Allgemeine Berichte | 15.02.2016

Kinder der Grundschule Straßenhaus bilden eine „Affen-Menschen-Kette“

„Henry rettet den Regenwald“

Fantasievoller Trickfilm für Kinder verbunden mit realen Hintergründen zu globale Themen wie Artenschutz, Bedrohung der tropischen Regenwälder und Klimawandel

Die Kinder bekunden ihre Solidarität für Henrys Mission mit ihrer Unterschrift auf dem mitgebrachten Transparent. .Florian Over, Bennis Bruder

Straßenhaus. Über 220 Schüler/innen der Grundschule Straßenhaus sind emotional berührt, folgen mit offenem Mund und neugierigen Kinderaugen dem Trickfilm „Henry rettet den Regenwald“, der in ihrer Schule vorgeführt wird. Die Schulleitung (Melanie Freiholz und Oliver Krehan) hat Benni Over (Niederbreitbach) und sein Team eingeladen, um das Projekt und den Trickfilm vorzustellen. Gleich nachdem der stellvertretende Schulleiter, Oliver Krehan, das angereiste Benni Team begrüßt hat und noch bevor es heißt „Film ab zu Henry rettet den Regenwald“ gehen die ersten Finger hoch und viele interessierte Kinder melden sich zu Wort: „Wird es bald keinen Regenwald mehr geben, wenn das Abholzen nicht aufhört? - Ich weiß, warum der Regenwald abgeholzt wird. Auf den abgeholzten Flächen werden Ölpalmen angebaut, von deren Früchten Palmöl gemacht wird. Und nur deshalb müssen die Orang-Utans sterben. Das ist ganz schlimm, denn Waldmenschen sind doch auch Menschen - Ist in Nutella auch Palmöl drin?“ Begeistert über den großen Mut von Henry, dem Protagonisten im Film und real existierenden Orang-Utan-Waisen auf Borneo und voller Entsetzen über die Bedrohung des Lebensraumes der liebevollen Waldmenschen, erklären sich alle Grundschüler/innen bereit: „Wir wollen Benni und Henry helfen!“ Das Henry-Projekt und der Film basieren auf einer Idee des an Duchenne-Muskeldystrophie erkrankten Benni Over aus Niederbreitbach, der sich für die Orang-Utans auf der indonesischen Insel Borneo engagiert. Der Lebensraum dieser bedrohten Tiere ist durch die fortschreitende Abholzung des Regenwaldes massiv bedroht. Die nicht aufhörende Zerstörung der für uns weit entfernten Wälder hat zudem unmittelbaren Einfluss auf den weltweiten Klimawandel. Diese Bedrohung steht somit unmittelbar und jetzt vor unser aller Haustür.

Wie kam es zu dem Projekt? Benni Over interessiert sich schon lange Zeit für Orang-Utans. Mithilfe von Büchern, Besuchen in Zoos und dem Internet hat er sich über die Orang-Utans und deren Lebenssituation informiert. Traurig über das Schicksal dieser liebevollen Waldmenschen äußerte er eines Tages den Wunsch: „Ich mache ein Kinderbuch über Orang-Utans. Alle Kinder müssen erfahren, wie schlimm das alles ist“. Und dann hat er zusammen mit seinem Team, den ambulanten Hilfen vom St. Josefshaus Hausen, Kathrin Britscho und Birgit Saftig und seinem Vater die Henry-Geschichte entworfen und dazu wunderschöne Bilder gemalt. Bennis Idee hat dann die Bildungseinrichtung medien+bildung.com in Ludwigshafen so begeistert, dass diese schnell entschieden, einen Trickfilm zu produzieren, in dem die Geschichte und alle gemalten Bilder aufgenommen wurden. Da Benni eine Patenschaft über den real existierenden Orang-Utan-Waisen Henry übernommen hatte, war auch der Titel des Films für schnell klar: „Henry rettet den Regenwald“, sollte der Film heißen. Voller Stolz über das Ergebnis, konnte der Film im Sommer letzten Jahres in Bennis alter Grundschule Niederbereitbach bei einer Heimatpremiere präsentiert werden. Auch die Bewohner der Tagesförderstätte im benachbarten St. Josefshaus waren voller Begeisterung und emotionaler Berührung. Im September wurde der zwischenzeitlich mit englischen Untertitelten versehene Film sogar beim weltweiten Treffen der Hilfsorganisation BOS (BorneoOrangutan Survival) in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, gezeigt. Die internationalen Teilnehmer dort waren so begeistert, dass man derzeit überlegt, Bennis Film auch in indonesischen Schulen einzusetzen. Die eigentliche Deutschland-Premiere – mit Unterstützung des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz – folgte am 27. Januar vor über 500 Grundschüler/innen im Cine Star Kino Mainz.

„Henry rettet den Regenwald“

„Henry rettet den Regenwald“ ist ein Film für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Der Film greift auf fantasievolle Weise und verbunden mit realen Hintergründen globale Themen wie den Artenschutz, die Bedrohung der tropischen Regenwälder und den Klimawandel auf: Der kleine Orang-Utan-Waise Henry verliert seine Mama bei Baumfällarbeiten auf seiner Heimatinsel Borneo. Henry macht sich auf den Weg und möchte Hilfe suchen, um die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen. Ein wichtiger Verbündeter ist sein Patenonkel Benni. Gemeinsam schmieden die beiden einen Plan. Auf seiner Mission begegnet Henry den Mächtigen dieser Welt, auch Papst Franziskus und dem Dalai Lama. Diese betrachten die Vernichtung des Regenwaldes als einen Eingriff in die Schöpfung und ermutigen den kleinen Waldmenschen: „Wenn du die Orang-Utans rettest, dann rettest du auch die Menschen. Das müssen die doch verstehen“. Wieder zurück in seiner Heimat, geht die Zerstörung des Regenwalds aber unvermindert weiter. Doch dann stellen sich alle einheimischen Menschen und alle Affen den Bulldozern mit einer großen Affen-Menschen-Kette entgegen. Auch die Kinder der Grundschule Straßenhaus sind von Henrys Geschichte ergriffen und ein manches Mal entsetzt. Hoch konzentriert und mucksmäuschenstill verfolgen die Erst- bis Viertklässler die 20-minütige Filmvorführung. Berührte Kinderaugen hängen an Henrys Geschichte auf der Leinwand. Danach gibt es tosenden Applaus und gleich gehen die Finger wieder nach oben. Bennis Team versucht, die vielen Fragen der Kinder zu beantworten. „Wie alt wird ein Orang-Utan? Warum hören die Menschen nicht auf mit der Abholzung des Regenwaldes? Wie können wir Benni und Henry helfen“ und viele mehr ...

Die Schulleitung hat bereits im Vorfeld mit dem Team Benni besprochen, dass man die Kinder mit ihren Eindrücken nach dem Film nicht allein lassen dürfe. Zudem haben alle Klassenlehrer/innen die Kinder inhaltlich sehr gut auf das Thema vorbereitet. So erläutert Bennis Team dann, wie man Henry bei seiner Mission helfen kann. Beispielsweise könne man einen Baum spenden. Dieser gespendete Baum würde von der BOS zur Wiederaufforstung auf gerodeten und geschützten Flächen gepflanzt.

Weil nämlich Regenwaldbäume schnell wachsen, könnten so recht bald einige der in den Rettungs-Camps aufwachsenden Orang-Utan-Waisen (z.Zt. leben allein über 750 Orang-Utans in den beiden Rescue-Camps der BOS) ausgewildert werden. Damit aber wirklich eine Umkehr eintrete, brauche es viele Kinder, die sich der „Affen-Menschen-Kette“ anschließen werden; um so die Erwachsenen und die Mächtigen dieser Welt dazu zu bewegen, die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen. Und um diese Bewegung in Gang zu setzen, dürfen sie auf einer an den Bundespräsidenten adressierten Post-Karte ihren persönlichen Wunsch zum Wohle der Orang-Utans mitteilen. In Kooperation mit der BOS-Deutschland e.V. werde es im Laufe der kommenden Monate weitere „Henry & Benni-Veranstaltungen“ in Deutschland geben und hoffentlich würden viele weitere Wunschkarten dazu kommen. Denn im Rahmen einer für Ende dieses Jahres geplanten Abschlussveranstaltung sollen dann alle Wunschkarten der Öffentlichkeit präsentiert - und diese zusammen mit einem „Kinder-Aufruf zur Rettung des Regenwaldes“ in einem großen Post-Paket an das Bundespräsidialamt Berlin zu Händen des Herrn Bundespräsidenten übersendet werden.

Noch bevor die Kinder wieder in ihre Klassen zurückkehren und ihre Wunschkarte ausfüllen, bekunden alle ihre Solidarität für Henrys Mission mit ihrer Unterschrift auf dem mitgebrachten Transparent „Rettet den Regenwald“. Und dann gibt es ein Foto, für das sich die Kinder mit ihren eignes für den Tag gebastelten Henry-und Kinder-Stabfiguren an die Hand nehmen und die „Affen-Menschen-Kette der Grundschule Straßenhaus“ bilden. Bennis Augen leuchten. Plötzlich steht ein Kind vor Benni und überreicht ihm 5 Euro: „Das Geld möchte ich für die Rettung der Orang-Utans spenden“. Wie schön. Bennis Papa sagt allen Danke für die freundliche und herzliche Atmosphäre, das Engagement der Schule und aller Lehrer/innen und vor allem für die große Solidarität mit Bennis Projekt. Die Kinder fragen, wann denn Benni und Henry wieder zu Besuch kommen werden. Auch wurde das Benni Team gefragt, ob denn auch in anderen Schulen eine solche Veranstaltung möglich sei. „Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn sich viele Schulen in unserer Heimatregion bei uns melden und der „Affen-Menschen-Kette“ anschließen werden. Wir kommen gerne“.

Hinweise

Interessierte Lehrer/innen und Eltern mit ihren Kindern können sich auf der eigens von medienundbildung.com eingerichteten website www.henry-rettet-den-regenwald.de über Bennis Projekt informieren. Hier gibt es u.a. von Pädagogen aufbereitetes Material und Methodensets für Fachkräfte und Kinder; auch für den Bildungseinsatz im Unterricht. Auch kann man sich hier den Film anschauen. Wer ein persönliches Exemplar der DVD „Henry rettet den Regenwald“ in seinen Händen halten möchte, der kann dieses wie folgt bestellen: medien+bildung.com, Turmstr. 10, 67059 Ludwigshafen, 0621-5202256, info@medienundbildung.com. Der Preis beträgt fünf Euro inkl. Versandkosten. Wer sich detaillierter und fachspezifisch über den Regenwald und die Orang-Utans informieren möchte und wer die Arbeit der BOS mit einer Spende (z.B. einen Baum pflanzen zur Wiederaufforstung für sieben Euro) unterstützen möchte, der findet diese Informationen auf die website der BOS Deutschland unter www.bos-deutschland.de.

Die Kinder bekunden ihre Solidarität für Henrys Mission mit ihrer Unterschrift auf dem mitgebrachten Transparent. .Fotos: Florian Over, Bennis Bruder

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