Allgemeine Berichte | 25.03.2026

Eltern sprechen mit Politik und Verkehrsunternehmen über Busprobleme im Kreis Cochem-Zell

Herausforderungen im Busverkehr: Sprachbarrieren und häufig wechselnde Fahrer

Kreiselternausschuss trifft Landtagsabgeordneten Benedikt Oster, VRM-Geschäftsführer Stephan Pauly sowie Vertreter des Busunternehmen Reuter – Sprachbarrieren, Fahrerwechsel und Beschwerdemeldungen zentrale Themen.

Kreis Cochem-Zell. Der Kreiselternausschuss Cochem-Zell (KEA COC) hat sich zu einem zweiten Gespräch über die Situation im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit dem Landtagsabgeordneten Benedikt Oster getroffen.

Auf seine Initiative hin nahmen auch Stephan Pauly, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM), sowie Jean Reuter und Detlef Simon von Reuter Verkehrsbetriebe am Austausch teil.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zahlreiche Sorgen und Rückmeldungen von Eltern aus dem Landkreis. Ein häufig genanntes Thema sind Sprachbarrieren zwischen Fahrpersonal und Fahrgästen, insbesondere bei jüngeren Kindern.

Jean Reuter erläuterte dazu Maßnahmen seines Unternehmens: Bereits seit rund zwei Jahren nutzt Reuter Verkehrsbetriebe ein Hotel in Treis-Karden, das neben der Unterbringung von Busfahrern auch als Schulungsstandort dient. Vor Ort wurde ein Schulungszentrum eingerichtet, in dem die Fahrer unter anderem Sprachunterricht erhalten. Dieser wird seit dem ersten Quartal 2024 angeboten. Laut Reuter handelt es sich dabei um eine präventive Maßnahme, mit der das Unternehmen frühzeitig auf mögliche Herausforderungen, etwa bei der sprachlichen Verständigung, reagieren wollte.

Ein weiterer Kritikpunkt vieler Eltern ist der häufige Wechsel der Busfahrer. Laut Jean Reuter ist der Hauptgrund dafür die insgesamt hohe Fluktuationsrate im Fahrerberuf. Hinzu kommen organisatorische Anforderungen im laufenden Betrieb. So werden Busse teilweise an sieben Tagen pro Woche eingesetzt, weshalb in einigen Fällen eine Doppelbesetzung notwendig ist. Daraus ergibt sich eine komplexe Schichtplanung, bei der gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten eingehalten, die vertraglich vereinbarten Grundstunden sichergestellt und Überstunden möglichst fair auf die Fahrer verteilt werden müssen.

Zusätzliche Faktoren sind erhöhte Krankheitsquoten sowie kurzfristige Umplanungen im laufenden Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens wird versucht, die Auswirkungen durch einen standortbezogenen Einsatz der Fahrer zu reduzieren, statt diese im gesamten Liniengebiet flexibel einzusetzen.

Für Busunternehmen ist es zudem schwierig, Fahrer langfristig zu binden, obwohl die Ausbildung mit rund 14.000 Euro für Fahrstunden und Prüfungen sehr kostenintensiv ist.

Der Kreiselternausschuss stellte den Anwesenden außerdem einen Flyer zum sogenannten Kindergartenbus vor, der vom KEA Rhein-Hunsrück-Kreis entwickelt wurde. Weitere Informationen dazu sind unter folgendem Link zu finden: https://kea-rhk.de/kindergartenbus/

VRM-Geschäftsführer Stephan Pauly kündigte an, den Flyer als Anregung in die internen Planungs- und Marketinggremien des VRM mitzunehmen und zu prüfen, ob ein ähnliches Informationsangebot künftig verbundweit in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden kann.

Abschließend wies Pauly darauf hin, wie wichtig es ist, dass Eltern Vorfälle im Busverkehr direkt über das offizielle Beschwerdeportal melden – idealerweise mit Angabe des Kennzeichens des Busses, sofern möglich. Nur so können Probleme nachvollzogen und gezielt bearbeitet werden. Meldungen sind über folgendes Portal möglich: https://www.vrminfo.de/kontakt#myIframe

Der Kreiselternausschuss Cochem-Zell begrüßt den offenen Austausch mit allen Beteiligten und wird die Anliegen der Eltern weiterhin aktiv in Gespräche mit Politik und Verkehrsunternehmen einbringen.

Kontakt: Kreiselternausschuss Cochem-Zell, kontakt@kea-coc.de.

Pressemitteilung KEA COC

Kreiselternausschuss trifft Landtagsabgeordneten Benedikt Oster, VRM-Geschäftsführer Stephan Pauly sowie Vertreter des Busunternehmen Reuter – Sprachbarrieren, Fahrerwechsel und Beschwerdemeldungen zentrale Themen. Foto: KEA COC

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