Mitgliederversammlung des Sozialverbands VdK Ortsverband Ahrweiler
Hohe Ehrung für den bisherigen Vorsitzenden Karl Heinz Binder
Umfangreiche Tagesordnung mit Neuwahl des Vorstands
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Ortsverband Ahrweiler des VdK hatte zum diesjährigen Ortsverbandstag eingeladen. Der Vorsitzende Karl Heinz Binder eröffnete die Versammlung, zu deren Abhaltung man sich trotz des Corona-Problems entschieden habe. Er wies dabei auf die große sozialpolitische Bedeutung des Verbands hin, der in Ahrweiler seit mehr als 70 Jahren den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite steht. Dem Ortsverband gehören über 900 Mitglieder an.
Diese Zahl hat sich auch im vergangenen Jahr erhöht, wobei erfreulicherweise immer mehr jüngere Leute beitreten. Nach der Begrüßung wurde die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt und die Tagesordnung genehmigt. Es folgte die Ehrung der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder. Dabei wurde besonders an den Ehrenvorsitzenden Heinz Hoffmann gedacht, der den Ortsverband viele Jahre lang geleitet hatte.
Im Anschluss wurden viele Auszeichnungen für langjährige Treue zum VdK verliehen. 45 Mitglieder sind seit zehn Jahren dabei, ihr 20-jähriges Jubiläum konnten 22 Mitglieder feiern und fünf Mitglieder wurden für 30 Jahre geehrt. Den Rekord hält allerdings der 96-jährige Albert Gies, der dem VdK seit 71 Jahren angehört.
Eine besondere Auszeichnung wurde Karl Heinz Binder zu teil. Aus der Hand des Kreisvorsitzenden Heinz Wilhelm Schaumann erhielt er als Anerkennung für sein langjähriges und erfolgreiches Engagement das Ehrenzeichen des VdK. Sichtlich bewegt nahm er die Urkunde und die Medaille entgegen. Er dankte für die Ehrung, aber auch allen Mitstreitern, die ihn in seiner Amtszeit tatkräftig unterstützt haben. Auch in Zukunft wird er dem VdK mit seinem Rat und seiner Erfahrung zur Verfügung stehen.
Der nächste Punkt auf der Tagesordnung waren die Berichte des Vorsitzenden, des Kassenverwalters und der Kassenrevisoren. Karl Heinz Binder ließ die Aktivitäten der letzten zwölf Monate Revue passieren, Josef Küpper als Herr über die Konten des Verbands konnte von einer erfreulichen finanziellen Situation berichten. Die Revisoren bescheinigten ihm eine einwandfreie Kassenführung, sodass der Entlastung des Vorstands nichts im Wege stand.
Verjüngung der Führungsmannschaft
Bevor die Neuwahl des Vorstands begann, erklärte Karl Heinz Binder, warum er nach 16 Jahren im Amt des Vorsitzenden nicht mehr antreten will. Zum einen lasse die Gesundheit zu wünschen übrig. Zudem sei es an der Zeit für eine Verjüngung der Führungsmannschaft. Der VdK braucht für die Zukunft Leute, die mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten umgehen können. „Ich habe nicht einmal eine E-Mail-Adresse“ gestand er mit einem selbstironischen Augenzwinkern.
Anschließend begann der Abstimmungsprozess für den neuen Vorstand des VdK-Ortsverbands Ahrweiler. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Heinz Ulrich gewählt. Das Amt des 2. Vorsitzenden übernimmt künftig Erich Ottersbach. Die Kassenverwaltung obliegt Sigrid Kreul. Als Schriftführerin fungiert jetzt Anne Delleré. Marie Luise Quirmbach wird, wie bisher schon, die Aufgabe der Frauenbeauftragten übernehmen. Zum stellvertretenden Kassenverwalter wurde Franz Josef Küpper gewählt, der auch für das Internetportal des Ortsverbands zuständig ist. Die Wahl zur stellvertretenden Schriftführerin entfiel auf Dorothee Beu-Rudat. Zu weiteren Beisitzern wurden Rainer Bauer und Elke Barnewold bestimmt. Die Kassenrevision übernehmen Edeltrud Kessenich und Ursula Ley und deren Stellvertreter Fritz Werner Fleißig. Alle Vorstandsmitglieder wurden in offener Abstimmung einstimmig gewählt, mit jeweils einer Enthaltung durch die betroffene Person.
Kreisvorsitzender gibt Einblick in die ärztliche Versorgung
In einem Kurzreferat sprach der Kreisvorsitzende Heinz Wilhelm Schaumann über die Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und über die Versorgungssicherheit bei Medikamenten. In den kommenden Jahren wird sich die Zahl der niedergelassenen Ärzte für Allgemeinmedizin in den kleinen Orten halbieren. Die Zahl der Fachärzte, die heute schon besorgniserregen gering ist, wird ebenfalls weiter abnehmen. Um diese Lücken zu schließen, braucht es wirksame Anreize für junge Mediziner, die eine Ansiedlung auf dem Land attraktiv erscheinen lassen. Eine Möglichkeit wäre die Schaffung von Ambulanzen in kommunaler Trägerschaft. Dies würde zwar einen Systemwechsel bedeuten, könnte aber eine wirksamer Weg sein, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sichern.
Immer häufiger wird in letzter Zeit über Lieferengpässe bei Medikamenten berichtet. Die primäre Ursache liegt in den Rabattverträgen, die die Krankenkassen mit den Ärzteverbänden ausgehandelt haben. Darin werden Qualitätsanforderungen und Preisgestaltung geregelt, nicht aber die Versorgungssicherheit. Da die Herstellung der Medikamente aus Kostengründen in Länder wie China, Indien oder Brasilien verlagert wurde, mit der Folge, dass achtzig Prozent der in Deutschland verbrauchten Präparate importiert werden, kommt es immer wieder zu Lieferschwierigkeiten.
Nach den Ausführungen von Heinz Wilhelm Schaumann ergriff Franz Josef Küpper noch einmal das Wort und unterbreitete der Versammlung den Vorschlag, den bisherigen 1. Vorsitzenden Karl Heinz Binder zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Der Vorschlag wurde mit starkem Beifall einstimmig angenommen.
Nach einigen Informationen zu bevorstehenden Aktivitäten und den für dieses Jahr geplanten Reisen ging der offizielle Teil der Versammlung zu Ende.
Karl Heinz Binder (Mitte) nimmt aus der Hand des Kreisvorsitzenden Heinz Wilhelm Schaumann (rechts) das Ehrenzeichen des VdK entgegen. Der 2. Vorsitzende Erich Ottersbach (links) gratuliert im Namen des Vorstands.
