Allgemeine Berichte | 10.05.2021

Frauen des Projektes „gewoNR – Gemeinschaftlich Wohnen in Neuwied“ engagieren sich

Hildegard Luttenberger und Gisela Zils pflegen ein Blumenbeet

Gegenüber der Pfarrkirche St. Matthias

Hildegard Luttenberger an dem Blumenbeet, dass sie in ein nätürliches Kleinod verwandelt hat. Foto: Jürgen Grab

Neuwied. „Wohnst du noch oder lebst du schon? – so lautet der Werbeslogan eines schwedischen Einrichtungshauses. Passen würde dieser Slogan auch zu der Gruppe von Senioren und Seniorinnen, die sich in Neuwied für ein neues Wohnkonzept zum Verein „gewoNR – Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied“ zusammengeschlossen haben. Gemeinsam alt werden und gut leben bis zuletzt, ohne einsam zu sein, dies ist ein Motto des Vereins. Zum 1. Februar 2019 bezogen Mitglieder 14 Wohnungen in den attraktiven Wohnhäusern des Zeppelinhofes. Eine Wohnung im Erdgeschoss von Haus 2 – das große Wohnzimmer – dient allen zum Kontakt unter- und miteinander. Vereinsgründerin und Initiatorin des Vereins war Hildegard Luttenberger, die sich seit 2007 mit alternativen Wohnkonzepten beschäftigte. Ihr war durch die Lebenssituation ihres verwitweten Vaters früh klar, dass sie im Alter nicht alleine leben will. Ein Seminar zum Thema „Wohnkonzepte der Zukunft“ war damals Impulsgeber und sie fand schnell Gleichgesinnte, wobei ihr Ehemann zunächst nur zögerlich , später dann jedoch engagiert mitmachte. Angetrieben vom Wunsch, im Alter möglichst lange und selbstbestimmt und vor allem niemals einsam zu leben, entstand eine Arbeitsgemeinschaft rund um die Thematik neuer Wohnformen. Daraus wurde dann 2011 der eingetragene Verein „gewoNR“. Durch einen Kooperationsvertrag in 2017 erhielten man die Gewissheit, in absehbarer Zeit, im Rahmen eines GSG-Bauvorhabens, eigene Wohnungen anzumieten als auch in der vom Verein gemieteten Gemeinschaftswohnung, welche die Bewohnergemeinschaft finanziert, gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen. All diese Angaben sind der Homepage des Vereins entnommen, wobei nicht nur das gemeinsame Wohnen in individuellen Wohneinheiten, sondern ebenso auch das gemeinsame Erleben in den entsprechenden zusätzlich angemieteten Räumlichkeiten inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Leider ist dieses Zusammensein derzeit aus den bekannten Corona-Gründen sehr eingeschränkt. Insofern sind gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse in diesen psychisch-belastenden Zeiten eher selten geworden und entsprechen so gar nicht der Absicht und dem Vorhaben eines gemeinschaftlichen Lebens, was natürlich auch zu seelischen Beeinträchtigungen führen kann. Da diese jedoch nicht zuletzt infolge der noch möglichen Gespräche und Begegnungen in den geschützten Bereichen zumindest ein wenig gemildert werden können, bleibt die Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Situation immer lebendig. Hildegard Luttenberger berichtet am gewoNR-Beet in der Stadt auch von den möglichen Außenaktivitäten im Vorgarten des Mieterwohnprojektes im Zeppelinhof, sowie dem „gemeinsam gärtnern“ mit Nachbarn dort. Hier sind Bernd Linn und Maria Wagner verantwortlich aktiv. Frau Luttenberger pflegt zusammen mit Gisela Zils bereits seit 2013 das große Blumenbeet-Areal an der Ecke Wilhelm-Leuschner-Straße/An der Matthiaskirche im Rahmen einer Beetpatenschaft der Stadt Neuwied, wobei dieses Beet in der lärm- und schadstoff-geplagten Innenstadt einen besonders freundlichen Anblick bietet. Wenn auch zu Beginn dieses lobenswerten Engagements von gewoNR e.V. Skepsis geäußert wurde, weil man Verwüstung und Verunreinigung befürchtete, so haben sich diese Befürchtungen doch bis heute nicht bewahrheitet. Die kleine grün-bunte Anlage bietet, als ein natürliches Kleinod inmitten einer verkehrsmäßig stark frequentierten Verkehrsfläche, wohltuende Anblicke, die auch bei den Passanten Beachtung finden.

Aktuell tragen dazu auch die von der Linzer Künstlerin Edith Kaufmann gestalteten runden Holzpflöcke bei, die das derzeit farbenfrohe Bild mit den vielen Blumen weiter beleben und von der Künstlerin als „Pfeiler der Hoffnung“ in Corona-Zeiten bezeichnet werden. Durch die Vernetzung mit der Bürgeraktion „Wir im Sonnenland“ konnte Hildegard Luttenberger dann noch ergänzend an einem nahestehenden Baum eine blecherne, farbig gestaltete „Kippendose“ anbringen. Gemeinsam freuen sich Stadtfreunde und -Freundinnen über den Gebrauch dieses Behälters, und unterstützt so durch das Separieren von Zigarettenkippen die Ziele von TobaCycle e.V. auf wirksame Weise.

„Es geht was in Neuwied“ findet die Vereinsgründerin von „Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied e.V „und wendet sich weiteren „schönen Dingen“ in der Stadt zu, die ermutigen und zu weiteren kreativen Vorhaben engagierter Bürgergruppen animieren.

Hildegard Luttenberger an dem Blumenbeet, dass sie in ein nätürliches Kleinod verwandelt hat. Foto: Jürgen Grab

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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