Fronleichnam und Pfarrfest in Heimerzheim
„Heute wird der Glaube öffentlich“
Heimerzheim. In der Schrift wird berichtet, dass Jesus an Gründonnerstag das Brot segnete, brach, verteilte und zu den Jüngern sagte, „Das ist mein Leib - nehmt und esset davon!“. Für die Christen ist in diesem Brot, heute in der Hostie, Jesus gegenwärtig. Seit 758 Jahren ziehen am zweiten Donnerstag nach Pfingsten weltweit Millionen Christen betend und singend durch die Straßen, um an Fronleichnam die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie zu feiern. Im Verlauf der Prozession sind vier Altäre aufgebaut. Diese symbolisieren die vier Himmelsrichtungen. In Heimerzheim hat die Straßengemeinschaft der Goethestraße den Altar für die Festmesse, diesmal flutbedingt, im Park des Peter Esser Platzes aufgebaut. Pater Marek, begrüßte dort die Anwesenden mit den Worten: „Heute wird der Glaube öffentlich, indem alle mit dem Allerheiligsten durch die Straßen des Ortes ziehen. Dies ist ein klares Bekenntnis zum christlichen Glauben.“ Marek verglich diese Demonstration mit einem Spaziergang durch die Einkaufsstraße. Statt „Lasst uns bummeln und Schaufenster schauen“ ist man heute selber ein Teil eines Schaufensters. Es ist ein kleines Fenster, durch dass das Brot, also Jesu zu sehen ist. Dabei, so Pater Marek weiter, unterstreicht Jesus, „So wie ich heute im Schaufenster der Monstranz durch die Straßen von Heimerzheim ziehe, so begleite ich euch auf den Straßen eures Lebens“. Trotz Flutproblemen waren auf dem Prozessionsweg viele Straßen und Häuser geschmückt. Nach dem Motto, „Wir begrüßen einen König“. Die Prozession führte ausschließlich durch Straßen, die vor einem Jahr von dem Hochwasser betroffen waren. Am Haselbuschweg hatte die Familie Brock den Altar aufgebaut, der die letzten Jahre am Fronhof zu sehen war. In früheren Zeiten , so zeigen alte Bilder, hatten viele Straßengemeinschaften aus vorher gefärbtem Sägemehl Straßenbilder kreiert. Geblieben sind ein großer Blütenteppich und ein Altar auf dem Gottfried Velten Platz, den die Familie von Boeselager traditionell gestaltet. Als Motiv hatten sie sich die Symbole der Eucharistie Brot und Wein und aus aktuellen Anlass eine Friedenstaube ausgewählt. Mit großen Lettern waren die Worte „Glaube Hoffnung und Liebe“ zu lesen. Ein Slogan, der nicht nur im christlichen Glauben verankert ist. Der vierte und letzte Altar war in der kath. Kirche Sankt Kunibert. Nach den letzten Gebeten fand diese Prozession mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ einen würdigen Abschluss.
Pater Marek verabschiedete die Gemeinde mit den Worten: „Und jetzt lasst uns feiern“.
Die Möglichkeiten des traditionellen Pfarrfestes waren zwar durch die Folgen der Flut begrenzt, davon ließ sich der Pfarrausschuss unter der Leitung von Elisabeth Wilhelmi Dietrich nicht demotivieren. Beim Flohmarkt für Kinder konnte man manches Schnäppchen machen und das Büchereiteam präsentierte einiges aus der Bücherkiste. Informieren konnte man sich über die Fluthilfe, dabei waren auch der Seniorenbeauftragte und der Ortsvorsteher anwesend. Für den Verkauf von Speisen und Getränken sorgten Mitglieder des Kirchenvorstandes, der Pfarrausschuss, die Kath. Frauengemeinschaft, die Gruppe, die seit Monaten die tägliche Essenausgabe organisiert und die Familien Schmitz und Weidenbrück und weitere. Für die musikalische Untermalung sorgte der Tambour-Corps-Frei-Weg-Heimerzheim.
Allgegenwärtig Pater Marek, der sich darüber freute, dass die Pfarrfamilie trotz aller Hindernisse der Katastrophe noch zum Fest und miteinander ins Gespräch kam.
Für die musikalische Untermalung sorgte der Tambour-Corps-Frei-Weg-Heimerzheim.
