Rund 2.500 Fahrten durch die Gemeinden
Happy Birthday Bürgerbus: Das Bürger- Mobil feiert seinen ersten Geburtstag
Thilo Becker zieht positive Bilanz
Höhr-Grenzhausen. Vor genau einem Jahr war es nach langer Planungsphase endlich soweit. Am 29. August 2017 ging das Bürger-Mobil auf Jungfernfahrt und rollt seitdem zweimal wöchentlich jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 8 und 17 Uhr über die Straßen der Verbandsgemeinde, um älteren Menschen, die alleine nicht oder nur eingeschränkt mobil sind, wieder zu mehr sozialen Kontakten und einer höheren Lebensqualität zu verhelfen sowie deren Alltag zu erleichtern.
Kleine Rückschau
Bereits im April letzten Jahres referierte Verbandsbürgermeister Thilo Becker im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die Chancen, Möglichkeiten und Vorteile des damals noch geplanten Bürgerbusses. Becker nannte seinerzeit als Ziel, das Leben dieser Menschen wieder lebenswerter zu machen und deren Lebensqualität zu steigern. Weiterhin gab er an, dass sich die Ausrichtung des Bürgerbusses nach den individuellen Bedürfnissen und Bedarfen richte. Das sei beispielsweise die Fahrt zum Supermarkt, zum Metzger, zum Arzt oder zum Treffen mit Freunden.
Und dann kam der große Tag des Startschusses Ende August und die ersten beiden Fahrgäste, Frau Pittas und Frau Altay, stiegen über die Schwelle des Bürger-Mobils, um mit ihm die ersten Kilometer zurückzulegen.
Im Interview vor ein paar Wochen zeigte sich Inge Schmidt, die sich von der ersten Minute an ehrenamtlich für das Projekt engagiert, begeistert über den zunehmenden Erfolg. Von Beginn an war sie zuversichtlich, sehr positiv gestimmt und glaubte fest daran, dass das Bürger-Mobil von der Zielgruppe gut angenommen wird. Ihr persönliches Motto lautete „Das wird schon!“ Und sie sollte Recht behalten. Bereits ab dem ersten Einsatztag holten die ehrenamtlichen Fahrer die Menschen vor der Haustür ab und brachten sie auch dorthin wieder zurück.
Gute Stimmung im Team
Aktuell sind 13 Fahrer und 12 Damen, die die Routenplanung und den Telefondienst übernehmen, ehrenamtlich im Einsatz. „Alle sind mit dem Herzen dabei und jeder gibt sein Bestes.“, sagte Inge Schmidt begeistert über den harmonischen Umgang und das tolle Miteinander im Team des Bürger-Mobils. Lässt sie das erste Jahr Revue passieren, so kann sie sich nur an positive Ereignisse und Situationen erinnern und sie ist auch selbst schon im Bürger-Mobil mitgefahren.
Et Busje kümmt
Inzwischen hat der Bürgerbus viele Stammgäste und immer wieder kommen neue hinzu, die das Angebot der Verbandsgemeinde gerne und dankbar annehmen, um ihre Fahrt zu ihrem persönlichen Ziel, sei es zum Arzt, zur Gymnastik, zum Einkaufen oder einfach zum Kaffeetrinken bei der Freundin, anzutreten. Und einen Spitznamen hat das Bürger-Mobil auch schon erhalten, denn wenn das weiße Mobil in Sicht kommt, heißt es: „Et Busje kümmt.“
Rekordtag mit 46 Fahrten
Die Beliebtheit des „Busjens“ und dass die Verbandsgemeinde mit der Einführung und Bereitstellung des Bürger-Mobils die richtige Entscheidung getroffen hat, zeigt sich auch in der Statistik. Waren es am ersten Einsatztag in 2017 sieben Fahrten, so nahmen in der darauffolgende Woche am zweiten Fahrtentag bereits mehr als doppelt so viele Personen den Service in Anspruch. Seit Ende August 2017 wurde das Bürger-Mobil für insgesamt 2.369 Fahrten „gebucht“ (Stand 31.07.2018) und beförderte dabei 2.471 Personen zu ihrem Wunschziel. Anfang Juli 2018 absolvierte der Bus sage und schreibe 46 Fahrten an einem einzigen Tag. Im Durchschnitt legt der Bürgerbus 279 Fahrten pro Monat zurück, Tendenz steigend. Somit wird er Ende August nach einjähriger Nutzung die 2.500er Marke überschreiten. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann und auf das Verbandsbürgermeister Thilo Becker zurecht stolz ist.
Statement von Thilo Becker
„Nach einem Jahr Bürgermobil Höhr-Grenzhausen darf ich feststellen, dass das Angebot genau den Bedarf getroffen hat. Die Abholung am Wohnort und die Beförderung zum individuellen Ziel innerhalb der Verbandsgemeinde entsprechen dem Wunsch der Fahrgäste. Dabei schildern mir insbesondere die Fahrzeuglenker, dass es immer wieder zu schönen Szenen im Bus kommt. Die Kommunikation im Bus erfolgt und die Menschen sind zufrieden, dass sie ein Teil der Mobilität für sich wieder gewinnen konnten. Dass wir ein solches Angebot aufrechterhalten können, ist zuerst den ehrenamtlichen Helfern anzurechnen. Telefondienst, Fahrplanerstellung und die eigentlichen Fahrten fordern die Helfer stets, doch trotz der Aufgabenstellung sind alle mit viel Spaß und Engagement dabei. Artur Breiden und Inge Schmidt sind für die Verwaltung wertvolle Ansprechpartner, um aufkommende Fragen und Anregungen weiterzutragen. Alle ehrenamtlichen Unterstützer leisten hier eine wertvolle Arbeit. Dieses Engagement wird durch den Verbandsgemeinderat gefördert, die finanzielle Absicherung des Bürgermobils erfolgt über den Haushalt der Verbandsgemeinde und ist Grundlage für den Betrieb des Angebotes.
Ich wünsche mir, dass die Auslastung und Nachfrage weiterhin den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürgern gerecht wird, auch wenn mir bewusst ist, dass wir nicht alle Wünsche abdecken können. Mein herzlicher Dank gilt allen Akteuren im „System Bürgerbus“.
Thilo Becker half den beiden Damen in das Bürger-Mobil, das auf seiner ersten Fahrt vor einem Jahr von Artur Breiden gesteuert wurde.
