Allgemeine Berichte | 27.04.2016

6. Lager der Unkeler Hunnenhorde

Hunnenkönig Attila empfing befreundete Stämme

Der Fritz-Henkel-Park konnte kaum die Massen der Gewandteten fassen

Nicht aus den Augen verlor Schamanin Yanara-Cam ihren Ältesten, den jungen Prinz Mundus.DL

Unkel. Nach dem großen Erfolg seines ersten Sommerlagers 2011 hatte König Attila von der 1. Unkeler Hunnenhorde, Harry Vollmer, beschlossen, jedes Jahr befreundete Stämme und Horden, aber auch Vereine und vor allem „Ungewandete“, also „einfache Bürger“ aus Unkel und Umgebung, zum Lagerleben in den Fritz-Henkel-Park einzuladen und dies bereits im launischen April. Ein durchaus mutiges Unterfangen, machte der Monat dieses Mal doch mit fast schon sibirischen Temperaturen sowie Graupelschauern im Wechsel mit Sonnenschein zur Freude von Wetterdämon Sárkány seinem Namen alle Ehre. Das aber konnte die Stimmung der Gäste beim sechsten Unkeler Hunnenlager nicht trüben, schon gar nicht die von Attila und seiner Greka (Silvia Vollmer), stand doch schon am Freitagnachmittag das erste Highlight auf dem Programm, das sich nicht nur gelbgesichtige Steppenreiter aus der weiteren Umgebung nicht entgehen lassen wollten. Kelten und Franken, Ritter wie die „Kaisergarde Barbarossa“, und sogar Soldaten der Konföderierten wie der Nordstaaten-Armee von den „Deadwood-Outlwas“ waren in stählernen Schlachtwagen angerückt, um die Prinzentaufe des erst vierjährigen Mundus mitzuerleben. Dessen Geburt hatte Großväterchen Attila während des zweiten Hunnenlagers beinahe den letzten Nerv geraubt, bis ihm Greka endlich aus dem nahen Königswinter die Nachricht übermitteln konnte, dass Schaminin Yanara Cam (Tochter Marissa) die Geburt wohlbehalten überstanden hatte. „Nach Namensvergaben und Fürstenweihen haben uns dann Sänger ‚Wolle‘ mit einer Mischung aus Schlager, Oldies und Kölsche Tön, die Country-Rock-Band ‚Sweedy‘ und die Rock-Cover-Band ‚Shack-Projekt‘ eingeheizt, nicht zu vergessen das Bauchtanzensemble vom Stamm ‚Safari‘ und das abschließende Feuerspektakel“, berichtete Attila. Kurz danach konnte er nicht nur den ehrerbietigen Logaden Ardarich, keinen Geringeren als Stadtbürgermeister Schirmherr Gerhard Hausen begrüßen, sondern auch Pfarrer Herbert Breuer, den er zum neuen Ehrenmitglied der Unkeler Hunnenhorde ernannte. „Wir haben gemeinsam angedacht, im nächsten Jahr eine Feldmesse im Park zu zelebrieren, so das „Väterchen“ der Hunnen, nachdem es um die Gunst der Götter der Winde gebeten und die verschieden gewandeten Völker aus unterschiedlichen Jahrhunderten begrüßt hatte.

Oberhunne überreichte Spendenscheck

Schließlich ist die Hunnenhorde ein Karnevalsverein und lädt deshalb nicht nur Stammesbrüder aus der nahen und weiteren Region, sondern auch Vereine aus anderen Epochen, ja sogar „Zivilisten“ wie die Aegidienberger Prinzengarde und die Sternschnuppen der KG Grün-Gelb Niederkassel sowie die „Rheindiamanten“ und die Linzer Köbese ein. Willkommen hieß Attila auch wieder den Verein „Dat Kölsche Hätz“ zusammen mit dem Förderverein Bonn für krebskranke Kinder und Jugendliche. „Ich habe erst vor sechs Monaten die Aktion ‚Fünf Euro gehen um die Welt‘ gestartet, kann Euch aber einen Scheck über 2.222,22 Euro überreichen“, freute sich der Oberhunne, der den Kölnern noch ein Topf-Set schenkte, während der Bonner Verein mit Spielen bedacht wurde. „Im nächsten Jahr will ich 3.333,33 Euro zusammenbekommen“, so Attila, während die „Domstadtbande“ auf der Bühne ihre etwas andere Musikshow startete. Abgelöst wurde sie dann wieder von der Band „Sweedy“, nach deren Ohrwürmern das Duo „Fantasia Orientica“ mit seinem Bauch- und Feuertanz die Temperaturen vergessen machte. Unterstützt wurden die Tänzerinnen dabei von loderndem Feuer in ausladenden Schalen und den Flammen der Schwedenfeuer, die aus meterhohen Baumstämmen empor flackerten.

Viele Attraktionen

Die Hunnen hatten neben dem Streichelzoo jede Menge Attraktionen für die jüngsten Besucher mit Ponyreiten und Bastelarbeiten mit Wachs parat, während alle Besucher sich bei Favnier in Lederarbeiten versuchten oder bei Thorstein Natfari Messer- und Axtwerfen üben konnten. Am Eingang des Hunnenlagers unterhielten Adler und Falken der Greifvogelstation Hellenthal mit ihrer atemberaubenden Flugshow die Gäste. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der jugendlichen Hunnen, also aller Gewandeten unter 30 Jahren. Drei Mal ließ Prinz Mundus den Gong erklingen, bevor er mittags zusammen mit Mutter Yanara Cam den Zug durch das Lager anführte, während Krieger Gheisn für die Sicherheit des kleinen Hunnen sorgte, der dann von der großen Tafel aus die Schaukämpfe der Kaisergarde verfolgte, nach denen die Spielleute „Porcae Pellere“ mit mittelalterlicher Musik die Unterhaltung übernahmen. „Ich bin sicher, dass unser Hunnenlager im kommenden Jahr wieder so ein toller Erfolg wird, zumal das Aprilende auch noch zum Tanz in den Mai einlädt“, zog Attila ein überaus zufriedenes Resümee, während sich die ersten Horden mit einem dankbaren „Unca-Lö!“ verabschiedeten.

DL

Festlich gewandt warteten adlige Heerführer mit ihren Frauen darauf, Attila ihre Reverenz zu erweisen.

Festlich gewandt warteten adlige Heerführer mit ihren Frauen darauf, Attila ihre Reverenz zu erweisen.

Nicht aus den Augen verlor Schamanin Yanara-Cam ihren Ältesten, den jungen Prinz Mundus.Fotos: DL

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