Besuch der Togo-Hilfe e.V. in Togo ein voller Erfolg
Hilfsorganisation brachte Spenden nach Togo
Rheinbach. Die Reisegruppe von Togo-Hilfe. e.V. Rheinbach mit dem Vorsitzenden Michael Firmenich hat ihre Projektreise in Togo erfolgreich beendet. „Das Fazit von Togo-Hilfe e.V. Rheinbach ist insgesamt gut, manche Projekte sind ausbaubar und viel Neues wurde auf den Weg gebracht - die Reise war außergewöhnlich spannend“, so Firmenich bei einem Pressegespräch bei Bürgermeister Stefan Raetz im Rathaus, der die Togo-Hilfe aktiv unterstützt.
Ein Augenprüfraum wurde vor der Reise in Rodgau bei Offenbach abgebaut. Valentin Nyavo und zwei togoische Freunde von AGERTO Deutschland aus Würzburg, Kai Rosinsky, Michael F. Firmenich und Ursula Guss hatten die Geräte abgebaut und verpackt. Die Firma Obi in Rheinbach stellte kostenlos einen Transporter, damit die verpackten Geräte zum Flughafen nach Düsseldorf gebracht werden konnten.
Augenprüfgeräte gespendet
Im Juni bekam Michael F. Firmenich ein Anruf mit der Information, dass eine Einrichtung eines Augenprüfraumes an eine gemeinnützige Organisation verschenkt werden sollte. Firmenich sagte spontan für Togo-Hilfe e.V. zu. Die Einrichtung des Augenprüfraums musste zum 1. Juli aus den bisherigen Räumlichkeiten abgebaut bzw. ausgezogen sein.
Anfang Oktober sind die Geräte in Lomé (Togo) eingetroffen und ins 120 km nordwestlich gelegene Kpalimé gebracht worden. Der Vorbesitzer Kai Rosinsky war kurz entschlossen für den Aufbau mit nach Togo geflogen. Der Aufbau wurde von Kai Rosinsky, Michael F. Firmenich und Joachim Milz von der Handwerkskammer zu Köln gemeinsam auf dem Gelände von AGERTO (Ausbildungszentrum) in Kpalimé durchgeführt. Danach konnten mehrere Augenprüfungen für die Lehrkräfte des sozialen Berufsausbildungszentrums AGERTO durchgeführt werden, die sich das aufgrund ihrer niedrigen Gehälter in Togo nicht leisten können. Am schwierigsten war die Augenprüfung mit der Schneidermeisterin der taubstummen Lehrlinge, denn sie ist ebenfalls taubstumm. Michael F. Firmenich sprach mit Vertretern der lokalen Handwerkskammern in Kpalimé und Joachim Milz von der Handwerkskammer zu Köln, um ein Konzept zur Ausbildung von Fachkräften zu gewährlisten und die Geräte zu bedienen.
Studium mit Erfolg abgeschlossen
In Lomé wurden Patenschaftsbesuche der Sozialpatenschaften durchgeführt und die seitens Togo-Hilfe geförderte Radiosendung der Germanistik-Studenten „L’allemend par la radio“ - „Deutsch übers Radio“ besucht. Nur ein Patenkind musste die Klasse wiederholen - alles in allem ein erfolgreiches Jahr. Einige Patenkinder haben ihr Studium und ihre Abschlussarbeit abgeschlossen. Viele Familien der Sozialpatenschaften leben im Slum oder in slumähnlichen Umgebungen z.B. in Wellblechhütten ohne elektrischen Strom und ohne fließend Wasser. Trotzdem arbeiten die Kinder an der Vorbereitung ihres Abiturs.
Ihre Schulhefte waren absolut in Ordnung. Sie haben Schulbücher, Schultaschen und Schulkleidung und besuchen regelmäßig den Unterricht. Oft handelt es sich um Halbwaisen oder um Waisen, die von Verwandten aufgenommen wurden. Mit dem Patenschaftsgeld werden die Schulsachen und das Schulgeld bezahlt.
In diesem Jahr besuchte die Reisegruppe alle drei AGERTO Ausbildungszentren um die Effektivität der Arbeiten kennezulernen. Es handelt sich um ein soziales Berufsausbildungszentrum, in dem mittellose Jugendliche, Straßenkinder oder von ihren Familien verstoßene Frauen eine kostenfreie Handwerksberufsausbildung bekommen können, um finanziell selbständig zu werden. In Akpakpakpe hat die Togo-Hilfe mit Spendengeldern aus Deutschland ein neues Ausbildungsgebäude sowie ein Gebäude für ein Lager und ein kleines Wohngebäude für Lehrlinge finanziert. Außerdem wurden die Diplome an die Lehrlinge übergeben, die in diesem Jahr ihren Abschluss gemacht haben. In diesem Jahr hat AGERTO in Akpakpakpe vier Absolventen. Derzeit wird hier in drei Handwerksberufen ausgebildet - Schneider/in, Weber/-in und Friseur/-in. Bei AGERTO Akpakpakpe werden außerdem auch Alphabetisierungskurse angeboten. In Kürze soll hier ein Informationsprogramm gestartet werden, um die Bevölkerung in den umliegenden ländlichen Dörfern zu informieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten AGERTO anbietet. In dieser Region gibt es keinerlei Infrastruktur - keinen elektrischen Strom und kein fließend Wasser - die nächste Teerstraße ist 12 Kilometer entfernt. Man kann zwar im Dorf zur Schule gehen, aber das war’s dann auch. Handwerksbetriebe, die ausbilden, gibt es keine. Die Alternative ist, mitzuhelfen, die elterlichen Felder zu bestellen oder wegzuziehen und zur Armee gehen.
18 Auszubildende
Der Besuch des Centre Kémini führt die Besuchergruppe weit in den Norden. Derzeit werden hier 18 Lehrlinge zu Schneiderinnen ausgebildet. Ein Besuch führte Michael F. Firmenich und seine Gruppe ins Ausbildungszentrum Kpalimé. Dort wird derzeit in sechs verschiedenen Berufen ausgebildet – Schneider/-in, Weber/-in, Schweißer, Schreiner, Elektriker und Maurer. Außerdem gibt es hier eine Schneidermeisterin für gehörlose Lehrlinge. Derzeit hat sie zwei Lehrlinge. Einige Lehrer und Lehrlinge bei AGERTO Kpalimé wurden in der Gehörlosen Sprache unterrichtet, damit sie sich mit den gehörlosen Kollegen verständigen können.
Auch im Bereich der Schulbildung hat sich die Togo-Hilfe in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich engagiert. Die Schule von Madjikpeto hat einen Kindergarten mit inzwischen 200 Kindern. In der Grundschule werden von der ersten bis zur sechsten Klasse inzwischen 1.200 Schüler in drei Zügen unterrichtet. Obwohl die Schule inzwischen über drei feste gemauerte Schulgebäude verfügt, findet der Unterricht für viele Klassen immer noch in wellblech-gedeckten Strohhütten statt. „Die Schulbänke stehen im Sand. Die Kinder drängen sich zu dritt in einer Schulbank. Die Zustände im Unterricht sind unbeschreiblich“ berichtet Firmenich. In manchen Klassen sind über 100 Schüler. Hier ist dringend Handlungsbedarf. Während des Besuchs dort wird vom Kindergarten ein Antrag für kleine Tische und Stühle über 1.600 Euro gestellt. Von der Grafschafter Krautfabrik in Meckenheim ging zu diesem Zeitpunkt eine Spende über 1.500 Euro bei Togo-Hilfe e.V. Rheinbach ein, der den Bedarf deckte. Alles in allem zog Michael Firmenich als Vorsitzender der Togo-Hilfe e.V. Rheinbach ein positives Fazit dieser spannenden Projektreise, die wie immer von den Mitreisenden selbst finanziert wurde. „Es gibt noch so viel zu tun, aber es ist schön zu sehen, wie und wo die Hilfe ankommt und nachhaltige Verwendung findet“, so Firmenich am Ende seiner Ausführungen. „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei das Motto und es sei sichergestellt, dass 100% der an Togo-Hilfe e.V. Rheinbach übertragenen Spenden in Togo ankommen.
Michael Firmenich beim Pressegespräch bei Bürgermeister Stefan Raetz im Rathaus.Foto: EICH
Der Augenprüfraum wurde in Rodgau bei Offenbach ab- und in Kpalimé wieder aufgebaut worden.
