Die Nönghüüder des Wallfahrtortes Bruchhausen luden am Wochenende zur Johanneskirmes
Höhepunkt am Samstagabend war der Königsball ihrer Majestäten
Bruchhausen. Reges Treiben herrschte am späten Samstagnachmittag auf dem Kirmesplatz von Bruchhausen rund um das Festzelt, das die Junggesellen wieder neben dem Bolzplatz am Westeingang des Ortes aufgebaut hatten. Bis auf die Rheinbreitbacher, die noch ihren Junggesellenkönig ermittelten, waren die übrigen vier Junggesellenvereine aus der Verbandsgemeinde angereist ebenso wie die Vereine „Frohsinn“ Vettelschoß, aus Ohlenberg und der Junggesellen- und Dorfverein Kalenborn. Sie alle wurden von den Nönghüüder-Offizieren, Hauptmann Felix Schmitt und Leutnant Justus Nietsche zur Wallfahrtskirche beordert, von der aus sich der Festzug, angeführt vom Bruchhausener Blasorchester, zum Königshaus von Max Marche und Regina Selzer aufmachen sollte.
Begonnen hatte die Johanneskirmes des Wallfahrtsortes bereits am Freitagnachmittag. Traditionelle musikalisch unterstützt vom Blasorchester hatten die Junggesellen um ihren Vorsitzenden Philipp Schmitz den Kirmesbaum auf dem Brunnenplatz gegenüber der Kirche Sankt Johann Baptist aufgestellt, um ihren Kirmesmann hoch oben zu platzieren. Weit entfernt vom Kirmesplatz mit dem großen Festzelt, in dem das traditionelle Haxenessen dann großen Zuspruch fand, konnte er, wie in all den Vorjahren, nur davon träumen, von den Feierlichkeiten etwas mitzubekommen, hatte man ihn doch auch noch so auf seiner hohen Warte postiert, dass er nur Richtung Südosten blicken konnte.
Abholung der Majestäten am Samstag
Fast genau entgegengesetzt, in der Waldstraße, warteten am Samstag die jungen Majestäten mit ihren Ehrenpaaren, Pamela Krupp und Matthias Alex sowie Kira Müller und André Schäfer, auf das Eintreffen des Königszuges, den sich auch viele Bruchhausener nicht entgegen lassen wollten. Gut gefüllt waren der Vorhof und der Garten des „Königsburg“, nachdem das Blasorchester die Vereine zur fürstlichen Bewirtung dorthin geführt hatte. Mit dem 1912 vom thüringischen Militärmusiker Rudolf Herzer für das Infanterieregiment 96 komponierten Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“, verkürzten die Musiker den Gästen die Zeit, bis sie endlich den Präsentiermarsch anstimmen konnten. Schnellen Schrittes folgten Max Marche und Regina Selzer ihren Ehrenpaaren durch das lange Spalier farbenprächtiger Fahnen und blitzender Säbeln ins Freie, um sich vor dem Königshaus der jubelnden Menge zu präsentieren.
„Unser neues Königspaar; es lebe hoch - hoch - hoch!“ kommandierte Hauptmann Felix Schmitt bevor die Fähnriche der Nönghüüder und die der Gastvereine zu Ehren der jungen Majestäten die Fahnen schwenkten.
Mit dem Königswalzer wurde die Ballnacht eröffnet
Währenddessen hatte sich unten auf dem Kirmesplatz das Festzelt längst wieder gefüllt, auch wenn die meisten Besucher angesichts der selbst am frühen Abend immer noch sommerlichen Temperaturen die langen Tischreihen im Freien vorzogen. Erst als Pauken und Trompeten, Trommeln, Flöten und Saxophone das Nahen des Königszuges suchten die Gäste im Festzelt einen günstigen Platz, um sich nichts entgehen zu lassen. Nur kurz konnten Max Marche und Regina Selzer vor dem festlich dekorierten Königstisch eine Rast einlegen, denn schon ließen die beiden Offiziere der Nönghüüder die Tanzfläche von den Fahnenschützen für die Majestäten absichern, die sich wenig später im Dreivierteltakt um die in der Mitte postierten Fähnriche mit der jeweiligen Fahne Vereins drehten. Mit ihrem Königswalzer eröffneten sie eine herrliche Ballnacht, zu der wie in den Vorjahren die Party-Band „Four You“ aufspielte und die auch nach dem „Großen Finale“ um Mitternacht längst noch nicht beendet war.
Entsprechend waren viele junge Bruchhausener gar nicht böse, dass sich der für 14 Uhr festgesetzte Festzug, zu dem die Junggesellen aus Erpel, Unkel, Rheinbreitbach und Hausen angereist waren, wegen des Schwenkens um die Bundesmeisterschaft rund 40 Minuten verzögerte. Ebenso wie die Dorfspiele vom Eierlauf bis zum Schubkarrenrennen, nach denen die Nönghüüder mit ihren Mitbürgern die Johanneskirmes langsam ausklingen ließen. Beendet war diese aber natürlich noch nicht, galt es doch am frühen Montagabend den Kirmesmann aus seinem Baumquartier zu befreien. Damit war es auch schon getan mit der Freiheit des armen Kerls, entging der doch seinem obligatorischen Schicksal auch dieses Jahr nicht. Vor dem Festzelt wurde ihm der Prozess gemacht mit dem bekannten Urteilsspruch: „Tod in den Flammen!“, bevor er zur Bruchhausener Johanneskirmes 2018 wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen wird.
DL
Im noch leeren Innenhof präsentierten sich die jungen Majestäten mit ihren Ehrenpaaren, Pamela Krupp und Matthias Alex sowie Kira Müller und André Schäfer.
