Friseur-Innung appelliert an Politik und die Solidarität der Gesellschaft
„Haarsträubende Entwicklung“
Kreis Ahrweiler. „Es muss dringend etwas passieren“, fasst Daniel Röber, Obermeister der Friseur-Innung Ahrweiler, die Situation im Friseur-Handwerk zusammen. Er sieht die Saloninhaber im Stich gelassen. Er vermisst aber auch, wie viele seiner Kollegen, die Solidarität der Gesellschaft. „Die Politik hat unsere ganzen Bemühungen, die wir seit dem letzten Lockdown mit großem finanziellen Aufwand betrieben haben, schlichtweg nicht berücksichtigt. In den Salons sind die Hygienestandards durch die Anordnungen der Berufsgenossenschaft höher als die der Landesverordnung, führt er an. „Ein Friseurbesuch bedeutet kein Infektionsrisiko. „Mir sind keine Infektionen bekannt, die nachweislich durch einen Friseurbesuch entstanden sind.“ Dennoch mussten auch die Friseursalons seit dem 16. Dezember schließen. Bis zum 14. Februar dürfen Friseure nicht öffnen und es dürfen keine Friseurdienstleistungen ausgeführt werden. Die Zeit danach? Ungewiss… Die Regelung der Schließung und der Untersagung von Friseurdienstleistungen trifft alle gleich. Sollte man meinen, doch weit gefehlt! Daniel Röber bringt es auf den Punkt: „Schauen Sie sich doch die Politiker, Fußballprofis und einige Kunden an, die scheinbar nicht vor fünf Wochen das letzte Mal auf einem Friseurstuhl saßen. Innungskollegen melden sich bei ihm und machen ihrem Ärger Luft. Bei Vielen ist es reine Verzweiflung und die Angst vor der Zukunft. „Es macht schon traurig, wenn man hört, dass Friseurkollegen von Mitarbeitern und Kunden hintergangen werden. Der Salon darf nicht öffnen, der Kunde kontaktiert seinen Friseur privat und man trifft sich „auf einen Kaffee“ im heimischen Wohnzimmer.
Diese Situation trifft die Saloninhaber schwer, emotional wie finanziell. Denn wer sich jetzt frisieren lässt, der kommt nach dem Lockdown nicht sofort in den Salon. „Statt solidarisch gemeinsam die Zeit zu meistern, wird gegeneinander gekämpft.“
Röbers Appell als Obermeister richtet sich an alle Kunden: „Fragt euren Friseur bitte nicht, ob er eine Ausnahme macht und euch die Haare schneidet. Ihr tut ihm damit keinen Gefallen, wartet auf die Salonöffnung. Wir brauchen euch mehr denn je.“ Besonders bemängelt er auch die schleppende Unterstützung von Seiten der Politik. „Versprechen alleine reicht nicht, das Geld muss auch kommen. Ich schätze, dass 30 Prozent der selbstständigen Friseure bundesweit diesen zweiten Lockdown nicht überleben werden.“
Daniel Röber ist vom Hygienekonzept der Friseure überzeugt, bei Einhaltung ist ein Friseurbesuch sicher. Er fordert: „Am 14. Februar muss der Lockdown für die Friseure vorbei sein, sonst ist es mit dem ein oder anderen Friseur bald vorbei.“
Daniel Röber. Foto: privat
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