Allgemeine Berichte | 15.09.2018

Bürgerversammlung in Mendig

Hohlräume unter der Stadt werden erkundet und gesichert

Informierten in Mendig (v. l.): Anja Hillmann-Stadtfeld, Joachim Gerke (beide SGD Nord), Ansgar Wehinger (LGB), Hans-Peter Ammel, Stadtbürgermeister von Mendig, Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, SGD-Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann und Dr. Michael Rogall (LGB).  SGD Nord

Mendig. Die Stadt Mendig, die Verbandsgemeinde Mendig, die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und das Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz (LGB) hatten jüngst gemeinsam zu einer Bürgerversammlung in die Laacher-See-Halle in Mendig eingeladen und über die Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen der Altbergbauhohlräume informiert.

Der über Jahrhunderte betriebene Basaltbergabbau hat in Mendig unterirdische Hohlräume hinterlassen, die heute teilweise überbaut sind. Im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz werden diese mit Blick auf ihre Lage und Standsicherheit kontinuierlich untersucht. Aktuell stehen weitere technische Erkundungen und Sicherungsmaßnahmen an.

Experten geben Auskunft

Bei der Bürgerversammlung in Mendig gaben Experten Auskunft und beantworteten Fragen von Bürgern und Medienvertretern. Moderiert wurde die Veranstaltung von Joachim Gerke, Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz bei der SGD Nord. Ansgar Wehinger, Referatsleiter für Ingenieurgeologie und Erdbebendienst beim LGB, beantwortete in seinem Vortrag Fragen zur technischen Abwicklung des Projekts mit Blick auf die durchgeführten Erkundungen und daraus resultierenden vorgeschlagenen Maßnahmen seitens des LGB.

Aus Sicht des Bauherren erläuterte Anja Hillmann-Stadtfeld, Referatsleiterin für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz bei der SGD Nord, das Projekt und stellte die aktuell anstehenden Maßnahmen vor.

„Ich danke allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit im Projekt, insbesondere den Bürgermeistern der Stadt und der Verbandsgemeinde Mendig, dem LGB sowie den betroffenen Anwohnern. Das Land Rheinland-Pfalz hat bereits seit dem Jahr 2011 Erkundungsarbeiten mit rund 1,5 Millionen Euro finanziert. Die Planung und Ausführung der aktuellen Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen werden durch Landesmittel von rund 2,5 Millionen Euro getragen“, so SGD-Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann.

„Als Stadtbürgermeister bin ich erleichtert, dass unsere gemeinsamen Bemühungen nunmehr ein großes Stück Klarheit zur Untergrundsituation der ehemaligen Grubenbereiche erbracht haben und die Sicherung der kritischen Stellen in Angriff genommen wird. Für die Zukunft der Stadt wurde und wird hier eine vorbildliche Arbeit geleistet“, so Hans-Peter Ammel, Stadtbürgermeister von Mendig.

Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, betonte: „Mendigs Felsenkeller sind einzigartig und atemberaubend. Sie vollständig zu erfassen und auch insbesondere für die wenigen überbauten Bereiche zu sichern, war Zielsetzung der durchgeführten Begutachtungen. Die aktuellen Analysen schenken uns die Sicherheit, die notwendigen Handlungen für den Schutz dieses weltweit bedeutenden Kulturgutes auf den Weg zu bringen und gleichzeitig die betroffenen Anwohner noch besser zu schützen als zuvor. Ich danke dem Land Rheinland-Pfalz sehr für die umfangreichen Analysen und in die Wege geleiteten Sicherungsmaßnahmen!“

Maßnahmen

Bereits in den Jahren 2012 bis 2016 hatte das LGB Hohlräume mit einer Gesamtfläche von 200.000 Quadratmetern vermessen, kartiert und in ihrem Zustand klassifiziert. Vorausgegangen war ein Pilotprojekt im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz im Jahr 2011. Durch Bohrungen wurden acht nicht zugängliche Hohlräume, nachgewiesen. Die Untersuchungskosten betrugen insgesamt 1,5 Millionen Euro und wurden vom Land Rheinland-Pfalz übernommen.

Für die zugänglichen Hohlräume wurden vorhandene Eingänge zum Teil erneuert und das Netz von Messpunkten zur Kontrolle der Stabilität der Hohlräume erheblich erweitert. Zudem wurden flächendeckend Karten erstellt, in denen die Stabilität der Hohlräume dargestellt wird. Für die nicht zugänglichen Hohlräume ist eine direkte Standsicherheitsbeurteilung bislang nicht möglich. Deshalb wurde zur Erschließung eines größeren Hohlraums entschieden, einen neuen Schacht zu bauen sowie zwei kleinere, überbaute Hohlräume vorsorglich zu verfüllen. Die Kosten für die Planung und Ausführung dieser Arbeiten betragen voraussichtlich rund 2,5 Millionen Euro und werden vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland Pfalz getragen. Die Bauarbeiten für den Schacht haben bereits begonnen, die Verfüllung der beiden Hohlräume soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die betroffenen Grundstückseigentümer und Anwohner wurden bereits informiert.

Ersatzunterkünfte für Anwohner

Die Stadt und die Verbandsgemeinde Mendig sorgen für die Bereitstellung von Ersatzunterkünften für die sechs Anwohner, die im Rahmen der geplanten Sicherungsmaßnahmen ihre Häuser zeitweise verlassen müssen. Die Kosten der Unterbringung werden von der Stadt und der Verbandsgemeinde übernommen, sodass den Anwohnern keine Kosten entstehen.

Als künftige Maßnahmen stehen weitere Erkundungen sowie das regelmäßige Monitoring der untertägigen Messpunkte und der Geländeoberfläche im Stadtgebiet von Mendig an. Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz beteiligt bei der weiteren Bauleitplanung das LGB, sodass die Berücksichtigung der erzielten Untersuchungsergebnisse sichergestellt ist.

Ansprechpartner für alle Presseanfragen, die das Projekt „Hohlräume Mendig“ betreffen, ist die Pressstelle der SGD Nord unter pressestelle@sgdnord.rlp.de.

Pressemitteilung der SGD Nord

Seit 2012 werden die Hohlräume systematische erfasst. Ansgar Wehinger/LGB

Seit 2012 werden die Hohlräume systematische erfasst. Foto: Ansgar Wehinger/LGB

Informierten in Mendig (v. l.): Anja Hillmann-Stadtfeld, Joachim Gerke (beide SGD Nord), Ansgar Wehinger (LGB), Hans-Peter Ammel, Stadtbürgermeister von Mendig, Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, SGD-Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann und Dr. Michael Rogall (LGB). Foto: SGD Nord

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