Willy-Brandt-Forum Unkel
Heimfahrt nach U.
Brigitte Seebacher und Rudolf stellten neue Broschüre über Brandts Jahre in Unkel vor
Unkel. Was hat Willy Brandt in Unkel erlebt? Wie hat er sich eingelebt? Wie haben die Unkeler ihn aufgenommen? Das hält jetzt gedruckt mit vielen Bildern die Nr. 1 der neuen Schriftenreihe des Willy-Brandt-Forums (WBF) fest. Ihr Titel lautet: „Heimfahrt nach U. Willy Brandts Jahre in Unkel 1979 bis 1992“. Und es gibt nur eine Person, die diese Geschichte erzählen kann - Brigitte Seebacher.
Sie tut es, unterstützt von weiteren Autoren, in dem 64-seitigen Heft beginnend mit dem Zufallsfund einer Appartment-Wohnung in der Eschenbrender Straße, das im April 1979 bezogen wurde. Ein ums andere Mal schildert sich, wie sich die große Politik in der kleinen Unkeler Welt spiegelte, etwa beim letzten Besuch Helmut Schmidts oder als er den Fall der Mauer in seinem noch nicht ganz fertigen Haus Auf dem Rheinbüchel 60, also noch ohne Fernseher und Radio, verschlief und sich dann umgehend nach Berlin aufmache, um dort die historischen Worte zu finden. „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“
Christoph Charlier, dem Vorsitzenden des WBF, hat es ein in dem Heft abgedrucktes Foto des Unkelers Bernhard Gelderblom besonders angetan. Es ist ein Schnappschuss des passionierten Hobby-Fotografen, als mit seiner Frau Dorothée vom Wahllokal kommend den Brandts auf der Schulstraße begegnet. Geistesgegenwärtig dreht sich Herr Gelderblom um und drückt auf den Auslöser seiner Kamera. Wir sehen, wie Frau Brandt gerade den Schirm schließen will, Willy Brandt trägt Mantel und Kappe. Es ist ungemütlich, neblig – eine Bundestagswahl im Winter. Die Rückenperspektive, aus der wir das Ehepaar Brandt sehen, lädt ein, sich in ihre Gedanken zu versetzen. Bei Kundgebungen in der DDR hatten Brandt gerade noch Zehntausende zugejubelt. Der Kanzlerkandidat der SPD Lafontaine agierte indes unglücklich. Zwischendrin kam die Frage auf, ob nicht der Alte, ob nicht Willy Brandt, der geeignetere Kandidat sei. Helmut Kohl, das spürte man förmlich, wird einen fulminanten Wahlsieg einfahren. Die SPD war nicht auf der Höhe der Zeit.
Der Vorsitzende des Freundeskreises des WBF, Ministerpräsident a.D. Rudolf Scharping, würdigte Brandt bei der Vorstellung der Broschüre als Politiker, der das 20 Jahrhundert geprägt habe. Seine Politik sei eingebettet gewesen in eine politische Idee, die eng mit den Werten Freiheit, Solidarität, Toleranz und Frieden verbunden sei. Dies gelte es zu verteidigen. Denn immer noch, wenn er im Ausland jungen Menschen die Frage stelle, wo sie leben möchten, antworteten drei Viertel in Europa, in Skandinavien, in Deutschland.
Die Broschüre „Heimfahrt nach U.“ ist im Unkeler Willy-Brandt-Forum, Willy-Brandt-Platz 5, und im Geschäft Stephan Florian Foto, Frankfurter Str. 25, erhältlich.
Pressemitteilung Willy-Brandt-Forum
