Allgemeine Berichte | 09.03.2026

Bürger bemängeln, dass in der Koblenzer Straße deutlich zu oft zu schnell gefahren wird!

HeimatCheck: Mülheim-Kärlich: Tempo 30 - aber wer hält sich dran?

In der Koblenzer Straße wünschen sich die Anwohner verstärkte Kontrollen.  Foto: KH

Mülheim-Kärlich. In der Koblenzer Straße in Mülheim-Kärlich gilt seit einigen Jahren auf einem Teilstück Tempo 30. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde im Bereich von der Kreuzung Winninger-/Bahnhofstraße bis hinter die dortige Bushaltestelle eingeführt. Hintergrund sind die örtlichen Gegebenheiten: eine verengte Fahrbahn, sehr schmale Gehwege sowie zahlreiche Ausfahrten und unübersichtliche Stellen.

Die Gehwege sind teilweise so eng, dass sie mit Kinderwagen oder Rollator nicht durchgängig nutzbar sind. Aus Sicht vieler Anwohner ist die Temporeduzierung daher notwendig, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

In der Praxis werde die Regelung jedoch häufig missachtet, berichten Anwohner. Viele Fahrzeuge würden weiterhin mit rund 50 km/h oder sogar schneller unterwegs sein. Selbst Linienbusse hielten sich nach Beobachtung von Anwohnern nicht immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Geschwindigkeitskontrollen seien in diesem Bereich bislang kaum wahrgenommen worden.

Die verfügbaren mobile Blitzer in der VG sind nicht immer verfügbar, da sie zahlreiche Orte einsetzen möchten.

Stellungnahme der Verbandsgemeindeverwaltung

Die Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm bestätigt, dass in den vergangenen Jahren in allen Städten und Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde zahlreiche Tempo-30-Zonen und 30-km/h-Strecken eingerichtet wurden. Ziel dieser Maßnahmen sei insbesondere der Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer.

Auch auf einem Teilstück der Koblenzer Straße wurde – als klassifizierte Landesstraße – mit Zustimmung der Polizeiinspektion Andernach, des Landesbetriebs Mobilität Cochem-Koblenz sowie der Stadt Mülheim-Kärlich eine 30-km/h-Strecke eingerichtet. Ausschlaggebend seien die enge Fahrbahn und die besonders schmalen Gehwege gewesen.

Die Verwaltung weist darauf hin, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch das Aufstellen von Verkehrszeichen erreicht werden könne. Die Verbandsgemeinde Weißenthurm gehört zu den vergleichsweise wenigen Kommunen in Rheinland-Pfalz, die selbst Geschwindigkeitskontrollen durchführen dürfen. Diese würden nahezu täglich durch Hilfspolizeibeamte sowie den kommunalen Vollzugsdienst an verschiedenen Stellen im gesamten Gebiet vorgenommen. Dazu zähle grundsätzlich auch die Koblenzer Straße. Allerdings könnten Kontrollen nicht immer in der von einzelnen Bürgern gewünschten Häufigkeit stattfinden.

Bei der Auswahl der Kontrollstellen spielten auch Hinweise aus der Bevölkerung eine Rolle. Eine größere Zahl entsprechender Beschwerden zur Koblenzer Straße habe es in jüngerer Zeit nicht gegeben. Die nun vorgetragenen Hinweise würden jedoch aufgegriffen, und kurzfristig seien weitere Kontrollen vorgesehen.

Weitere Möglichkeiten

Neben Geschwindigkeitskontrollen setzt die Verbandsgemeinde auf zusätzliche Maßnahmen wie Geschwindigkeitsanzeigen („Smiley-Displays“), die Verkehrsteilnehmer auf ihr aktuelles Tempo aufmerksam machen sollen.

Bauliche Maßnahmen sind dagegen nur eingeschränkt möglich. Auf der Koblenzer Straße als klassifizierter Straße seien etwa Schwellen oder ähnliche Einrichtungen weder zulässig noch sinnvoll. Auch die Bedeutung der Strecke für den Buslinienverkehr spiele hierbei eine Rolle.

Die Verwaltung weist zudem darauf hin, dass Geschwindigkeiten von vorbeifahrenden Fahrzeugen von Anwohnern häufig schwer einzuschätzen seien. Gerade große Linienbusse könnten in engen Straßenzügen schneller wirken, als sie tatsächlich fahren.

Grundsätzlich könne die Kontrolldichte im gesamten Gebiet jedoch nie so hoch sein, dass jedes Tempovergehen festgestellt werde. Verkehrsüberwachungen hätten daher auch eine präventive Wirkung. Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen seien in Rheinland-Pfalz zudem grundsätzlich nur an ausgewiesenen Unfallschwerpunkten zulässig. ROB

In der Koblenzer Straße wünschen sich die Anwohner verstärkte Kontrollen. Foto: KH

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Sachbearbeiter Kreditorenmanagement
pädagogische Fachkraft
Stellenanzeige
Anzeige KW 27
Empfohlene Artikel
Wie ist es um Adenau als Fahrrad-Stadt bestellt.  Foto: Dominik Ketz
289

Adenau. Wie sicher ist das Radfahren durch die Innenstadt? Diese Frage bewegt aktuell die Bürgerinnen und Bürger. Und sorgt für Diskussionen rund um die Verkehrssituation auf der Hauptstraße. Ein Anwohner schildert eine aus seiner Sicht zunehmend problematische Entwicklung: Vor allem für Radfahrer sei die Lage in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden.

Weiterlesen

Ein Schild an der L74 weist auf die kaputte Fahrbahndecke hin.  Foto: Mara Schmitz
306

Wershofen/Hümmel. Schlaglöcher, Risse und ein insgesamt stark beanspruchter Fahrbahnbelag: Für viele Anwohner ist der Zustand der L 74 zwischen Wershofen und Hümmel längst mehr als nur ein Ärgernis. Die Strecke ist in einem desolaten Zustand - das ist Fakt. Auch aus der Kommunalpolitik wird Kritik laut, insbesondere über die immer wieder verschobene Sanierung. Kürzlich machte auch Ortsbürgermeister Robert Zawada die Verschiebung des Baustarts öffentlich (BLICK aktuell berichtete).

Weiterlesen

Ist es in Wassenach zu laut? Foto: ROB
523

Wassenach. In Wassenach sorgt die Landesstraße L113 immer wieder für Diskussionen. Anwohner berichten von erhöhter Lärmbelastung – insbesondere durch den Schwerlastverkehr – sowie von zu hohen Geschwindigkeiten. Zudem wird bemängelt, dass es keine sichere Möglichkeit gebe, die Straße als Fußgänger zu überqueren. Im Rahmen des BLICK aktuell-Heimatchecks hat die Redaktion bei der zuständigen Verwaltung nachgefragt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Team Boxclub Ahrtal nach überzeugendem Turniersieg, (v.r. David Boskovic, Steven Imeh, Alexander Harrop, Onur Yardim)
19

Ransbach-Baumbach. Der 18-jährige Steven Imeh vom Boxclub Ahrtal hat am 4. Juli bei der „Butzi’s Fight Night“ in Ransbach-Baumbach ein stark besetztes nationales Turnier in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gewonnen. Vier hochkarätige Boxer kämpften um den Titel und ein vierstelliges Preisgeld. Imeh überzeugte mit einer starken Leistung und sicherte sich den Turniersieg.

Von Ahrtaler Boxsport aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Postkarte aus dem Jahr 1962 mit Ansichten des damaligen „Bad Sinzig am Rhein“: Zu sehen sind der Kirchplatz mit St. Peter, die Bachovenstraße, das Mineral-Schwimmbad sowie ein Panorama der Stadt.
24

Postkarten Sinziger Geschichte

Als Sinzig noch „Bad Sinzig am Rhein“ hieß

Sinzig. Ein interessantes Stück Stadtgeschichte ist kürzlich wieder aufgetaucht: Eine Postkarte aus dem Jahr 1962 zeigt mehrere Ansichten des damaligen „Bad Sinzig am Rhein“ und erinnert an eine Zeit, in der die Stadt noch offiziell den Badtitel trug.

Von Reiner Friedsam aus Sinzig

Weiterlesen