Allgemeine Berichte | 04.07.2023, 12:53 Uhr

Serie W.E.S T.

Helferin und Journalistin Ulrike Miller stellt spontan vier eigene Bilder aus

Ulrike Miller hat ihre Eindrücke und Überlegungen in Bilder gefasst.  Foto: privat
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Ahrweiler. „Viel hat die Flut konkret zerstört. Ich habe versucht, über dieses Konkrete hinaus zu denken“. In vierfarbigen Blättern hat Ulrike Miller ihre Eindrücke und Überlegungen gefasst, die Serie W.E.S T. ist daraus entstanden: Wohnen, Essen, Sprechen, Trauern. „Häuser, Felder, Kontakte sind vernichtet, unterbrochen worden. Elementare Bestandteile des Lebens, überall, wie auch das Trauern, das ich als eine Art Klammer sehen kann.“

Einige Strukturelemente verbinden die vier, in Pastellkreiden ausgeführten Blätter: Ausschnitte aus Fotos, ein Bildstreifen mit den jeweils anderen drei Motiven, ein weißer Elefant „für all das, was nicht gesagt werden kann, worüber man keine Worte hat“. Eine weibliche Gestalt im gelben Kleid beobachtet die Szenen an einem Feld, einem Ufer, in einem Ort.

Ulrike Miller ist zur Zeit als Journalistin im Ahrtal, um über einige Veranstaltungen des Projekts Offebe Gärten der Ahr (offeneahr.de) zu schreiben. Die geborene Münchnerin war einige Jahre Leiterin der Fachgruppe Literatur in der Gedok München, wie auch Gründerin und Leiterin zwischen 2008 und 2010 der Gruppe München der Autorinnenvereinigung.

Seit Freunde vor einigen Jahren ins Ahrtal zogen, hat Ulrike Miller diese Gegend nach und nach kennengelernt. Direkt nach der Flut war sie mit ihrem Mann als Helferin im unteren Ahrtal, hat vieles selbst gesehen, in Gesprächen von vielen Schicksalen erfahren. „Hilfsbereitschaft, aber auch Ratlosigkeit, emotionale Erschöpfung, Trauma, Wut – die Menschen hier schildern, was sie seit dem Juli 2021 bewegt, oder auch lähmt, manchmal verzweifeln lässt. Diese Katastrophe wird niemanden mehr ganz loslassen.“

Als spontane Ergänzung zur Veranstaltung „Oasen im Alltag“ in Ahrweiler am 16. Juni fanden ihre vier Bilder aus dem Jahr 2022 einen Platz in der Buchhandlung am Ahrtor von Jessika Bälz. Die Gartenveranstaltung begann mit einer Lesung von Dr. Kathrien Jacobi und entwickelte sich zu einem Gespräch über die Spuren, die die Flut im Inneren der Menschen hinterlassen hat.

„Wohnen, Essen, Sprechen und auch unsere Gefühle sind empfindlich, oft bedroht, wir müssen sie immer wieder beschützen und pflegen. Darauf möchte ich mit meinen Bildern aufmerksam machen.“

Ulrike Miller hat ihre Eindrücke und Überlegungen in Bilder gefasst. Foto: privat

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