Allgemeine Berichte | 10.03.2020

temptAhre – Gottesdienste zum Mitmachen

„Herr, ich bin nicht würdig“

Mayschoß. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen die Worte: „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ Dieser Satz, den Katholiken unmittelbar vor dem Empfang der Heiligen Kommunion beten, kann starke Gefühle auslösen: Schuldbewusstsein, Dankbarkeit und Vertrauen. Manche Menschen empfinden Verärgerung, weil sie sich selbst herabsetzen sollen. In dem Evangelium, aus dem dieser Satz stammt, verhindert der Hauptmann von Kafarnaum, Römer und Heide, mit seinen Worten, dass Jesus sein Haus betreten muss, um den erkrankten Knecht des Hauptmanns zu heilen. Nach damaligem Verständnis wurde ein Jude durch den Kontakt mit einem „unreinen“ Heiden selbst unrein.

Der Hauptmann handelt also nicht aus Unterwürfigkeit, sondern aus Respekt vor den fremden Anschauungen und aus Rücksichtnahme auf Jesus. Wenn man nicht den ersten Teil des Satzes (ich bin nicht würdig), sondern den zweiten Teil des Satzes (dass Du eingehst unter mein Dach) betont, erschließt sich: die Worte dienen nicht dazu, den Gläubigen kleinzumachen, sondern Gott im Vergleich mit dem Menschen besonders groß und würdig erscheinen zu lassen. Mit der Wendung „Aber sprich nur ein Wort“ erbitten Gläubige nicht nur ein Wort der Vergebung. Mit „Wort“ ist neutestamentlich Jesus gemeint, denn am Anfang war das Wort und das Wort ist in Jesus Fleisch geworden.

Gemeint ist also: „Gib mir Jesus, gib mir den neuen Bund, die Wandlung und das neue Leben, das er gebracht hat.“ Genau das, worum die Gemeinde hier bittet, geschieht im nächsten Moment: Die Kommunion wird ausgeteilt, Christus kommt in den gewandelten Gaben zu den Glaubenden und sie selbst werden dadurch gewandelt. Vom tiefen Glauben des Hauptmanns ist selbst Jesus überrascht. „Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden“, kommentiert Jesus, während er sich im Evangelium an seine Gefolgschaft wendet. Weitere Details und Fotos gibt es im Internet unter www.temptahre.de. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst wie immer von der Jugendband „Breeze of Music“. Breeze untermalt übrigens am 15. März einen Gottesdienst für die diesjährigen Firmbewerber in St. Laurentius/Ahrweiler. Der nächste temptAhre-Gottesdienst wird am 6. Juni gefeiert: „(Un)Tragbar – Über Menschenrechte & Mode“. Zu Gast: Südwind e.V. Bonn, www.suedwind-institut.de.

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