Allgemeine Berichte | 15.05.2024

Neuwieder Hospizverein kooperiert mit dem Projekt ANIMO

Herzenstrost zum Anfassen

Für Claudia Kossmann (links) und Erzsèbet Endlein ist das Projekt ANIMO ein Herzensanliegen.  Foto: Beate Christ

Kreis Neuwied. Der Verlust eines nahestehenden Menschen stellt meist einen unvergesslichen Einschnitt im Leben dar. Wie gut kann es dann tun, ein bleibendes Erinnerungsstück zu haben? Einen trostspendenden Wegbegleiter, einen stillen Zuhörer, der sich in die Arme schließen lässt und die Verbundenheit mit dem Verstorbenen im wahrsten Sinne des Wortes greifbar macht?

Ein weiches Kissen mit freundlichen Augen, einer Nase und zwei Armen, genäht aus Kleidungsstücken des Verstorbenen könnte dieses Bedürfnis nach Nähe und Verbundenheit erfüllen. ANIMO heißt dieser Herzenstrost, der als Kooperation des Neuwieder Hospizvereins mit den ANIMO-Initiatorinnen Erzsèbet Endlein und Claudia Kossmann Trauernden angeboten werden kann.

ANIMOS, das sind individuelle Erinnerungskissen. Ihr Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Mut oder Zuversicht. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Anbietern, die es auf dem Markt gibt, möchten Erzsèbet Endlein (Trauerbegleiterin/Psychoonkologin) und Claudia Kossmann (Krankenschwester/Palliativ Care Krankenschwester) ihre ANIMOS ehrenamtlich mit trauernden Menschen oder für sie nähen.

Die beiden Frauen arbeiten bei der Deutschen Krebshilfe in Bonn und informieren an Krebs erkrankte Menschen und deren Zugehörige unter anderem zu den Themen Palliativmedizin und Trauer. Erzsèbet Endlein engagiert sich zusätzlich als Trauerbegleiterin im Mildred-Scheel-Haus in Köln. Vor gut einem Jahr entwickelten Endlein und Kossmann die Idee, ein Erinnerungskissen anzubieten, das Projekt ANIMO war geboren. Die fachliche Basis liefert die Abschlussarbeit im Rahmen der Qualifikation zur Trauerbegleiterin von Erzsèbet Endlein, welche vom Bundesverband Trauerbegleitung genehmigt wurde. Erklärtes Ziel der Frauen: „Dass Menschen in Trauer wieder Mut schöpfen können“. Und weil Erinnerungsarbeit ein wichtiger Baustein im Trauerprozess ist, sind sich die Mütter von ANIMO sicher, dass sie mit ihrem Engagement Trauernden ein Stück Zuversicht und Hoffnung geben können.

Die Koordinatorin für Trauerbegleitung im Neuwieder Hospizverein, Beate Christ, freut sich sehr über dieses Angebot. „Wir können uns vorstellen, gemeinsam mit Trauernden in der Gruppe beispielsweise einen Näh-Tag anzubieten oder je nach Bedarf auch mit einzelnen Personen oder mit trauernden Familien ANIMOS zu nähen“. Der Neuwieder Hospizverein jedenfalls koordiniert und unterstützt dieses Projekt, ebenso hat der Vorstand des Fördervereins für Palliativ- und Hospizarbeit Rhein-Wied e.V. bereits 200 Euro zur Verfügung gestellt, damit Füllwatte, Nähgarn, Vlies oder Augen angeschafft werden können. An Materialkosten fallen rund 15 Euro pro ANIMO an. Damit allen Menschen, unabhängig vom Geldbeutel, die Möglichkeit gegeben werden kann, einen eigenen Herzenstrost zu nähen, hat der Hospizverein über die Spendenplattform Betterplace ein Spendenprojekt eingestellt.

ANIMOS können nicht nur von Trauernden, sondern auch von Schwerstkranken, die etwas Bleibendes hinterlassen möchten, gefertigt werden. „Wir möchten gerne Andenken schenken, die einen Platz im Leben der Angehörigen, in deren Haus oder auf dem Sofa finden können“, sagt Erzsèbet Endlein. Und Claudia Kossmann fügt hinzu: „Losgelöst von unserer beruflichen Tätigkeit ist dieses gemeinsame Ehrenamt unser Herzensanliegen.“

Wer Interesse an einem ANIMO hat, kann sich gerne im Neuwieder Hospizverein melden. Tel.: 02631/953 0488, Mobil: 0160/2320537 oder per Email an: beate.christ@neuwieder-hospiz.org

Für Claudia Kossmann (links) und Erzsèbet Endlein ist das Projekt ANIMO ein Herzensanliegen. Foto: Beate Christ

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