Allgemeine Berichte | 23.06.2017

Weißer Ring - Außenstelle Ahrweiler warnt vor Einbrechern

„Hier ist doch nichts zu holen - Oder doch?“

Kreis Ahrweiler. Sommerliche Temperaturen verleiten viele, leichtfertig auf das Verschließen von Türen und Fenstern ihres Zuhauses zu verzichten. Mitunter bleibt das Haus oder die Wohnung bei Urlaubsreisen ohne Aufsicht. Dies nimmt die Außenstelle Ahrweiler des Weißen Rings zum Anlass, die Bevölkerung auf Gefahren und Auswirkungen dieser Art von Straftat hinzuweisen.

Immer mehr Wohnungs- einbrüche

In Deutschland nimmt diese Deliktsart seit Jahren stark zu. 2015 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche um über zehn Prozent auf 167.000. „Auch der Kreis Ahrweiler bleibt davon nicht verschont“ berichtet Hubertus Raubal, der Leiter der Außenstelle Ahrweiler. So haben sich in diesem Jahr bereits vier Betroffene gemeldet. Viele Einbruchsopfer, die den Weißen Ring um Beistand baten, waren der Meinung, dass ihre Wohnung und ihr vermeintlich geringer Besitz für Einbrecher nicht interessant sei. Eine gravierende Fehleinschätzung: Täter suchen immer eine günstige Gelegenheit, und viele Menschen unterschätzen den Wert ihres Besitzes.

Die Annahme, dass Einbrecher überall herein kämen, wenn sie nur wollten, ist falsch. Bei leicht einsehbaren Objekten brechen die meisten Täter nach zwei bis drei Minuten ab, wenn es ihnen bis dahin nicht gelingt, in das Objekt einzudringen.

Dass Einbrecher vor allem nachts kämen, ist ebenso ein Irrtum. 42 Prozent der Einbrüche passieren tagsüber.

Folgen und Auswirkungen für Opfer

Viele Betroffene leiden jahrelang aufgrund des Verlusts an Sicherheit. Oft befürchten Einbruchsopfer über lange Zeit, dass der Täter wiederkommt, da er nun die Örtlichkeit kennt. Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzprobleme oder Panikattacken sind oft weitere Auswirkungen. Mitunter sind Geschädigte außerstande, ihr bisheriges Zuhause beizubehalten und ziehen um. Vielen Opfern machen die Verletzung ihrer Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oft mehr zu schaffen als der materielle Schaden.

So kann man sich schützen:

„Richtiges Verhalten und effektive Sicherheitstechnik machen es Einbrechern schwer“ lautet die Maxime der Opferschutzorganisation. Gekippte Fenster und offene Terrassentüren sind immer eine Einladung für Diebe. Sie sollten unbedingt geschlossen sein.

Die Wohnungstüre sollten nicht nur zugezogen, sondern abgeschlossen sein.

Türspione verraten, wer vor der Tür steht. Lässt sich das Öffnen der Wohnungstür nicht vermeiden, bietet ein Schloss mit Sperrriegel Sicherheit.

Gegensprechanlagen sollten in Kombination mit einem Video-System.

Gut platzierte Bewegungsmelder und Scheinwerfer nehmen Einbrechern den Schutz der Dunkelheit auf dem Grundstück.

Alarmanlagen können zwar Einbrecher abschrecken; sie sollten aber nur als Ergänzung zu anderen Sicherungsmaßnahmen dienen.

Bei längerfristiger Abwesenheit sollte der Briefkasten von Bekannten täglich geleert werden.

Anrufbeantworter sollten so besprochen sein, dass für potentielle Täter keine Rückschlüsse auf die Dauer der Abwesenheit möglich sind.

„Wer vorausschauend handelt, beugt bereits einem Einbruch mit unkomplizierten Maßnahmen wirkungsvoll vor“, so Hubertus Raubal.

Erreichbarkeit der Helfer

Die Außenstelle Ahrweiler steht jedem Opfer einer kriminellen Tat zur Seite. Für Ratsuchende oder Interessierte ist sie über Tel. (0 26 55) 96 12 59, per Mail unter „weisser-ring-ahrweiler@t-online.de“ oder im Internet über „ahrweiler.rheinland-pfalz.weisser-ring.de“ direkt erreichbar. Zusätzlich steht Betroffenen der bundesweite Opfer-Ruf „116006“ oder die Homepage des Weißen Rings „weisser-ring.de“ zur Verfügung.

Erste Kontakte sind auch anonym möglich; Vertraulichkeit ist gewährleistet.

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