelturm-Erbauers. Aber eines blieb in allen Beiträgen unerwähnt: Woher stammt der Name des begnadeten Ingenieurs, und was hat Eiffel mit der Eifel zu tun? Diese Frage stellten sich bereits in den 1960er Jahren das Journalistenehepaar Naumann-Culpa aus Gemünd und, die Fritz Bretz für die Gemeinde Nettersheim zusammenfasste. Das Ergebnis: Gustave Eiffel hat seine Wurzeln in der männlichen Linie in der Eifel, genauer in Aremberg im Kreis Ahrweiler und in Marmagen im Kreis Euskirchen.

Ist in Aremberg der Urahn Eiffels eher in Vergessenheit geraten, hat Marmagen in der Dorfmitte bereits seit 1969 einen „Eiffelplatz“, der von den Nachfahren des berühmten Ingenieurs bereits mehrfach besucht wurde. Doch von vorne:

Jacques Paul aus Bordeaux, ein Enkel Eiffels und wie sein Großvater Ingenieur, hatte in Frankreich Ahnenforschung betrieben. Er teilte dem Bürgermeister der damaligen Gemeinde Marmagen, Felix Bretz, am 28. Juni 1968 mit: „Gustave Eiffel, der Erbauer des Eiffelturms in Paris, entstammt direkt der Familie Leo Heinrich Bönickhausen, der als Lehrer und Sakristan in Marmagen und Aremberg tätig war.“ Ihm wurde, das ergaben Nachforschungen der Journalisten Naumann-Cupa im Pfarrarchiv der Laurentiuskirche in Marmagen, am 10. Januar 1680 sein Sohn Wilhelm Heinrich Johann getauft, der um 1710 nach Frankreich auswanderte und in den Wäldern des französischen Königs bei Dijon als Förster Dienst verrichtete.

Als Jean-Rene fügte der Auswanderer seinem Familiennamen Bönickhausen den Anhang Eiffel hinzu, ging damit auf seine alte Heimat ein. Im Stammbuch heißt es: „Jean-Rene Bönickhausen dit Eiffel“, was für „genannt Eiffel“ steht. Er war in Frankreich „der Eiffler, der aus der Eiffel‘. Denn Eifel wurde im ancienne regime noch mit „ff“ geschrieben, wie auf alten Karten aus dieser Zeit unter anderem am Namen Münstereiffel zu sehen ist. Jean-Rene Bönickhausen dit Eiffel starb 1734. Sein Sohn Jean-Pierre Henry (1715 bis 1765), sein Enkel Alexandre Marie (1758 bis 1806) und sein Urenkel Alexandre (1795 bis1879) sind im Stammbaum, den die Gemeinde Marmagen aus Frankreich erhielt, mit dem Familiennamen Bönickhausen-Eiffel vermerkt.

Beim Ur-Ur-Enkel Gustave Alexandre Eiffel (1832 bis1923) selbst erscheint der Name Bönickhausen nur in seiner ersten Lebenshälfte, jedoch ohne Umlaut, den es im Französischen nicht gibt. So ist in der Geburtsurkunde von Gustave Alexandre Eiffel „Bonickhausen dit Eiffel“ als Nachname eingetragen. 1880 wurde dann ein Vermerk angefügt, dass ein Gerichts in Dijon verfügt hat, den Namen „Eiffel“ an die Stelle von „Bonickhausen dit Eiffel“ zu setzen. Die Namensverkürzung hatte Eiffel 1878 beim französischen Justizministerium beantragt und damit begründet, dass ihm der deutsch klingende Name geschäftliche Nachteile bringe. Nach dem Sieg im deutsch-französischen Krieg 1870/71 erfreute sich alles Deutsche in Frankreich nicht gerade größter Beliebtheit.

Soweit der geschichtliche Part. Als dann 1969 die zu Nettersheim gehörende Gemeinde Marmagen ihren Dorfplatz baute, fiel es dem Rat nicht schwer, sich für den Namen „Eiffelplatz“ zu entscheiden. Wenn auch der im Bauplan des Platzes angedachte Mini-Eiffelturm“ nicht gebaut wurde, so erinnert doch heute eine bronzene Gedenktafel auf einem tonnenschweren Basaltbrocken mit einem „halben Eiffelturm“ und Erläuterungen an Gustave Eiffel und sein Werk. Die zum Platz gehörenden Sitzgruppen sind heute beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Treffpunkt der Dorfjugend von Marmagen. GS

Eine Bronzetafel an einem Basaltbrocken erinnert in Marmagen an Gustave Eiffel. Foto: GS

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