Zehn Ehrenamtliche bilden im Kreis die Notfallnachsorge – Unterstützung in Krisen
Hilfe, die über die Verzweiflung reicht
Kreis Cochem-Zell. Sie treten in Aktion, wenn Unfälle, Tod oder Suizide plötzlich und hart in den Alltag eines Menschen beziehungsweise Angehörigen treten. Zehn engagierte Männer und Frauen bilden derzeit im Landkreis und der Region das Team der Notfallnachsorge: Sitz der von Caritas und Rotem Kreuz getragenen Einrichtung ist Cochem. Von hier aus starten die Helfer in der Not, wenn sie von der Rettungsleitstelle, der Polizei oder Feuerwehr sowie anderer Rettungseinrichtungen angefordert werden.
Tag und Nacht einsatzbereit
„Wir sind Tag und Nacht einsatzbereit“, erklärt Gruppenleiter Manfred Hamza, der zusammen mit Emmi Hauser die Notfalltruppe führt. „Für diese Aufgabe muss man einige Voraussetzungen mitbringen“, ergänzt DRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Brauburger, der bemerkt, „dass die Zahl der Einsätze des Notfallnachsorge-Teams in den letzten Jahren ständig zugenommen hat.“
Waren es zu Beginn 17 Einsätze, so sind es im Jahr 2016 schon 57 Einsätze. Das Betreuen von Verletzten, das Überbringen von schlimmen Nachrichten, bis hin zur Sterbebegleitung, das Aufgabenspektrum ist groß. „Selbstverständlich muss man als Persönlichkeit gefestigt sein und entsprechend ausgebildet werden, um diese schwierige Aufgabe zu übernehmen“, berichtet Emmi Hauser, die seit elf Jahren dabei ist.
Das Team besteht aus ehrenamtlichen Kräften, die fast alle noch im Berufsleben stehen, dennoch helfen sie, wenn ein Notfall, der Tod eintritt, ein Selbstmord passiert. Die Experten sprechen neuerdings in solchen Fällen von der psychosozialen Notfall-Versorgung, kurz „PSNV“ abgekürzt, die für die Verarbeitung solcher Schicksalsschläge ungemein wichtig ist. Einige der Teammitglieder sind sogar als Notfall-Seelsorger ausgebildet, um in der Krisenintervention und kollegialen Nachbetreuung segensreich zu wirken.
Neue Notfallnachsorge- Mitglieder gesucht
Ständig werden die Notfallnachsorge-Mitglieder weitergebildet. „Dazu gehört auch der Beistand bei der Verabschiedung eines Verstorbenen ebenso wie die Beratung von Einsatzkräften oder einfach nur das Beten im Todesfall“, sagt Manfred Hamza. Er ist wie alle seine Teammitglieder mit Herz und Seele dabei. Alle würden sich freuen, wenn weitere Bürger diese Aufgabe übernehmen würden und zum Team dazu stoßen. „Das Alter unserer Mitarbeiter reicht von 28 bis 69 Jahre“, ergänzt Rainer Brauburger, „Wir können dringend Nachwuchs brauchen, die Interessenten sollten Lebenserfahrung, psychische Stabilität, Einfühlungsvermögen besitzen und Zuhören können.“ Emmi Hauser fügt hinzu, dass alle Betroffenen ausgesprochen dankbar auf die Notfallnachsorge reagieren. „Manche kommen Wochen später und bedanken sich noch einmal, weil sie die Trauer überwunden und wieder neuen Lebensmut gefasst haben. Das freut uns und wir sehen, dass unsere Arbeit anerkannt wird“, so ein anderer Notfall-Seelsorger.
Kosten entstehen übrigens für Betroffenen und Hilfesuchende keine, denn die Notfallnachsorge finanziert sich durch Spenden. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich direkt mit dem DRK Kreisverband Cochem-Zell , Ravenéstraße 15 in Cochem, Tel. (0 26 71) 91 41 10 in Verbindung setzen. Manfred Hamza und Emmi Hauser stehen gerne für Gespräche zur Verfügung.
Wer darüber hinaus Spenden möchte, kann das tun unter: Spendenkonto DRK IBAN: DE56 5875 1230 0000 0342 31 bei der Sparkasse Mittelmosel, BIC: MALADE51BKS, Stichwort „Notfallnachsorge“.
TT
Selbstverständlich haben die Notfallnachsorge-Mitarbeiter auch Einsatzfahrzeuge.
