„Wir leben in einer tollen Landschaft“
Hatzenport feierte 10 Jahre Traumpfade, Wein-Wetter-Weg und Kräutergarten
Die Jubiläums Matinee fand in der Alten Abfüllhalle Pauly Rath statt
Hatzenport. In lockerer, unterhaltsamer Atmosphäre fand die Jubiläums Matinee im nostalgischen Ambiente der Alten Abfüllhalle Pauly Rath statt. Auch der wunderschöne Garten, der Blicke auf die Mosel freigab, war mit einbezogen. Seit 10 Jahren ziehen der Wein-Wetter-Weg, die Traumpfade und der Kräutergarten viele Besucher magisch an. Grund zum Feiern, und so hatte der Fremdenverkehrs- und Heimatverein Hatzenport eingeladen, um gemeinsam mit allen Interessierten zurück zu blicken und den Anlass zu bejubeln. Er bewirtete seine Gäste mit regionalen Speisen sowie Rieslingen aus den Hatzenporter Terrassenweinbergen. Musikalisch begleitete der Musikverein Löf die Veranstaltung. Eine Fotoausstellung gab Zeugnis über die Artenvielfalt in den Moselweinbergen und 10 Jahre Wein-Wetter-Weg. Schwerpunkt der Matinee war der Wein-Wetter-Weg. An ihrer Begeisterung für die Hatzenporter Wanderwege, machten auch die Eröffnungsredner keinen Hehl. „Alle reden vom Wetter, wir auch – und haben daraus einen Kulturweg gemacht!“ Mit diesen Worten begann Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen seine Rede, in der er dessen Werdegang erläuterte. Unter Mitwirkung vieler Bürger/innen und Vereine, wurde vor zehn Jahren in Hatzenport einer der ersten Themenwanderwege der Mosel konzipiert. Der mit Thementafeln über Wein und Wetter ausgestattete Wein-Wetter-Weg, hat eine Gesamtlänge von 11 Kilometern und vermittelt dem Wanderer in den Hatzenporter Weinbergslagen einmalige Ausblicke, auf Felslandschaften und ins Krebsbachtal. Als Teil der Mosel Erlebnis Route führt er in einer großen Schleife durch Hatzenport, dann nach Osten über die Rabenlay nach Löf, sowie nach Südosten zur Burg Bischofstein und nach Lasserg. Interessant sind auch die beiden Wetterstationen mitten in den Weinbergen des „Kirchberg“. Sie geben seit 20 Jahren Auskunft über aktuelle Werte, Temperatur, Niederschlag und Wind. Die Daten sind im Internet ab zu fragen und erscheinen täglich im Regionalfernsehen. An einen alten Klostergarten erinnert der Kräutergarten, auf den der Wanderer an der 750 Jahre alten St. Johanneskirche trifft. Seine Pfade sind
kreuzförmig angelegt, bepflanzt sind Themenbeete wie „Duftpflanzen“ oder „Heilkräuter“. Von einer kleinen Plattform aus schweift der Blick ins Moseltal, lässt den Betrachter gerne in Ruhe verharren. Ein Großteil des Weges ist Bestandteil des „Moselsteigs“ und des „Traumpfades Hatzenporter Laysteig“. Dieser ist nominiert zu „Deutschlands schönster Wanderweg“. Jetzt zählt jede Stimme, bis 30. Juni 2018 kann abgestimmt werden (www.wandermagazin.de/wahlstudio oder www.traumpfade.info). Momentan liegt er in der Bewertung vorne, hat also große Chancen der Wanderweg des Jahres 2018 zu werden. Der Themenweg mit seinen fantastischen Aussichten erläutert dem Wanderer die spezifischen Zusammenhänge von
Wein und Wetter (www.weinwetterweg.de). Albrecht Gietzen ist stolz auf das Engagement der Hatzenporter Bürger/innen und dem Fremdenverkehrsverein für die Instandhaltung der Wanderwege und des Kräutergartens. Er „musste“ viele Namen nennen, um sich auf das Herzlichste zu bedanken. Besonders erfreut zeigte er sich über die Gäste, die stellvertretend für alle anwesend waren, die als „Pioniere“ der Wanderwege gelten. Es war eine grandiose Leistung einiger Rentner in den frühen 90er Jahren. Sie zogen mit Pickel, Schaufel und Hacke ausgerüstet los, weil sie „etwas Schönes machen“ wollten. Anfangs nicht legal, keine fragte – es wurde einfach gemacht, konnten die so entstandenen Wanderwege später legalisiert werden. Anerkennend äußerte sich auch Landrat Dr. Alexander Saftig über die Vielfältigkeit des Kreises Mayen-Koblenz für den Tourismus, in dem Naturschutz erlebbar und Umweltschutz erkennbar gemacht wird sowie die Landschaft
in den Mittelpunkt gerückt wird. „Das Wanderparadies liegt direkt vor unserer Haustür, unsere Landschaft ist es wert, bewandert zu werden. Wer es genießt, sich den Ausblicken und Eindrücken hin zu geben, der bekommt bei uns eine solche Fülle von Impressionen, wie sie sonst nirgends zu finden sind. Hierfür haben wir die Traumpfade geschaffen.“ Das Konzept der Traumpfade erweist sich als Erfolgsgeschichte, seit 2008 gab es mehr als 3 Millionen Wanderbegeisterte in Mayen-Koblenz, mit steigender Tendenz. Mittlerweile locken 26 Premiumwanderwege, quer durch den Landkreis verteilt. Der Erfolg zeigt sich auch darin, dass die begehrte Auszeichnung „Deutschlands schönster Wanderweg“ schon viermal an einen dieser Traumpfade ging. Mit dem „Hatzenporter Laysteig“ könnte der fünfte Titel geholt werden. Dr. Saftig dankte abschließend allen: „Die gemeinsam mit uns die Traumpfade und Traumpfädchen voranbringen.“ Für den Fremdenverkehrs- und Heimatverein sprach Thomas Ibald zu den Gästen. Gewohnt unterhaltsam und detailgenau, informierte er unter anderem über den Themenwanderweg und das dazugehörige Logo, welches dem Wanderer auf Schritt und Tritt begegnet. Es ist schon ungewöhnlich, denn es stellt einen traubennaschenden Hasen dar. Ungewöhnlich ist auch die Entstehung: beim Bau der Eisenbahn im Jahr 1877 entdeckte man ein römisches Grabdenkmal, das vermutlich aus dem 1. Jahrhundert stammt. Gefunden wurde ein Steinblock mit drei Reliefen, zweimal eine figürliche Darstellung aus dem Umkreis des Weingottes Dionysos, auf dem dritten Relief ist ein Hase eingemeißelt, der an einer Traube nascht. Der Hase symbolisiert Fruchtbarkeit und Lebenskraft, die Weintraube ist eine von Mensch und Tier begehrte Frucht. Es handelt sich um ein äußerst wichtiges Dokument des Weinbaus in Hatzenport schon zu früher Römerzeit. Auf der Suche nach einem Logo für den Wein-Wetter-Weg, entstand die Idee den traubennaschenden Hasen zu nehmen, denn er steht für Weinbau, Wärme und Wonne. „Wir leben in einer tollen Landschaft“, davon ist Thomas Ibald überzeugt und teilte diese Überzeugung mit allen Gästen. Diese hatten dann die Gelegenheit sich die Fotoausstellung an zu sehen und sich mit Speisen und Getränken zu laben. Information über das Festprogramm „10 Jahre Traumpfade Rhein-Mosel-Eifel-Land sind zu finden unter www.traumpfade.info
EP
Bei der Hatzenporter Jubiläums Matinee waren Gäste stellvertretend für die Rentner anwesend, die als „Pioniere“ der Wanderwege gelten.
Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen erläuterte den Werdegang der Hatzenporter Wanderwege.
